Bugatti-SUV: Chiron auf Steroide?

So könnte ein SUV von Bugatti aussehen!

Bugatti-SUV: Chiron auf Steroide?

Bentley hat’s gemacht, Lamborghini ist gerade dabei und von Rolls-Royce haben wir eben einen Prototyp in der Grünen Hölle gesichtet – wieso sollte sich also der französische Hersteller Bugatti dem Thema SUV nicht annehmen?



Text: Maximilian Barcelli

Tun sie ja auch. Vielleicht zumindest. Gerüchte gibt’s wie Sand am Meer, ob an diesen auch tatsächlich was dran ist, ist leider nur schwer festzustellen. Unwahrscheinlich ist ein Bugatti SUV jedenfalls nicht – man richte seinen Blick einfach auf die italienische Konzernschwester Lamborghini, die vor nicht allzu langer Zeit mit dem Urus das erste „Super-SUV“ der Weltöffentlichkeit präsentierte.



Solange jedoch nichts fix ist, heißt es Geduld üben. Doch auch das Warten kann mit allerlei Naschereien versüßt werden. So liefert uns beispielsweise der russische Rendering-Künstler Nikita Aksyonov ein Design, welches einen Vorgeschmack auf das mögliche Exterieur des Bugatti-SUV gibt.



Und wir müssen feststellen, dass uns gefällt, was wir sehen. Das Bugatti-SUV erinnert stark an dem Chiron – böse Zungen würden wohl behaupten, das Design des SUV vom französischen Nobelherstellers sei ein Chiron, der’s mit Steroiden ein wenig übertrieben hat. Oder mit Koks. Auf der anderen Seite: Der Bugatti Chiron ist ja auch ein wirklich, wirklich, wirklich feines Auto – auch optisch, wieso darf also ein SUV dem nicht nacheifern?



Bilder: © GBoxxCom

8 Autos, welche die Welt veränderten

Vom Käfer zum Veyron

8 Autos, welche die Welt veränderten

Jedes Auto verändert die Welt des einzelnen, doch nur wenige die Welt aller. Wir haben uns zehn Fahrzeuge rausgepickt, die die Automobil-Branche gehörig auf den Kopf stellten, neue Ären einleiteten, alte abschloss oder einfach nur unglaubliches leisteten.

Text: Maximilian Barcelli

Land Rover Defender

Er ist überall zuhause, wo befestigte Straßen fern sind: Der Land Rover Defender gehört zu den ganz großen Klassikern der Automobilgeschichte und war auch einer der ersten Geländewagen. (Im Bild: Series I)




Benz Patent-Motorwagen

Der 1886 Benz Patent-Motorwagen gehört, im Gegensatz zum Defender, nicht zu den Ersten irgendeines Segments, er ist einfach das erste Auto überhaupt.




Toyota Prius

Ein Pionier in Sachen Elektroantrieb und Hybridtechnik. Zwar gehört der Prius nicht zu den erotischsten Fahrzeugen, auf unserer Liste darf er trotzdem nicht fehlen.




Tesla Model S

Hat die unerotische (Danke Prius.) Elektromobilität erotisch gemacht (Danke Elon.).




Nissan Qashqai

Heute sind die Straßenbilder von Crossover-Modellen übersät, der Nissan Qashqai war der Erste und hat dieses, mittlerweile boomende, Segment begründet.




VW Käfer

Lange war der Käfer die Nummer 1 in Sachen meistverkaufte Automobile. Zwar hat ihn der Golf schon vor etlichen Jahren abgelöst, der Käfer bleibt jedoch unvergessen.




Bugatti Veyron

Das ehemals schnellste Serienfahrzeug der Welt und der Vorgänger des Chiron hat sich durchaus einen Platz auf dieser Liste verdient. Auch, weil er irgendwie schon jetzt ein Klassiker ist.




ThrustSSC

Vom ehemals schnellsten Serienmodell zum grundsätzlich schnellsten Auto: Der strahlgetriebene ThrustSSC durchbrach als erstes „Auto“ die Schallmauer und ist bis dato das schnellste Landfahrzeug der Welt.


Land Rover Defender Works V8: 405 PS-Defender!

