Bahno

Skoda 4×4: Gatsch auf Tschechisch

Während der letzten Jahre hat sich der tschechische Hersteller Skoda immer mehr zur Allrad-Marke gemausert. Was sich nicht nur in den Verkaufszahlen der 4×4-Modelle widerspiegelt, sondern auch an der hohen, technischen Kompetenz.

Text: Maximilian Barcelli

Denn wenn du dich da im Gatsch zum nächsten, steilen Hang manövrierst, dort die Bergabfahrhilfe für dich arbeiten lässt und du ganz smooth die nächste Wiese unter dem Gefälle erreichst, bist du vor allem eines: Überrascht. Überrascht von der Geländetauglichkeit, die sowohl Skoda Karoq als auch Kodiaq unter Beweis stellen. Und überrascht, was so ein SUV dann doch alles wegstecken kann – auch, wenn diese Qualitäten der 0815-Kunde wohl nie in Anspruch nehmen wird.

Dabei kann die Marke Skoda auf eine gar nicht so lange Allrad-Tradition zurückgreifen: Erst 1999 produzierten die Böhmen ihr erstes Fahrzeug, bei dem alle vier Stelzen angetrieben wurden. Heute hingegen sieht die Sache schon ganz anders aus: Bereits vier von sieben Modellreihen im tschechischen Portfolio sind mit 4×4 ausgestattet.

Darunter dürfen sich selbstverständlich die zwei SUVs der Marke zählen, die, wie bereits erwähnt, im schweren Gelände richtig überzeugen konnten und einen guten, soliden Eindruck hinterlassen haben. Der große der beiden Brüder ist übrigens auch das Vehikel bei Skoda, das am öftesten als Allradler geordert wird.

60 Prozent der ausgelieferten Kodiaqs waren es 2017, die mit 4×4-Antrieb die heiligen Hallen von Kvasiny verließen. In Österreich, dem Land der Berge, des Allrads, der Kombis und SUVs (das ist aber jedes Land) sind gar 80 Prozent der ausgelieferten Skoda Kodiaqs mit Allrad gesegnet. Und wenn wir schon über Verkaufszahlen und Allrad-Anteile sinnieren: Hierzulande wurden letztes Jahr 6.300 Skoda 4×4-Modelle an den Mann und selbstverständlich auch die Frau gebracht.

Es sind aber natürlich nicht nur die Sport Utility Vehicles, denen die Tschechen Vierrad-Antrieb gönnen – wobei die im Gatsch schon richtig Freude bereitet haben. Skoda Superb und Octavia machen die 4×4-Palette des tschechischen Herstellers komplett. Dabei ist es vor allem der Octavia, der mit einer besonderen Vielfalt verblüfft. Denn neben dem Kombi-Modell und der Limousine, die beide Winterurlaub-tauglich bestellt werden können, bietet Skoda auch noch das Scout-Modell (vergleichbar mit den All-Terrain- und allroad-Modellen von Daimler und Audi) mit Allrad an.

Und dann gibt’s natürlich noch denn Allradler der Tschechen, der alle seine Räder weniger aufgrund der Sicherheit, sondern mehr wegen der der Dynamik, antreibt. Der Skoda Octavia RS – sowohl als Kombi als auch Limousine erwerbbar – greift auf 4×4 zurück, um bei forcierter Fahrweise nicht allzu untersteuernd durch die Kurven zu schlittern. Er pickt am Asphalt wie ein fünf Jahre alter Kaugummi. Und beim Beschleunigen baut das tschechische Sportmodell auch richtig sauber Traktion auf. Tatsächlich war es ja auch der Octavia, der vor bald 20 Jahren der erste Allrad-Skoda war. Seitdem wurden mehr als 700.000 4×4-Modelle verkauft. Tendenz steigend.