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Formel E, DS und E-Mobilität: Wohin geht die Reise?

DS, das war mal so was wie die M GmbH. Nur anstatt deutschen BMWs Speed zu verabreichen, veredelte DS französische Citroens. Nun versucht sich die Nobelmarke als eigener Hersteller – inklusive Rennstall.

Text: Maximilian Barcelli

Es war kein Zufall, dass für diesen räudig schlechten Vergleich die M GmbH und nicht Nismo oder ähnliches herhalten musste. Der DS 7 Crossback nämlich – das erste, eigenständige Modell des noch jungen Autobauers – könnte den deutschen Platzhirschen ein ordentliches Stück vom SUV-Kuchen abnehmen. Auf der anderen Seite ist dieser Kuchen sowieso groß genug und diese Geschichte handelt auch nicht vom neuen Flaggschiff von DS.

Sondern von DS, dem Rennstall. Und so allgemein um den elektrischen Motorsport, die Formel E. Die erfreut sich ja an immer größer werdender Beliebtheit. Das unteranderem, weil es unzählige Menschen gibt, die E-Mobilität in den Himmel heben. Da wird dann plötzlich aus einem Sportbanausen jemand, der bei jedem Rennen mitfiebert. Der Höhenflug der Formel E ist vermutlich auch den Rennumständen geschuldet, sprich: Stadt. Ein jeder Grand Prix ist ein bisserl wie Monaco in der Formel 1. Die Menschen beobachten den Zirkus von ihren Balkonen aus, Rennen und Sightseeing lassen sich ganz wunderbar kombinieren und über die Anreise muss man sich auch nicht den Kopf zerbrechen.

Und dann ist da noch diese Atmosphäre, die ein Rennen mitten in der Stadt mit sich bringt. Die ist durchaus etwas ganz Besonderes – und verwandelte die Stadt der Liebe Paris in die Stadt des lautlosen Motorsports. Und genau da hacken wir jetzt wieder bei DS ein, genauer gesagt bei DS Automobile Virgin Racing. Die kämpfen mittlerweile seit der Saison 2015/2016 mit um die Weltmeisterschaft und mischen das obere Mittelfeld gehörig auf. Dieses Jahr könnte es mit Fahrer Sam Bird tatsächlich etwas werden, der Brite heimste in Paris auf spektakuläre Weise (und zwar auf drei Rädern) den dritten Platz ein. Grundsätzlich ist die Chance allerdings schwindend gering.

Doch auch wenn es diese Saison nicht mit dem Weltmeistertitel klappt, einen Vorteil schöpft der PSA-Konzern durch das Engagement in der FIA Formel E: Man lernt, entwickelt und lässt das neugewonnene Wissen in die Produktion von Serienfahrzeugen einfließen. Was einem so jungem Autobauer wie DS natürlich zu gute kommt. Nicht umsonst planen die Franzosen ab 2025 alle Modelle zu elektrifizieren. Und wir glauben es ihnen! Immerhin starten sie mit den besten Voraussetzungen, DS ist ein unbeschriebenes Blatt. Die Ansage ist also ernst zu nehmen. Das weiß auch Yves Bonnefont, CEO von DS: „Es ist ein großer Vorteil etwas Neues in einer Zeit, in der sich die Industrie so rasch verändert, zu starten. Wir haben die Möglichkeit uns an der Spitze zu positionieren. Das Timing ist perfekt.“

Apropos Timing, lange lassen sich die Franzosen nicht bitten: Die Elektrisierung beginnt schon 2019, dann nämlich wird der DS7 Crossback als Plug-in-Hybrid bei den Händlern stehen. Dieses Jahr surrt allerdings noch mehr Elektrisches seitens DS auf uns zu: Am Pariser Autosalon im Oktober wird das erste, reine Elektro-Auto der Marke präsentieren. Die ein oder andere Studie aus dem Hause DS gibt’s ja schon, jetzt macht man aber – so siehts zumindest aus – Nägel mit Köpfen. Ob man auch im Rennsport den Hammer schwingen wird?