405 PS-Defender

Der Land Rover Defender Works V8



Dass der Defender eine wahre und unantastbare Offroad-Legende ist, muss ich euch nicht erzählen. Aber Land Rover zollt seinem Geländewagen zum 70. Geburtstag nun auf eine ganz besondere Art und Weise Respekt: Die Spezialedition Defender Works V8 kommt mit einem 5,0 Liter-Achtzylinder, 405 Pferdestärken und ausuferndem Luxus daher.

Text: Jakob Stantejsky



Eigentlich mussten wir schon im Januar 2016 Abschied vom Defender nehmen, da zu diesem Zeitpunkt nämlich seine Produktion endgültig beendet wurde. Ganz so genau nehmen es die Herren aus Sollihull aber offenbar doch nicht und schießen ihrer Legende jetzt zum 70er 150 Exemplare einer ganz besonderen Sonderedition hinterher. Der Fünflitervauacht wurde natürlich nicht eigens für den Offroad-Jubilar gebaut, sondern stammt von Range Rover. Im Defender heißt es allerdings back to the roots und so gibt es statt eines Kompressors einen waschechten Saugmotor mit fetten 515 Newtonmetern Drehmoment.

Getriebetechnisch geht es jedoch höchst modern zu, dank der up-to-date-Achtgangautomatik. Weil das alles noch nicht genug Sportlichkeit vermittelt (und weil der Defender ohne wohl unzähmbar werden würde), gibt es auch noch ein Sportfahrwerk mit allem Drum und Dran obendrauf, dank dessen man in 5,6 Sekunden auf 96 km/h sprinten kann, ohne um sein Leben zu bangen.



Ich sprach doch vorher von Luxus im Übermaß, nicht wahr? Land Rover hat sich nicht lumpen lassen und bietet den Defender Works V8 nicht nur in acht Farben an, die auch das Interieur betreffen, sondern schafft im Innenraum eine opulente Windsor-Lederlandschaft in deren Herz ein extra entwickeltes Infotainmentsystem von Land Rover Classic steckt. Das bleibt dem Oldschool-Look treu und bietet trotzdem alle wichtigen Funktionen, die man heutzutage eben so braucht und will. Als Schmankerl gibt es auch noch Recaro-Sportsitze für den Defender, der so fast schon zu einem eigenen Modell mutiert.

Dieses schlägt mit lockeren 169.000 Euro mindestens zu Buche und kommt sowohl als Defender 90, wie auch als Defender 110 daher. In Zukunft will Land Rover zumindest Teile der Umbauten auch als Modifikationen für Jedermanns Defender der jüngsten Generation anbieten. Der Defender Works V8 wird jedenfalls der schärfste Defender aller Zeiten.

Corbellati Missile: Das schnellste Auto der Welt?!

Das schnellste Auto der Welt?!

Corbellati Missile


Wie heißen sie nicht, jene Fixsterne am Hypercarhimmel, die hart darum kämpfen, als allererste die 300 Meilen pro Stunde aus ihren Boliden zu quetschen! Hennessey ist mit dem kommenden Venom F5 angeblich drauf und dran. Koenigsegg hält mit dem Agera RS zumindest den Weltrekord von 0 auf 400 und 0 und Bugatti verkündet sowieso, dass der Chiron nur noch von seinen Reifen zurückgehalten wird. Jetzt schlägt die Juweliersfamilie Corbellati auf und behauptet, schon dieses Jahr in Genf das schnellste Auto aller Zeiten präsentieren zu können. 500 km/h hat die Missile angeblich drauf.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Corbellati Hypercars



Ich spreche es ganz offen und ehrlich aus: So richtig kann ich der ganzen Geschichte noch keinen Glauben schenken. Immerhin haben sich die ambitionierten Einsteiger aber auch eine Deadline gesetzt, schließlich soll die Corbellati Missile schon auf dem Auto Salon in Genf vorgestellt werden, der ja bereits am 8. März startet. Spätestens dann werden wir wissen, wieviel hinter der großen Klappe wirklich steckt. Wobei, “gigantisch” passt wohl eher zu dem angedachten Monstrum. Denn unter der Haube der Rakete haust laut Website des zukünftigen Herstellers ein 9,0 (NEUNKOMMANULL) Liter-Twinturbo-V8 mit vier obenliegenden Nockenwellen, der eintausendachthundert (1800!) Pferdestärken ausspucken soll. Diese Naturgewalt spendiert ihre geballte Wucht ausschließlich der Hinterachse, und das über ein manuelles Sechsganggetriebe. Falls all diese Daten wirklich so stimmen, handelt es sich bei der Corbellati Missile wohl nicht nur um das schnellste, sondern auch das brutalste Auto aller Zeiten – bisher.

