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Cadillac Escala: Schaustück für Schöngeister

Cadillac enthüllt das Konzept „Escala“

Schaustück für Schöngeister

Cadillacs Sturm aufs europäische Oberhaus geht weiter: Erst der CT6 als intelligente Antwort auf S-Klasse & Co, dann der XT5 als Alternative zu X5 oder GLE – und jetzt sind die großen, viertürigen Coupés an der Reihe.

von Thomas Geiger

Cadillac fährt gerade die größte Produktoffensive in der 114jährigen Marken-Geschichte und nimmt als nächstes den neuen Porsche Panamera, den Mercedes CLS und den BMW 6er Gran Coupé ins Visier.

Dafür haben die Amerikaner im Vorprogramm des Concours d’Elegance in Pebble Beach an diesem Wochenende vor vielen Hundert geladenen Gästen in einer Luxusvilla über der Bucht von Monterey den Escala enthüllt: 5,35 Meter lang, mit den bekannt geraden Linien und scharfen Kanten gezeichnet, von OLED-Scheinwerfern beleuchtet. Mit einer großen, weit ins Dach gezogenen Heckklappe und vier rahmenlosen Türen versehen, gibt er die Limousine für Schöngeister und macht dabei seinen Namen zum Programm. Denn Escala steht im Spanischen für jenen „Maßstab“, den die Amerikaner mit diesem Auto in der Oberklasse setzen wollen.

„Der Escala ist ein Konzeptfahrzeug mit zwei klaren Zielen“, sagt Markenchef Johan de Nysschen: „Er setzt ein Statement für den nächsten Schritt unserer Designsprache und unserer Technologie. Und er unterstreicht den aufstrebenden Charakter von Cadillac und signalisiert die Rückkehr der Marke an die Spitze.“

Dabei setzen die Amerikaner auf zwei ganz unterschiedliche Charaktere, die sich in diesem Fahrzeug vereinen. Denn zum einen soll des Escala ein Fahrer-Auto sein, das man am liebsten gar nicht mehr aus der Hand geben möchte. Und zum anderen will es eine luxuriöse Limousine sein, in der man genauso gerne in der zweiten Reihe Platz nimmt und sich von der Technik verwöhnen lässt.
Entsprechend dual hat Designchef Andrew Smith das Interieur gestaltet. Vorne ist der Escala deshalb geprägt von einer technoiden Atmosphäre mit drei extrem dünnen, gekrümmten OLED-Bildschirmen in einem ansonsten nahezu nackten Cockpit. Und hinten sitzt man in einer luxuriösen Lounge, deren Sessel sich zu Liegen verwandeln lassen, während aus den Rücklehnen der Vordersitze Tablet-Computer herausklappen.

Ungewöhnlich ist dabei die Materialauswahl. Wo Cadillac sonst auf Lack und Leder setzt und auch innen viel Chrom funkeln lässt, ist der Escala vergleichsweise nüchtern und trotzdem nobel gestaltet – mit vornehmen Stoffen, die Cadillac bei seinen Partnern aus der Modebranche bestellt hat. Zusammen mit den hellen Farben und ganz wenigen, dunklen Hölzern ergibt das ein fast skandinavisches Ambiente und der Escala könnte fast auch als Volvo durchgehen.

Offiziell ist der Escala noch eine Studie und sein 4,2 Liter großer V8-Motor mit Zylinder-Abschaltung nur ein Entwicklungsprojekt. Doch mit zwölf Milliarden Dollar in der Kriegskasse und einem ambitionierten Aufstiegsplan wird de Nysschen nicht lange auf die Umsetzung warten müssen. Gut möglich, dass im Cadillac Villa über Pebble Beach deshalb nächstes Jahr um diese Zeit wieder „Full House“ ist.

Bernhard Katzinger

War bis 2017 Teil der Motorblock-Redaktion.

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