Mit einer Orange den Tesla Autopilot austricksen!

Obst vs. High-Tech

Mit einer Orange den Tesla Autopiloten austricksen!



Hochtechnisierte Autos könnten ja laut Herstellern schon jetzt vollkommen selbstständig fahren, doch in den meisten Ländern ist ihnen das per Gesetz verboten. Daher funktionieren die Autopilot-Features auch nur, wenn die Hand (zumindest immer wieder) am Steuer ist. Der Tesla Autopilot lässt sich jedoch per Orange überlisten, wie ihr im Video sehen könnt.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: JRTJunk



Ich sage es jetzt einmal und dann nicht mehr: Probiert diesen Trick bitte auf keiner öffentlichen Straße oder sonstwo in der Gegenwart Anderer aus, denn narrensicher ist die Methode garantiert nicht. Außerdem macht man sich im Schadensfall möglicherweise zusätzlich strafbar – ich bin allerdings kein Anwalt und kann euch das daher nicht genau aufschlüsseln. Lasst es einfach bleiben.

Nichtsdestotrotz ist es schon recht amüsant, dass ein zwei Tonnen schweres Ungetüm aus Metall, vollgestopft mit Technologie und Ingenieurskunst, sich von einer einzelnen kleinen Orange so pflanzen (SUBTILER WORTWITZ!) lässt. Der Sensor, der die Aufmerksamkeit des Lenker überprüft, scheint jedenfalls nur auf simplen Druck zu reagieren und daher reicht ein eingequetschtes Stück Obst vollauf, um dem Auto vorzugaukeln, dass es sich eh in besten Händen befindet. Somit fällt das Handanlegen prompt flach und man kann sich ohne nerviges Gepiepe in den Sitz fläzen. Höchstwahrscheinlich funktioniert das Kunststück auch bei den meisten anderen Herstellern – ein Einzelfall wird das Model S wohl nicht sein. Ich habe aber leider in Wien keine schnurgerade Straße mitten in der Wüste zur Verfügung, um es auszuprobieren. Unter’m Strich bleibt stehen: Obst: 1 – High-Tech: 0.

Citroen 2CV Fourgonette vs. VW Up GTI

Ente auf Speed

Citroen 2CV Fourgonette vs. VW Up GTI



Die Pressetermine für Autopräsentationen gleichen sich stets mehr oder weniger: Der jeweilige Hersteller schlägt irgendwo die Zelte auf und lädt ein paar Wochen lang Motorjournalisten aus aller Welt ein, die dann das Objekt der Begierde bestaunen und antesten dürfen. So auch beim VW Up GTI, der in und um Nizza vorgestellt wurde. Bei der Ausfahrt wurde der englische Kollege Andrew Brady Zeuge des waghalsigsten Fourgonette-Fahrers aller Zeiten.

Text: Jakob Stantejsky



Ob der rasende Franzose beweisen wollte, dass so ein popliger neuartiger Kleinwagen aus Deutschland seiner altgedienten 2CV Fourgonette nicht das Wasser reichen kann, oder ob er einfach nur aus Spaß an der Freude die Grenzen der Physik auslotete, kann ich leider nicht beurteilen. Vielleicht raucht er den Berg ja jedes Mal in dieser Manier rauf – macht sicher Gaudi. Zumindest solange man sich sicher ist, dass das geliebte Vehikel den Zentrifugalkräften standhält, denn der Oldtimer geht bei dieser Fahrt Winkel ein, die eigentlich eher für Motorräder gedacht sind. Andererseits handelt es sich bei der Fourgonette ja noch um traditionelle Wertarbeit – die kippt sicher nicht so leicht um wie so manches Elchtest-Opfer

So oder so, ich habe vollsten Respekt vor dem Wahnsin- ähm…Enthusiasten, der die Up GTI-Testfahrt sicher zu einem der besondersten Pressetermine in Andrew Bradys Motorjournalistenleben gemacht hat.

Land Rover Defender Works V8: 405 PS-Defender!

405 PS-Defender

Der Land Rover Defender Works V8



Dass der Defender eine wahre und unantastbare Offroad-Legende ist, muss ich euch nicht erzählen. Aber Land Rover zollt seinem Geländewagen zum 70. Geburtstag nun auf eine ganz besondere Art und Weise Respekt: Die Spezialedition Defender Works V8 kommt mit einem 5,0 Liter-Achtzylinder, 405 Pferdestärken und ausuferndem Luxus daher.

