600 PS-VelociRaptor-Battle

Kompressor vs. Turbo

Es ist mittlerweile so eine Art Glaubensfrage geworden, ob man gigantische, vielzylindrige Motoren oder kleine, turbobeatmete Aggregate vorzieht. Viele Puristen bestehen aus Prinzip noch immer auf fette Hubraummonster, doch wie sieht es mit der Leistung aus? Hennessey hat zwei hauseigene Raptors auf 600 PS getunt und den Vergleich gewagt.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Hennessey Performance

6,2 Liter Hubraum, acht Zylinder und ein Kompressor – da läuft so manchem Autoenthusiasten mehr Speichel in der Mundhöhle zusammen, als die Donau Wasser bei Überschwemmungsgefahr führt. Das ist die eine, traditionelle Seite. 3,5 Liter Hubraum, sechs Zylinder und zwei Turbos – da kriegen die Technikfanatiker große Kulleraugen, schließlich ist es eine mechanische Meisterleistung, aus so “wenig” Motor so viel Power zu holen. Im ewigen Streit zwischen diesen beiden Lagern wird es garantiert nie einen Konsens geben: Erstere beharren stets auf Sound, Tradition und Puristik, während Zweitere ihre Effizienz und Modernität lieben. Hennessey hat sich jetzt einen 2014er V8-Raptor und einen 2017er V6-Raptor geschnappt, beide auf 600 PS aufgemotzt und sie auf den Drag Strip gestellt. Hier soll die doch eigentlich zentrale Frage nach der Leistung beantwortet werden.

Und ohne das Ergebnis verraten zu wollen, groß ist der Unterschied nicht. Beim Antritt hat einer der beiden Konkurrenten klare Vorteile, aber bald ist der Speed ziemlich ausgeglichen. Ganz am Schluss kommt der Verfolger sogar noch ein Stückchen heran. Unter’m Strich steht jedenfalls: Jeder soll doch fahren, was er oder sie will! In Punkto Power sind die Unterschiede jedenfalls alles andere als gravierend.