Doch wie gesagt, ich traue der heilen Hypercarwelt nicht so recht. Denn noch nie hat es ein Nobody überstanden, wenn er gleich in die Spitze der Automobilbranche vorgestoßen ist, beziehungsweise es großkopfert angekündigt hat. Außerdem – wenn die oben genannten, genialen Autobauer schon an ihre und die Grenzen der Physik stoßen, wie soll Corbellati Hypercars plötzlich alles umkrempeln können? Gespannt bin ich auf jeden Fall und natürlich hoffe ich, dass sich die Missile in Genf dann nicht als Rohrkrepierer oder realitätsfernes Konzept entpuppt.

Mercedes E-Klasse Coupé: Miss Germany

Habenwollen

Mercedes-Benz E 400 Coupé: Miss Germany

Wer gedacht hat, dies hier sei ein Wutartikel über die Preispolitik manch deutscher Hersteller, Dieselskandale oder sonst ein Negativum, der irrt und darf auch gleich wieder gehen. Für alle anderen: Wir sind zwei Wochen ein Mercedes-Benz E-Klasse Coupé gefahren und verstehen den Preis, der für das Ding verlangt wird. Wir können ihn nachvollziehen. Denn das E 400 Coupé ist richtig gut.



Text: Maximilian Barcelli

Und es ist schön, um nicht zu sagen: Wunderschön. Aber gut, es sollte eh eine Selbstverständlichkeit sein, dass ein Coupé fesch anzusehen ist, ist ja der Sinn dieser Karosserievariante. Funktion und Praktikabilität wird der Optik untergeordnet. Man verzichtet auf einen größeren Kofferraum, Kopffreiheit und nicht zuletzt auch auf zwei Türen für eventuelle hintere Passagiere. Wobei sich das Mitreisen auf den billigen Plätzen sowieso als recht, sagen wir einmal, kuschlig erwiesen hat. Doch Mercedes-Benz wäre nicht Mercedes-Benz, würden die Schwaben nicht auch hier auf höchst möglichen Komfort achten. So wird alles Menschenmögliche unternommen, dass sich die armen Hunde hinten ebenfalls wohlfühlen (Arme Hunde vor allem deswegen, weil hinten sitzen bedeutet, nicht zu fahren). Und neben so feinen Kleinigkeiten wie elektrisch vorfahrende Sitze, die das Einsteigen ins Fond um einiges erleichtern, stellt man anerkennend fest, dass das Platzangebot im Vergleich zu anderen Coupés eigentlich schon fast üppig ist.



Doch zurück zu Eleganz, die dieses Fahrzeug umwarbt. Die Linienführung – wie schon eben angeschrieben – brilliert. Auch sonst weiß das E-Klasse Coupé zu gefallen, das Heck sieht mit den schicken Leuchten ungemein sexy aus, die Front ohnehin. Immer wieder ertappen wir uns bei dem Gedanken, ob wir gerade im schönsten Stern sitzen, der am Neuwagenmarkt zu ergattern ist. Gut, es gibt da schon noch ein paar feine Sachen im Hause Mercedes, was aus Affalterbach kommt ist sowieso nicht mehr normal – aber die E-Klasse im Coupé-Kleid, das ist schon richtig hübsch.