Text: Jakob Stantejsky



Eigentlich mussten wir schon im Januar 2016 Abschied vom Defender nehmen, da zu diesem Zeitpunkt nämlich seine Produktion endgültig beendet wurde. Ganz so genau nehmen es die Herren aus Sollihull aber offenbar doch nicht und schießen ihrer Legende jetzt zum 70er 150 Exemplare einer ganz besonderen Sonderedition hinterher. Der Fünflitervauacht wurde natürlich nicht eigens für den Offroad-Jubilar gebaut, sondern stammt von Range Rover. Im Defender heißt es allerdings back to the roots und so gibt es statt eines Kompressors einen waschechten Saugmotor mit fetten 515 Newtonmetern Drehmoment.

Getriebetechnisch geht es jedoch höchst modern zu, dank der up-to-date-Achtgangautomatik. Weil das alles noch nicht genug Sportlichkeit vermittelt (und weil der Defender ohne wohl unzähmbar werden würde), gibt es auch noch ein Sportfahrwerk mit allem Drum und Dran obendrauf, dank dessen man in 5,6 Sekunden auf 96 km/h sprinten kann, ohne um sein Leben zu bangen.



Ich sprach doch vorher von Luxus im Übermaß, nicht wahr? Land Rover hat sich nicht lumpen lassen und bietet den Defender Works V8 nicht nur in acht Farben an, die auch das Interieur betreffen, sondern schafft im Innenraum eine opulente Windsor-Lederlandschaft in deren Herz ein extra entwickeltes Infotainmentsystem von Land Rover Classic steckt. Das bleibt dem Oldschool-Look treu und bietet trotzdem alle wichtigen Funktionen, die man heutzutage eben so braucht und will. Als Schmankerl gibt es auch noch Recaro-Sportsitze für den Defender, der so fast schon zu einem eigenen Modell mutiert.

Dieses schlägt mit lockeren 169.000 Euro mindestens zu Buche und kommt sowohl als Defender 90, wie auch als Defender 110 daher. In Zukunft will Land Rover zumindest Teile der Umbauten auch als Modifikationen für Jedermanns Defender der jüngsten Generation anbieten. Der Defender Works V8 wird jedenfalls der schärfste Defender aller Zeiten.

Corbellati Missile: Das schnellste Auto der Welt?!

Das schnellste Auto der Welt?!

Corbellati Missile


Wie heißen sie nicht, jene Fixsterne am Hypercarhimmel, die hart darum kämpfen, als allererste die 300 Meilen pro Stunde aus ihren Boliden zu quetschen! Hennessey ist mit dem kommenden Venom F5 angeblich drauf und dran. Koenigsegg hält mit dem Agera RS zumindest den Weltrekord von 0 auf 400 und 0 und Bugatti verkündet sowieso, dass der Chiron nur noch von seinen Reifen zurückgehalten wird. Jetzt schlägt die Juweliersfamilie Corbellati auf und behauptet, schon dieses Jahr in Genf das schnellste Auto aller Zeiten präsentieren zu können. 500 km/h hat die Missile angeblich drauf.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Corbellati Hypercars



Ich spreche es ganz offen und ehrlich aus: So richtig kann ich der ganzen Geschichte noch keinen Glauben schenken. Immerhin haben sich die ambitionierten Einsteiger aber auch eine Deadline gesetzt, schließlich soll die Corbellati Missile schon auf dem Auto Salon in Genf vorgestellt werden, der ja bereits am 8. März startet. Spätestens dann werden wir wissen, wieviel hinter der großen Klappe wirklich steckt. Wobei, “gigantisch” passt wohl eher zu dem angedachten Monstrum. Denn unter der Haube der Rakete haust laut Website des zukünftigen Herstellers ein 9,0 (NEUNKOMMANULL) Liter-Twinturbo-V8 mit vier obenliegenden Nockenwellen, der eintausendachthundert (1800!) Pferdestärken ausspucken soll. Diese Naturgewalt spendiert ihre geballte Wucht ausschließlich der Hinterachse, und das über ein manuelles Sechsganggetriebe. Falls all diese Daten wirklich so stimmen, handelt es sich bei der Corbellati Missile wohl nicht nur um das schnellste, sondern auch das brutalste Auto aller Zeiten – bisher.

