• Auto Monks

    Bei eingefleischten Automobilisten gibt es einige Anhaltspunkte für zwänglerisches Verhalten zu finden, wenn man danach sucht.

    von Franz J. Sauer

Zum Beispiel der Radioknopf. Meist kombiniert mit dem Lautstärkeregler. Und wenn man draufdrückt, schaltet man die Anlage auf Pause. Deswegen ist auch dieses notorische Zeichen für Standby auf den Knopf aussen drauf gemalt. Sie wissen schon, der Kreis, der an seiner Unterseite von einem Strich unterbrochen wird, das klassische On-/Off-Icon. Bei BMWs zum Beispiel ist das Zeichen fix auf den Knopf gemalt, dreht sich also beim lauter-/leiser-Drehen mit. Was folgerichtigerweise mit sich bringt, dass das Stricherl nicht immer genau waagrecht steht. Derlei reicht schon, um dem Kollegen S. (Namen der Redaktion bekannt) nachhaltig den Tag zu versauen. Wehe, er übernimmt einen Test-BMW mit nicht akkurat ausgerichtetem Icon. Dann wird das Teil sofort auf Position gebracht und am Lenkrad-Lautstärkeregler nachjustiert bis alles wieder passt. Blöd nur bei Basisversionen ohne Lenkrad-Fernbedienung. Dann wirft Freund S. schon mal die Nerven weg. Und sägt an den unseren, indem er den restlichen Tag über Fahrzeuge aus dem VW-Konzern lobt, weil bei denen nur die Ummantelung des Rädchens drehbar ist, das blöde On-/Off-Zeichen also immer korrekt ausgerichtet stehenbleibt.

Mitgefühl

Wer nun meint, der arme S. sei ein Einzelfall mit Kindheitstrauma oder sonstigen Vorschäden, irrt gewaltig. Wenn er sein diesbezügliches Leid nämlich dem Facebook klagt, gehen die Likes und die verständnisvollen Kommentare in die Tausenden. Und in gewisser Weise kann ich den Spleen vom S. sogar verstehen, plagen mich doch auch gelegentlich Auto-Eigenheiten, die dem Otto Normaldieselverbraucher vermutlich nicht mal auffallen würden.

Die große Sucherei

Ich mag zum Beispiel die neutlich sehr in Mode gekommenen Startknöpfe gar nicht, speziell wenn die Autos rundherum nicht mit einem Keyless-Go-System ausgestattet sind. Regelmäßig passiert es dann nämlich, dass man das Auto per Schlüssel aufblippt, diesen dann achtlos irgendwo ablegt, weil ja zum Starten nicht benötigt und dann beim Aussteigen die große Sucherei beginnt. Überhaupt hat das Erwecken eines Verbrennungsmotors per Schlüsseldrehung eine immense Erotik, wie ich finde. So meine ich etwa, durch gefühlvolles Schlüsseldrehen auch lange nicht mehr gefahrene Motoren mit fast entleerten Batterien wieder sensibel ins Leben rufen zu können, was per Startknopf freilich unmöglich ist.
Furchtbar mühsam sind auch diese selbst runterfahrenden Aussenspiegel, deren Zweck es ist, die Felgen vor Randsteinschäden zu bewahen. Bloß: was bringt mir eine xunde Felge, wenn ich zuvor die ganze Seite des vor mir Parkenden abräume, weil ich sie nicht im Spiegel sehe?

Pfeilchen schlau

Gewöhnt hab ich mich mittlerweile an die Mühsal, dass Tankstutzen nicht immer an der selben Fahrzeugseite zu finden sind. Vor allem, seitdem man mir verklickerte, dass ein kleiner Pfeil in der Tankanzeige diesbezüglich um Beachtung heischt …

Wehe, er übernimmt einen Test-BMW mit nicht akkurat ausgerichtetem Icon. Dann wird das Teil sofort auf Position gebracht und am Lenkrad-Lautstärkeregler nachjustiert bis alles wieder passt.

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