Und es macht auch richtig viel Spaß. Nicht zuletzt, weil unter der Haube ein V6-Benziner arbeitet, der in der E-Klasse-Motorenpalette das Maß aller Dinge darstellt. Wenn man halt von den verrückten Sachen absieht, an denen Affalterbach herumbastelt. Mercedes-Benz E 400 4MATIC Coupé heißt die Fuhre übrigens hochoffiziell. Allradantrieb ist also ebenfalls mit an Bord. Der – in Kombination mit den 333 PS, die der V6 erarbeitet – sorgt dafür, dass das stärkste E-Klasse Coupé in 5,3 Sekunden auf Landstraßentempo rauscht. Und dabei tönt der Motor zwar schön und versteckt sich nicht, ist jedoch nie aufdringlich. Und überhaupt gleitet man im E Coupé eher, als dass man übertrieben-dynamisch um die Dopplerhütte fetzt. Will man eine straffere Lenkung, direkteres Verhalten, grundsätzlich mehr Sportlichkeit, dafür weniger Komfort, dann sollte man seine Blicke gen München wenden. Will man ein Auto, welches vor allem zum gemütlichen Gleiten einlädt, in Sachen Komfort anderen Herstellern Meilenweit voraus ist, das auf der anderen Seite schon auch moderat-dynamisch gefahren werden will – hier bitte.



Und dann sind wir noch von etwas anderem tiefst beeindruckt: Dem Innenraum. Denn bei Mercedes ist immer alles ein wenig anders. Touch-Screen? Wer braucht sowas. Wahlhebel für die Automatik? Den bringen wir hinterm Lenkrad an. Elektrische Feststellbremse? Die kommt unters Lenkrad! Die Bedienung ganz allgemein? Gewöhnungsbedürftig. Doch man versetze sich einmal in den Kopf eines hypothetischen Kunden. Der fährt das Fahrzeug nämlich nicht nur zwei Wochen, sondern mehrere Jahre. Er hat also alle Zeit der Welt, um mit dem Auto warm zu werden und es zu verstehen. Radiosender als Favoriten hinzuzufügen und nicht, so wie wir, jedes Mal die gesamte Liste (die Radiosender beinhaltet, die wir unser Lebtag noch nie gesehen haben und es auch nicht wollten) durchforschen zu müssen, um von 88,6 auf Arabella umzuschwenken.



Ja, es ist anders, das Innenraum-Konzept. Anders, aber irgendwie cooler. Spezieller eben. Und bestens verarbeitet. Stundenlang hätten wir am Drehregler rumdrehen können, einfach nur weil es sich so herrlich anfühlt. Über die Qualität der Materialien brauchen wir sowieso nicht sprechen. Kurzum: 1A. Über das Interieur-Design auch nicht. Man sehe sich nur einmal die Luftauslässe an: Edel, smooth, elegant – Bestnoten.



Doch es kostet – und das nicht wenig. Mit dem feinen Motor, der uns in unserem Tester fortbewegte, 81.669,99 Euro. Mindestens, da ist der Mercedes noch nackt. Und die Aufpreis-Politik ist schon auch happig. Mit unter 90.000 Euro für ein anständig ausgestattetes E-Klasse Coupé mit V6-Benzinmotor braucht man nicht zu rechnen, tendenziell geht’s eher Richtung Fünfstelligkeit. Ein Patzen Geld. Ein wirklich fetter Patzen Geld, für den viele Menschen eine halbe Ewigkeit hackeln müssten. Ob das Mercedes-Benz E 400 Coupé das Wert ist? Ist es.


Der Rolls-Royce Cullinan am Nürburgring

Schlachtschiff auf Kurvenhatz

Der Rolls-Royce Cullinan am Nürburgring



Rolls-Royce baut zwar unglaublich hochwertige Karossen mit viel Power, doch für flinke Sportwagen sind die Engländer nicht gerade bekannt. Die Nordschleife hingegen ist berühmt-berüchtigt als härteste Rennstrecke der Welt, auf der nur die besten Rennboliden bestehen. Wenn Rolls-Royce also ein gigantisches Luxus-SUV baut und das dann auf den Nürburgring schickt, ist das Scheitern schon vorprogrammiert – oder?

Text: Jakob Stantejsky / Foto: autoevolution



Dem Rolls-Royce Cullinan dabei zuzuschauen, wie er sich durch die grüne Hölle quält, macht fast mehr Spaß, als wenn ein hochgezüchteter Rennwagen das tut. Denn bei denen schaut das alles immer so leicht und mühelos aus, da kommen die Kräfte gar nicht so sehr zum Vorschein. Zumindest im Video – im Auto selbst geht es munter genug zu. Aber das Ober-SUV aus England liegt in jeder Kurve wie Marcel Hirscher bei einer Fahrt auf Biegen und Brechen den Ganslernhang runter. Außerdem quietschen und kreischen die Reifen, dass es eine wahre Freude ist. Klar, großer Rennsport sieht anders – anmutiger – aus, doch gutes Entertainment bietet der Cullinan allemal. Und er demonstriert eindrucksvoll, dass auch ein (wahrscheinlich) über zweieinhalb Tonnen schweres, hochbeiniges Vehikel ordentlich über die Nordschleife fetzen kann.