Doch wie gesagt, ich traue der heilen Hypercarwelt nicht so recht. Denn noch nie hat es ein Nobody überstanden, wenn er gleich in die Spitze der Automobilbranche vorgestoßen ist, beziehungsweise es großkopfert angekündigt hat. Außerdem – wenn die oben genannten, genialen Autobauer schon an ihre und die Grenzen der Physik stoßen, wie soll Corbellati Hypercars plötzlich alles umkrempeln können? Gespannt bin ich auf jeden Fall und natürlich hoffe ich, dass sich die Missile in Genf dann nicht als Rohrkrepierer oder realitätsfernes Konzept entpuppt.

Der Rolls-Royce Cullinan am Nürburgring

Schlachtschiff auf Kurvenhatz

Der Rolls-Royce Cullinan am Nürburgring



Rolls-Royce baut zwar unglaublich hochwertige Karossen mit viel Power, doch für flinke Sportwagen sind die Engländer nicht gerade bekannt. Die Nordschleife hingegen ist berühmt-berüchtigt als härteste Rennstrecke der Welt, auf der nur die besten Rennboliden bestehen. Wenn Rolls-Royce also ein gigantisches Luxus-SUV baut und das dann auf den Nürburgring schickt, ist das Scheitern schon vorprogrammiert – oder?

Text: Jakob Stantejsky / Foto: autoevolution



Dem Rolls-Royce Cullinan dabei zuzuschauen, wie er sich durch die grüne Hölle quält, macht fast mehr Spaß, als wenn ein hochgezüchteter Rennwagen das tut. Denn bei denen schaut das alles immer so leicht und mühelos aus, da kommen die Kräfte gar nicht so sehr zum Vorschein. Zumindest im Video – im Auto selbst geht es munter genug zu. Aber das Ober-SUV aus England liegt in jeder Kurve wie Marcel Hirscher bei einer Fahrt auf Biegen und Brechen den Ganslernhang runter. Außerdem quietschen und kreischen die Reifen, dass es eine wahre Freude ist. Klar, großer Rennsport sieht anders – anmutiger – aus, doch gutes Entertainment bietet der Cullinan allemal. Und er demonstriert eindrucksvoll, dass auch ein (wahrscheinlich) über zweieinhalb Tonnen schweres, hochbeiniges Vehikel ordentlich über die Nordschleife fetzen kann.

Viel ist noch nicht bekannt zu Rolls-Royce’ erstem Ausflug ins Gelände. Allradantrieb wird er haben, eh klar. Der V12, der schon aus anderen Modellen bekannt ist, wird auch im Cullinan zum Einsatz kommen, aber ob er vielleicht elektrisch unterstützt wird, steht noch in den Sternen. Außerdem wird auch der fünfeinhalb Meter lange Luxus-Offroader auf der Aluminium Spaceframe-Architektur aufbauen, die schon den neuen Phantom getragen hat. Ihr seht, man ertrinkt nicht gerade im Informationsfluss. Aber das kann ja noch werden, schließlich soll der Cullinan noch im Laufe dieses Jahres enthüllt werden.

Wie man einen Mustang nicht verlädt

So nicht!

Wie man einen Mustang nicht verlädt



Showcars sind nicht Jedermanns Sache, aber die Liebhaber dieser Vehikel hüten sie meist wie ihren Augapfel. Umso härter muss einen der Schock treffen, wenn der Lieferant mit dem brandneuen 1965er Ford Mustang erst von der Rampe kracht und dann spurlos verschwindet.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: G B



Ganz ehrlich, wenn irgendsoein angeblich kompetenter Typ Geld dafür nähme, mein Auto zu verladen und dann das dabei herauskommt, wäre ich wahrscheinlich schon haß genug. Klar, jeder macht Fehler – aber bei einem rein heckgetriebenen Sportwagen auf zwei schmalen, glatten Metallrampen so Gas zu geben, dass die Räder durchdrehen, zeugt schon von enormer Beschränktheit. Gut, wahnsinnig viel Schaden hat der Rumms hoffentlich nicht angerichtet, aber bei einem frisch erstandenen Showcar wie diesem ist jeder Kratzer ein mittleres Drama.

Es kommt aber erstens immer schlimmer und zweitens, als man denkt. Denn laut dem Besitzer ist der Trucker nach endlich überstandener Verladung spurlos verschwunden! Ganz klar drückt sich der Inhaber auf YouTube nicht aus, aber offenbar musste er sein Schmuckstück knapp eine Woche später selbst beim Fahrer ausfindig machen, wo es bereits ausgeladen herumstand. Zu allem Überfluss wollte der Übeltäter auch noch verhindern, dass das Auto auf Schäden geprüft wurde und legte dem Besitzer durch die Blume nahe, den Mustang zu nehmen und sich zu schleichen. Die Rechnung kriegt er jetzt selbst präsentiert, da in der Folge natürlich die Polizei eingeschaltet wurde. Rechts geschieht’s ihm!

