Audi Q8 Concept – Neue Wege bei Audi

Ende der Verwechselbarkeit

Text: Thomas Geiger

Bilder/Video: Audi

Die zweite Auflage des Audi Q7 wurde von Kritikern tüchtig gescholten: Zu groß, zu wenig unterschiedlich vom Vorgänger, zu patschert. Und so gut man den großen Geländewagen nach der ersten Testfahrt auch finden mag, bleibt er der Langweiler unter den Luxuslinern fürs Gemüse. Das haben sie jetzt offensichtlich endlich auch bei Audi begriffen und bereiten mit dem Q8 einen echten Befreiungsschlag vor. Weil es allerdings noch ein gutes Jahr dauert, bis für Schätzpreise jenseits der 70.000 Euro der wahre Leitbulle der Ingolstädter Q-Herde losläuft, stimmen die Herren der Ringe jetzt in Detroit schon einmal mit einer seriennahen Studie auf die neue Zeit ein.

Ende des Einheitsbreis

Der blau lackierte Viertürer macht dabei endlich Schluss mit dem Einerlei der Ingolstädter Designsprache. Deshalb ist der Q8 nicht nur kürzer, flacher und mit der angedeuteten Coupé-Linie natürlich hinten auch deutlich schnittiger gezeichnet als der Q8. Sondern er leistet sich mit seinem aggressiven Grill, den stark modellierten Flanken und dem charakteristischen Abschluss endlich auf jene Eigenständigkeit, die bis auf den Q2 alle anderen Audis vermissen lassen.

Nur unter dem Blech gehen Q8 und Q7 natürlich den gleichen Weg – schließlich nutzen sie auch den gleichen Baukasten. In der Serie dürfte die Palette deshalb vom drei Liter Diesel mit 218 PS bis zum SQ7 mit 435 PS reichen. Auf der Messe allerdings steht der Q8 wenn schon nicht als rein elektrischer Tesla-Fighter, dann zumindest als Plug-In-Hybrid mit 333 PS aus einem V6-Benziner und 100 kW Hilfsleistung des E-Motors. Im Team macht das 439 PS und maximal 700 Nm, mit denen Tempo 100 nach 5,4 Sekunden erreicht sind. Und weil der Stromer mit dem 17,9 kWh großen Akku unter dem 600 Liter fassenden Kofferraum bis zu 60 Kilometer weit alleine fährt, sinkt der Verbrauch zumindest nach der schöngefärbten Norm auf 2,3 Liter und der CO2-Ausstoß geht auf 53 g/km zurück.

Noch ein Jahr warten

Zwar müsste Audi den Q8 im Kampf gegen das angekratzte Image besser heute als morgen bringen und das Jahr bis zur Premiere wird noch eine lange Durststrecke. Doch werden die Bayern ihre Kunden für die lange Wartezeit ordentlich entschädigen und vor allem innen viele technischen Neuerungen des A8 übernehmen: Das virtuelle Cockpit wird deshalb wieder etwas größer und brillanter, das Head-Up-Display fügt sich dank Augmented Reality-Technik noch besser ins Blickfeld ein und statt endlos vieler Tasten setzt Audi künftig konsequent auf Touchscreens. Dann kann man den Fortschritt durch Technik nicht nur endlich wieder sehen, sondern sogar mit den Fingerspitzen fühlen.