Viel ist noch nicht bekannt zu Rolls-Royce’ erstem Ausflug ins Gelände. Allradantrieb wird er haben, eh klar. Der V12, der schon aus anderen Modellen bekannt ist, wird auch im Cullinan zum Einsatz kommen, aber ob er vielleicht elektrisch unterstützt wird, steht noch in den Sternen. Außerdem wird auch der fünfeinhalb Meter lange Luxus-Offroader auf der Aluminium Spaceframe-Architektur aufbauen, die schon den neuen Phantom getragen hat. Ihr seht, man ertrinkt nicht gerade im Informationsfluss. Aber das kann ja noch werden, schließlich soll der Cullinan noch im Laufe dieses Jahres enthüllt werden.

AC Cobra: Wochenendausflug mit Biss



Wochenendausflug mit Biss

Kalifornien mit der AC Cobra



Was kostet die Welt? Reisen mit kleinem Gepäck hieß es beim Wochenend-Testdrive mit der 65iger Shelby bzw. AC Cobra, eines meiner ganz persönlichen California-Highlights.



Is‘ die jetzt echt oder nicht??

Oh, wie ich diese Frage liebe und ich hoffe, man hört meinen Anflug von Sarkasmus. Von der originalen AC Cobra wurden insgesamt nur etwa eintausend Exemplare produziert, zwei Drittel vom Typ 289 und ein Drittel der begehrten 427er. Selbst davon sind nur noch etwa 100 erhalten und die Schmuckstücke werden zwischen 350.000 und stolzen 600.000 US Dollar gehandelt.

Was ich damit sagen möchte: Wie groß ist also die Chance, dass man wirklich zu einer Original-originalen kommt? Ganz genau – sehr gering. Schätzungen zufolge existieren weltweit mittlerweile um die 10.000 Cobra Replicas, Tendenz steigend. Das wiederum macht die Cobra mit Abstand zum meist kopierten Fahrzeug der Automobilgeschichte. Aber selbst „Replica“ ist nicht gleich Replica, denn die historischen Nachbauten stammen noch aus der Shelby-Epoche und sind vom Großmeister selbst abgesegnet.

In genau so einer originalen Replica durfte ich ins Wochenende starten…



„Proud to be American“



Ein Amerikaner mit britischem Akzent

Die Cobra schreit förmlich „I’m proud to be American“, aber eigentlich begann alles als britischer Sportwagen, der zunächst für den Renneinsatz geplant war. Der Texaner Carroll Shelby hat die Cobra erst richtig in Szene gesetzt, nachdem er dem Baby einen Achtzylinder Ford-Motor eingesetzt hatte. Man hört es nicht nur, man sieht es auch, denn so lang wie die Schnauze der 427er Cobra nach vorne ragt, müssen sich darunter auch ein paar Zylinder verbergen.



She’s a Lady

Ob Autos eine Seele haben? Das ist eine Grundsatzdiskussion, aber eines steht fest: Die Cobra ist definitiv eine „Sie“. Wunderschön anzusehen, heiß begehrt und manchmal auch ein wenig zickig, aber kaum ein Wagen erregt mehr Aufsehen oder verdreht der Reihe nach die Köpfe.

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich behaupten, die Cobra genießt diese Aufmerksamkeit in vollen Zügen und dreht dann erst so richtig auf. Natürlich könnte es auch an mir liegen und daran, dass schon das leichteste Tippen aufs Gaspedal einen Schauer durch den ganzen Körper jagt.

Reisen mit kleinem Gepäck…

…maximal zu zweit und vorzugsweise mit gutem Wetter, denn ein Dach sucht man bei der AC Cobra vergebens. Wozu auch, immerhin bin ich in Kalifornien, wo man Regen nur vom Hörensagen kennt. Der Highway #1 ist genau für solche Autos gebaut worden und die kurvige Strecke für meinen kleinen Trip von San Diego nach Santa Barbara erlaubte der bissigen Schlange ihre Zähne so richtig in den Asphalt zu schlagen.