Messerundgang Detroit Motor Show 2018

Messerundgang

Detroit Motor Show 2018



Flimmernde Bildschirme, scharfe Sensoren, surrende Elektromotoren und schnelle Rechner – es ist noch keine zwei Wochen her, da hat sich in der Autowelt niemand für Leistung und Drehmoment interessiert. Denn da war CES in Las Vegas und die Blechbieger aus der alten Welt haben sich mit visionären Studien, autonomen Prototypen und serienreifen Elektrofahrzeugen fit gemacht für die Zukunft. Doch mittlerweile haben sie die Zeitmaschine wieder abgestellt und sind im hier und heute angekommen. Das ist in diesem Fall die Motor Show in Detroit und wie in weiten Teilen des größten Automobilmarkts der Welt will dort von Bits und Bytes niemand etwas wissen. Statt dessen geht es in der Cobo Hall einmal mehr um Hubraum, Blech und Stahl – und davon bitte möglichst reichlich.

Von Thomas Geiger



Diesem Wunsch kommt die PS-Branche diesmal gründlicher nach als in den letzten Jahren. Nicht umsonst sonnen sich mit dem Chevrolet Silverado und dem Ram 1500 zwei der drei meistverkauften Pick-Ups auf dem US-Markt im Premieren-Licht. Weil der F-150 als Bestseller noch recht frisch ist, schiebt Ford als kleinen Bruder für den Golf der Amerikaner den neuen Ranger nach. Und selbst die deutschen Hersteller haben noch etwas aufpoliertes Altmetall. Denn nachdem der US-Markt der G-Klasse in den letzten zehn Jahren das Überleben gesichert hat, revanchiert sich Mercedes mit einer Weltpremiere der besonderen Art: 39 Jahre nahezu unverändert gebaut, gibt ausgerechnet hier in Detroit noch einmal ein neuer Vierkant aus Graz seinen Einstand und beweist, dass manche Legenden unvergänglich sind und über der Zeit stehen.



Zwar wirken diese wichtigen Neuheiten alle ein bisschen als wären sie von Gestern. Doch natürlich haben sich auch die G-Klasse und die großen Pick-Ups der Evolution gebeugt und sich aufgemacht in die Zukunft. Der Vierkant aus Graz fährt deshalb vorne jetzt mit Einzelradaufhängung und hat drinnen ein Hightech-Cockpit wie die S-Klasse, der der Ranger bekommt eine vergleichsweise innovative Zehngang-Automatik. Und während die Deutschen in Amerika dem Diesel aus gutem Grund abgeschworen haben, propagieren plötzlich die Big Three selbst den Selbstzünder und lassen ihre Pick-Ups nageln. Nicht umsonst stehen der F-150 und der neue Silverado zum ersten Mal als Öltanker auf der Messe.



Neben den Pick-Ups dreht sich in Detroit vieles um klassisch geschnittene Limousinen, die in den USA einen viel größeren Marktanteil haben als etwa in Europa. Nicht umsonst hat VW eigens für die Amerikaner noch einmal einen neuen Jetta entwickelt und dabei zum ersten Mal in den Modularen Querbaukasten gegriffen. So wird aus dem spießigen Bruder des Golfs plötzlich eine schmucke Passat-Petitesse, die diesmal allerdings nicht nach Europa kommt. Das gilt auch für den Toyota Avalon als vornehme Ausgabe des Bestsellers Camry sowie für den Forte, mit dem Kia sehr erfolgreich just gegen Jetta & Co antritt.



Rustikale Pick-Ups und Geländewagen zu Hauf und jede Menge langweiliger Limousinen – aber Autos mit ein bisschen mehr Fun und Finesse muss man in Detroit diesmal etwas länger suchen – und welche, die Spaß machen, erst recht. Doch so ganz ohne Lust, Leistung und Lifestyle geht es offenbar selbst in Motown nicht. Deshalb zeigt Mercedes-AMG hier seine neuen 53er-Modelle für CLS und die Zweitürer der E-Klasse mit einem modernisierten V6-Benziner von 435 PS, Audi stellt zum ersten mal den A7 vor großes Publikum und BMW zieht das Tuch vom aufgefrischten Mini und noch einmal ganz offiziell vom X2. Dazu gibt es von Ford – allerdings nur für den US-Markt – einen auf 335 PS aufgerüsteten Edge ST und einen Mustang mit 475 V8-PS im Look des legendären Bullit. Und auch die Asiaten gönnen sich mit Autos wie dem Hyundai Veloster zumindest ein klein bisschen Spaß.



