Sportlicher sporteln

BMW zündet den M3 CS

Der BMW M4 hat die CS-Behandlung schon im Frühling abgekriegt, nun folgt auch sein kleiner Bruder, der M3. 1.200 Stück der Sportlimousine werden von den Münchnern so nah wie nur irgend möglich an den Rennsport gebracht, ohne die Straßenzulassung einzubüßen.

Text: Jakob Stantejsky

Wer sich jetzt auf einen fetten Sack voll Pferdestärken freut, wird vom M3 CS bitterlich enttäuscht sein, denn BMW arbeitet hier nicht mit dem Fleischermesser, sondern mit äußerst feiner Klinge. So steigt die Leistung des Dreiliter-Biturbo-Reihensechszylinders nur ganz sanft um 10 PS auf 460 an und das Aggregat wuchtet nun 600 statt 550 Newtonmeter Drehmoment auf die Hinterachse. In schlanken 3,9 Sekunden donnert man dann auf Landstraßentempo, von dem aus es bis 280 km/h fröhlich weitergeht, bevor die Elektronik den Spielverderber gibt. Gekuppelt wird serienmäßig doppelt. Unter der Motorhaube fallen die Verschärfungen also eher unscheinbar aus und entsprechen exakt jenen vom M4 CS.

Die neue Sportabgasanlage hingegen haben die Bayern extra auf ihren jüngsten Spross abgestimmt, damit auch wirklich jeder letzte Tropfen Leistung ausgequetscht werden kann. Das müssen die restlichen Verkehrsteilnehmer natürlich auch auf die Nase gebunden bekommen, weshalb der M3 CS mit vier fetten Auspuffrohren daherböllert. Auch eigens dem Münchner gewidmet sind die Fahrwerksgeometrie und sämtliche Regelsysteme, die jeweils passgenau auf den M3 CS zugeschnitten wurden.

Besonders wichtig ist im M3 CS das Thema Leichtbau. So bestehen die Motorhaube, das Dach, die Frontschürze, der Heckdiffusor, die Splitter und die exklusive Abrisskante hinten allesamt aus dem Lieblingsstoff aller Tuner: Karbon. So sinkt das Leergewicht um zehn Kilo auf 1.585, im Vergleich mit dem normalo-M3. So sehr BMW hier also um jedes Quäntchen Renntauglichkeit ringt, so luxuriös geht es dennoch im Interieur zu. Hier dominieren Leder und Alcantara in Hülle und Fülle, auch wenn man selbstredend auf Sportsitzen im Leichtbau-Stil Platz nimmt. Wenn man seinen Gasfuß also zügeln kann, geht der M3 CS fast doch noch als Premiumlimousine durch. Aber können und wollen sind zwei ganz unterschiedliche Dinge, wie wir alle wissen.

Ab März basteln die Bayern im schönen Regensburg dann die angesprochenen 1.200 Stück der Supersportlimo, zu deren Preis BMW sich noch bedeckt hält. Schnäppchenjäger dürften jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Röhre schauen – diese mutige Prognose erlaube ich mir.