Was für ein Ritt, was für ein Auto! Klar, Komfort, angenehme Federung oder sonstigen Schnickschnack sucht man hier vergebens, aber das ist auch nicht Sinn der Sache.

Die Hard Facts des Schnäppchens

Wer 1965 um die 5.400 Dollar übrig hatte, der konnte sich das 1190kg leichte Biest in die Garage stellen. Der mächtige V8, der vorne längs mit zentraler Nockenwelle im Motorraum liegt, ist hier noch das schwerste an dem Leichtgewicht. Stolze 7 Liter Hubraum bringt die Cobra an den Start und liefert damit beachtliche 370 kW (500 PS) und ein maximales Drehmoment von circa 650 Nm.

Wer es da zu gut meint mit dem Gaspedal, den überholt die Hinterachse schnell mal seitwärts, aber wer es schafft, das Schlangenmädchen in der Spur zu halten, der erreicht die 100 km/h in knapp 4 Sekunden. Bei 270 km/h ist dann aber Schluss, wobei ich das mit dem Teil ganz ehrlich nicht unbedingt testen möchte. In der Schlange steckt so viel Urgewalt, dass mir noch bei Tempo 170 die Hinterräder durchdrehten.



…das bleibt aber unter uns…



„It’s what it’s always been. It’s the nastiest thing you ever wanna drive on four wheels.” Wenn man das Ding mal zum Starten bringt…

Peinlich, peinlich: Ich suchte gefühlte Ewigkeiten nach der Zündung in dieser Cobra bevor mich der Besitzer endlich erlöste und schallend lachend den Motor per Fernzündung für mich startete. 
Aber warum eigentlich die Fernzündung? Sicher ist sicher… schließlich weiß ich selbst nur zu gut, wie schwer es war die Cobra wieder zu seinem Eigentümer zurückzubringen.





Get social guys… ich bin da ja flexibel

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or mail to: pshunter@motorblock.at

Greetings from Sunny Southern California,
Pacey

Wie man einen Mustang nicht verlädt

So nicht!

Wie man einen Mustang nicht verlädt



Showcars sind nicht Jedermanns Sache, aber die Liebhaber dieser Vehikel hüten sie meist wie ihren Augapfel. Umso härter muss einen der Schock treffen, wenn der Lieferant mit dem brandneuen 1965er Ford Mustang erst von der Rampe kracht und dann spurlos verschwindet.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: G B



Ganz ehrlich, wenn irgendsoein angeblich kompetenter Typ Geld dafür nähme, mein Auto zu verladen und dann das dabei herauskommt, wäre ich wahrscheinlich schon haß genug. Klar, jeder macht Fehler – aber bei einem rein heckgetriebenen Sportwagen auf zwei schmalen, glatten Metallrampen so Gas zu geben, dass die Räder durchdrehen, zeugt schon von enormer Beschränktheit. Gut, wahnsinnig viel Schaden hat der Rumms hoffentlich nicht angerichtet, aber bei einem frisch erstandenen Showcar wie diesem ist jeder Kratzer ein mittleres Drama.

Es kommt aber erstens immer schlimmer und zweitens, als man denkt. Denn laut dem Besitzer ist der Trucker nach endlich überstandener Verladung spurlos verschwunden! Ganz klar drückt sich der Inhaber auf YouTube nicht aus, aber offenbar musste er sein Schmuckstück knapp eine Woche später selbst beim Fahrer ausfindig machen, wo es bereits ausgeladen herumstand. Zu allem Überfluss wollte der Übeltäter auch noch verhindern, dass das Auto auf Schäden geprüft wurde und legte dem Besitzer durch die Blume nahe, den Mustang zu nehmen und sich zu schleichen. Die Rechnung kriegt er jetzt selbst präsentiert, da in der Folge natürlich die Polizei eingeschaltet wurde. Rechts geschieht’s ihm!

Lexus zeigt uns die Zukunft der Luxus-SUVs

Lexus LF-1 Limitless

Lexus zeigt uns die Zukunft der Luxus-SUVs

Dass es Lexus versteht, Kunden mit extravaganten Luxus zu umwerben, wissen wir spätestens seit uns unser treuer Dauertester, der Lexus RX450h, begleitet. Nun zeigt die Edelmarke von Toyota auf der NAIAS in Detroit wohin die Reise in diesem Segment gehen soll.