Sie sind es auch, die den Blick ein wenig weiter schweifen lassen und doch ein paar Studien mit nach Detroit gebracht habe. Allerdings sind auch die näher an der Wirklichkeit als die Visionen aus Las Vegas. Denn die Hybrid-Limousine Honda Insight trägt das „Concept“ nur noch als Alibi für die späte Markteinführung, aus dem Lexus LF1 Limitless wird schon bald der neue RX, der Infiniti Q Inspiration gibt einen relativ konkreten Ausblick auf den Nachfolger des aktuellen Q50, der Nissan Xmotion hat das Zeug zum Nachfolger des in Amerika sehr erfolgreichen X-Terra und aus dem Toyota FT-4X könnte schon bald ein kleiner Lifestyle-Allradler werden, der dem Jeep Wrangler ans Leder will – und damit doch wieder in der Vergangenheit fährt.


JP Kraemer checkt für GRIP komische Karren

Für GRIP – Das Motormagazin

JP Kraemer checkt komische Karren



JP Kraemer gehört im deutschsprachigen Raum zu den absoluten Superstars im Bereich der automobilen Unterhaltung. Acht Jahre lang war er mit den PS-Profis unterwegs, er betreibt einen sehr erfolgreichen YouTube-Kanal und jetzt ist er zurück im TV. Für GRIP – Das Motormagazin checkt der 37-jährige seit letztem Sonntag jede Woche ein besonders besonderes Auto ab. Wie etwa ein selbstgebautes Batmobil mit Sägeblatt auf der Motorhaube.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: GRIP – Das Motormagazin



Also dieses Batmobil sucht nun wirklich seinesgleichen und dementsprechend bin ich ein Bisschen skeptisch, ob JP nächsten Sonntag um 18:00 tatsächlich etwas aus dem Hut zaubern kann, das auch nur annähernd mithalten kann. Die Kreissäge auf der Motorhaube finde ich übrigens ganz wunderbar, so verschafft man sich im hektischen Stadtverkehr gleich eine nette Portion Respekt und bewegt auf der Überholspur den schleichenden Vordermann garantiert in Rekordgeschwindigkeit zum Spurwechsel. Auch sonst ist der ehemalige Ford Granada, der sich in zehnjähriger Kleinarbeit seines Besitzers Konstantin Koon zum Batmobil gemausert hat, nicht von schlechten Eltern.

Die gesamte Verkleidung ist tatsächlich aus Blech und nicht etwa aus Plastik oder gar Pappmaschee. Die Heckflügel sind bei Bedarf einklappbar und der Tribünenauspuff samt Beleuchtung macht auch Einiges her. Angetrieben wird das Batmobil vom originalen Granada-2,8 Liter-V6, der – jetzt die Enttäuschung – leider nur 150 PS mitbringt. Falls ihr euch fragen solltet, wieso der liebe Konstantin solch eine Kreation erschaffen hat; er arbeitet als Designer und Künstler und damit hat dann sowieso alles seine Daseinsberechtigung. Die ganze Folge vom letzten Sonntag findet ihr übrigens hier.

Ein Honda-Formel 1-V10 steht zum Verkauf

Ein Mugen-Honda aus 1993/94

Dieser Formel 1-V10 steht zum Verkauf



MF-351 lautet die genaue Bezeichnung des Schmuckstücks, das man derzeit auf racecarsdirect.com um mehr oder weniger schlappe 10.000 Euro erstehen kann. Das Aggregat befeuerte Autos von Footwork Arrows, in denen Aguri Suzuki und Derek Warwick das Gaspedal bearbeiteten. Doch vielleicht heißt der nächste glückliche Betreiber ja [insert your name here]!

