Feuerwerk

BMW M3 „30 Jahre M3″

Man hatte was zu feiern bei BMW: 1986 erschien der erste BMW M3 und damit die Kompaktklasse erstmals im Supersportsegment. Man beging das Jubiläum mit einer auf 500 Stück limitierten 450-PS-Rakete – und wir fuhren die Nummer eins.

Text: Franz J. Sauer / Fotos: Eryk Kepski

Mit limitierten Dingen ist das so eine Sache. Begehrlichkeiten werden gesteigert, der Besitzer fühlt sich privilegiert. Und von jetzt auf gleich wird aus dem Neuwagen ein wertvoller Klassiker. Porsche beherrscht das Spiel mit den Sonderserien seit Jahren perfekt, auch BMW landete mit dem Jubiläums-M5 vor zwei Jahreneinen guten Treffer. Grund genug also, auch zum Jubiläum des lange Zeit kleinsten M-Modells was Ordentliches auf vier Räder zu stellen. Und dass sich die Nummer 1 der 500 „30 Jahre M3“ ausgerechnet in den österreichischen Presse- Fuhrpark verirrte, freute uns Jäger und Sammler natürlich ganz besonders.

Nichts anderes als Brachialität haben wir erwartet, als wir uns dem in feierlichem Macaoblau (gabs schon 1986) gehaltenen Sport-Bayern näherten, nichts anderes bekamen wir geliefert. Schraubstöcke von Sportsitzen filtern aus deinem Sitzfleisch, was du gestern zu viel gegessen hast, die Lenkung ist brutalst direkt und mit dem bösen SMG-Getriebe sollte man sich nicht unausgeschlafen anlegen. Traurig war die Erkenntnis, dass man sich für den Infight mit dieser Rakete bereits eine Spur zu alt (und zu vernünftig) wähnt – das war mit dem E 46 CSL damals in der Kalten Kuchl noch eher im Rahmen des Sich-Traubaren.

Der Feier-M3 hat nicht nur mehr Leistung und Sportsgeist als der normale, er kostet auch um die 10 großen Scheine mehr. Das stört den Sammler aber sicher nicht. Man bekommt schließlich eine Menge kompromissloses Sportauto dafür.

:Infoporn
Hubraum: 2.979 ccm
Leistung: 450 PS
Verbrauch: 8,8 l / 100 km
Drehmoment: 550 Nm
Beschleunigung von 0-100 in: 4,0 Sek.
Spitze: 280 km/h
Gewicht: 1.610 kg
Preis: 109.611 Euro