Text: Maximilian Barcelli

Er ist groß, futuristisch und vollgerammscht mit Luxus: Das neuste Konzeptauto der asiatischen Nobelmarke Lexus wurde am 15. Jänner auf der North American International Auto Show präsentiert und weiß zu imponieren. Der Lexus LF-1 Limitless gibt sich optisch zwar eh sehr zukunftsbetont, der Wiedererkennungswert ist dennoch gewährleistet. Diesen Umstand erreichen die Japaner vor allem durch den markentypischen Diablo-Grill.



Ansonsten orientiert sich das Exterieur des Luxus-SUV, so sagt zumindest Lexus, an einem klassischen japanischen Schwert, was wir vor allem beim Betrachten der Seite nachvollziehen können. Unterm Strich (oder unterm Schwert?) finden wir den Lexus LF-1 Limitless eigentlich ziemlich sexy. Neben Front und Seite weiß nämlich auch das Heck zu gefallen. Die zarten, durchgehenden Leuchten haben einfach was, genauso wie der getrennte Spoiler am Dach.



Das Außendesign spiegelt sich im Interieur wieder, auch hier wurde auf Reduktion gesetzt. Mit einem Satz: Der Innenraum sieht extrem clean aus. Man findet nur wenig, was den Fahrer von der Straße ablenken könnte. Digitalisierung ist die Devise, selbst die Außenspiegel wurden durch Kameras ersetzt. Im Fond lässt sich ein ganz ähnliches Bild finden: Edle Materialien dominieren und mit den zwei Displays, die in den Vordersitzen integriert sind, lässt sich die Klimaanlage und das Entertainment individuell bedienen. Auch nicht von schlechten Eltern ist das Platzangebot in der hinteren Sitzreihe. Aber gut, der Konzept-Riese misst ja auch über fünf Meter, da muss das Raumangebot auch üppig sein.



Selbstverständlich sind auch etliche Assistenzsysteme, die für die Automobilindustrie als wegweisend gelten, mit an Bord. Wäre ja nicht futuristisch, wenn der Lexus LF-1 Limitless nicht autonom Fahren könnte. Kann er aber. Also theoretisch.


Nissan Micra: Das fleißige Bienchen

Das fleißige Bienchen

Der Nissan Micra



Bienen gelten gemeinhin – abgesehen vom faulen Willi natürlich – als ideales Symbol für Fleiß. Ihr ganzes Leben schwirren sie munter umher, sammeln Blütennektar, beschützen den Stock oder kümmern sich um die Aufzucht der kommenden Arbeitergeneration. Eigenwilligkeit gibt es bei den streng organisierten Insekten nicht. Ich habe nun jedoch eine Biene kennengelernt, die zwar in Punkto Fleiß ihren schwarz-gelben Kollegen in Nichts nachsteht, aber dafür umso mehr Eigenständigkeit mitbringt. Gestatten: Der neue Nissan Micra.

Text: Jakob Stantejsky



Blaue Bienen trifft man in der Natur recht selten, doch im Wiener Verkehrsgewühl fügt sich der Micra gut ins Bild. Ein moderner Kleinwagen, dem man seine Aktualität ansieht, ohne dass er mit Sicken, Kanten, Spoilern und Furchen um sich werfen muss. Kurzum, der kleine Nissan zeigt sich ansprechend und hat kein Bedürfnis, sich in den Vordergrund zu drängen. Für ein Fahrzeug dieser Größe strahlt er eine fast ungewöhnliche Ruhe und Eleganz aus. Wer einen flippig-quietschigen Lifestyle-Flitzer sucht, sollte sich bei der Konkurrenz umschauen, der Micra ist eher etwas für Jene, die wirklich ernst genommen werden wollen. Und dafür muss es eben nicht immer gleich die Business-Limousine sein, die einerseits als Stadtauto nur bedingt geeignet und andererseits nicht für Jedermann erschwinglich ist. Beim Micra merkt man schnell, dass Nissan eine lange Tradition als Hersteller hat und genau weiß, wie man ein gutes Auto baut, ohne groß um Aufmerksamkeit betteln zu müssen.