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Silvano Caira/racecarsdirect.com



In letzter Zeit finden sich allerhand dubiose Angebote für wirklich außergewöhnliche Motoren in den Weiten des Internets. Aber nur 10.000 Euro für das Aggregat eines Autos, das insgesamt wohl Abermillionen wert ist? Irgendwie kann das doch nicht stimmen, oder? Das denkt nicht nur ihr euch, sondern ich mir ebenso. Die in der Anzeige enthaltene Beschreibung lässt schwer zu wünschen übrig, genauer gesagt steht dort nur der Name des Motors und “EMPTY”. Höchstwahrscheinlich fehlen also im Inneren eine ganze Menge Teile, die unabdingbar wären, wollte man das gute Stück zum Laufen kriegen. Doch lasst uns die Vernunft mal beiseite schieben und nehmen wir an, jemand kauft die Rarität tatsächlich und möchte sie in sein Auto einbauen – was wäre dafür nötig?



Abgesehen von den fehlenden Teilen bräuchte man natürlich einen Anlasser, der bei solch einem hochgezüchteten Monstrum natürlich auch nicht gerade das 08/15-Teil von der Stange sein darf. Außerdem muss so ein Rennmotor vor dem Start aufgeheizt werden, genau wie das zugehörige Öl – sonst wird es nix mit dem flotten Vergnügen. In Punkto Kühlung stellt das Ding sicher auch nicht gerade die einfachsten Anforderungen. Und last but not least war da doch etwas mit Formel 1-Motoren…wie lange halten die denn meistens? Eieiei, das könnte zum Problem ausarten. Denn selbst wenn man ein neues Mapping für den Motor anlegt und so die maximale Drehzahl herabsetzt, wird aus dem Formel 1-V10 wohl so schnell kein Dauerläufer werden.

Alles in allem schaut es wohl nicht gar so gut aus mit dem Traum des Projektautos mit Formel 1-Motor, das muss selbst der fanatischste Bastler einsehen. Doch wie wäre der Mugen-Honda als Couchtisch-Standbein? Einfach eine Glasplatte drauf und schon hat man die exklusivste Inneneinrichtung der Stadt. Mit 10.000 Euro kommt man damit sogar sicher noch billiger weg als bei so manchem Designer…

Dieser Toyota GT86 hat einen V10 von BMW

GT86 auf Speed

Dieser Toyota hat einen V10 von BMW



Wenn mir jetzt jemand erzählen würde, er würde seinem Toyota GT86 einen neuen Motor verpassen, würde ich höchstwahrscheinlich reflexartig an einen Klassiker wie den 2JZ aus dem japanischen Hause denken. Was ganz sicher nicht nahe liegt, ist ein monströser V10 aus dem BMW M5 E60. Doch die Männer von Zoom Garage haben genau dieses Aggregat in den flinken Asiaten gestopft.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: High Performance Academy



Ihr fragt euch jetzt wahrscheinlich, wieso die Australier diese Bestie erschaffen haben. Gut, einerseits wäre der Spaß an der Freude in diesem Fall wohl schon ein akzeptables Argument. Doch so einfach ist es nicht! Denn mit ihrem Toyota GT86 feat. BMW S85 V10 hatten sie tatsächlich etwas ganz Konkretes vor: Die World Time-Attack Challenge 2017 sollte in Angriff genommen werden. Dafür wurde in etwas mehr als lächerlichen zwei Monaten dieses Monstrum erschaffen, was schon an und für sich einen Rekord darstellen könnte. Schlussendlich schaute in der Open Class nur der 22. und vorletzte Platz heraus, aber 2018 werden die Australier sicher wieder an den Start gehen und dann ist ihr Schmuckstück wohl auch voll ausgereift.

Ich muss zugeben, Platzierungen und Ähnliches interessieren mich momentan eher mäßig, da ich von dem rein technischen Aspekt noch viel zu erstaunt bin. Dass der V10 überhaupt in den GT86 passt, wundert mich ja schon, wird aber verständlicher, wenn man die damit verbundene Arbeit beleuchtet. Denn das manuelle Sechsganggetriebe, das wiederum von einem BMW M3 E92 stammt, musste ordentlich umgebaut werden, bevor man mit den gegebenen Dimensionen arbeiten konnte. Das Gesamtgewicht stieg im Endeffekt nur leicht an und die Gewichtsverteilung befindet sich mit 52:48 (Front zu Heck) ebenfalls im grünen Bereich. Um diesen ganzen Artikel kurz zusammenzufassen: In dem kleinen Toyota GT86 steckt ein 5,0 (FÜNFKOMMANULL!) Liter-V10, der satte 520 PS leistet. Kann man machen.