Im Innenraum geht es dennoch etwas flashiger zu, aber die blaugrauen Applikationen an den Sitzen wissen ebenso zu gefallen wie die blitzblaue Querleiste auf dem Armaturenbrett, in die das Infotainmentdisplay eingebettet ist. Es tut einfach gut, wenn die Augen auch mal eine farbenfrohere Cockpitlandschaft zu sehen bekommen und nicht immer nur das ewig gleiche, schwarzgraue, mit hochstylishen Lüftungsdüsen und Displays durchsetzte 08/15-Interieur. Im Micra fühlt man sich wohl und Platzangst kommt auch nie auf. Wenn man so möchte, ist das Innenleben des Japaners ebenso abgeklärt und dennoch gefällig wie sein Exterieur. Irgendwo zwischen cool und klug eben – oder beides.



Der Nissan Micra übernimmt aber nicht nur die geradlinige Funktionalität einer Biene in Punkto Aussehen, sondern auch die Bedienung aller Funktionen erfolgt simpel, direkt und verlässlich. Das Infotainmentsystem verfügt zwar nicht gerade über die innovativste oder aufsehenerregendste Benutzeroberfläche, doch man findet sich augenblicklich zurecht. Auch der Tempomat erfordert keinerlei Eingewöhnungszeit und ist sofort verinnerlicht.

Gehen wir nun über zum Handling des Autos selbst. Der Micra orientiert sich in Punkto Schaltung und Lenkung in Richtung der gemäßigten Sportlichkeit – so sind die Schaltwege angenehm zügig zu überbrücken und der Hebel gibt direktes Feedback. Die Lenkung macht Freude aufgrund zweierlei Dinge: Einerseits ist sie durchaus direkt und flink, andererseits greift sich das Steuer richtig fein an. Tatsächlich ist es sogar traditionell-sportlich unten abgeflacht – ob das jetzt nötig ist im Nissan Micra, sei dahingestellt, aber dem Fahrer gefällt’s ganz sicher. Insgesamt gibt der Mini-Japaner nie vor, mehr zu sein als er ist. So fühlt er sich zwar durchwegs aktiv und fahrfreudig an, bleibt aber dennoch cool und bequem. Es ist kein Spagat zwischen Sport und Alltag, sondern ein gesundes Mittelmaß.



Nun stellt sich die nicht ganz unwichtige Frage, ob der Motor mit dem gelungenen Gesamtpaket mithalten kann. Für das in unserem Testwagen steckende 1,0 Liter-Benzinaggregat mit 71 PS kann ich das so leider nicht unterschreiben. Er verhungert zwar nicht, aber wirklich rasch kommt man auch nicht von der Stelle. Da erscheinen mir der 1,5 Liter-Diesel oder der 0,9-Liter-Benziner mit je 90 PS als vielversprechendere Alternativen. Denn wenn man im fünften (und höchsten) Gang bei 70 km/h schon knapp über 2.000 Umdrehungen draufhat, dann verspricht eine Autobahnfahrt sowohl leistungs- als auch geräuschtechnisch (echte Bienen brummen eben) kein Vergnügen zu werden. Aber gut, dafür kostet der Micra mit dem getesteten Basismotor auch mindestens fast 2.500 Euro weniger und beginnt bei 12.605 Euro – auch ein gutes Argument! Kurz gesagt: Wer sich wirklich auf die Stadt beschränkt, wird auch mit diesem Motor zufrieden sein. Falls auch mehrere und längere Autobahnetappen im Programm sein sollen, dürfen es ruhig die 19 PS mehr sein.



Zugegeben, der Micra erregt weniger Aufsehen als manch anderer Kleinwagen. Zugegeben, die Motorenpalette gibt nach oben hin zurzeit weniger her als einige Konkurrenten. Aber ein derart ausgewogenes Auto findet man selten. Alles passt stimmig zueinander, kein Detail fällt aus der Reihe. Und die Reihe, dieses Kollektiv, funktioniert hervorragend als Einheit – den großen Kleinwagenkick sucht man besser woanders, aber wer ein fleißiges Bienchen braucht, auf das man sich stets verlassen kann und das immer sofort abliefert, der findet im Nissan Micra den perfekten Partner zum herumsummen.