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Lorenzo im Formel 1-Boliden

Racer bleibt Racer

Jorge Lorenzo im Formel 1-Boliden

Wie geschickt stellt sich ein Formel 1-Fahrer auf einem Moto GP-Motorrad an? Und umgekehrt: Wie schnell ist ein Moto GP-Champion auf vier Rädern? Zugegeben, zum ersten Mal werden diese Fragen nicht gestellt. Wir erinnern uns an Michael Schumacher auf der Ducati, oder an Valentino Rossi im Ferrari.



Jorge Lorenzo ist schon der vierte Moto GP-Weltmeister, der Testfahrten in einem Formel 1-Wagen bestreitet. Nichtsdestoweniger ist er sichtlich ein wenig nervös, bevor er den Mercedes AMG Petronas Boliden besteigt und auf den legendären Kurs von Silverstone hinausfährt.

„Ein Motorrad zu fahren ist ein bisschen wie gehen für mich“, sagt Lorenzo, „das Formel 1-Auto ist dagegen etwas vollkommen Neues.“ Was folgt, ist keine Überraschung: Dumm stellt er sich nicht an, der Spanier. Ein Racer bleibt nun einmal ein Racer!

Trotzdem ist das Video ein Genuss, das sich zu sehen lohnt!

Credit: Monster Energy


AUFMACHER

EICMA Milano 2016

EICMA Milano 2016


Bonsai-Bikes & Carbon-Königinnen




Die EICMA Mailand 2016 war, wie erwartet, weit mehr als eine Ergänzung der Intermot in Köln. Die Motorradhersteller von Aprilia bis Yamaha zeigten in Italien jede Menge Neues her, vom Einsteiger- bis zum High Tech-Eisen.

Text: Beatrix Keckeis-Hiller
Fotos: Hersteller, automotive.lulop.com

Claudio Domenicali hat etwas von einem Hohepriester an sich. Mit wohl modulierter Stimme und sorgfältig gewählten Worten eröffnete der CEO von Ducati mit eindringlicher Hingabe den Vorabend der EICMA Milano 2016 und somit den mailänder Reigen der Motorrad-Novitäten. Seit Audi die Agenden der italienischen Edelmarke lenkt tut er das nicht mehr auf Italienisch. Englisch ist jetzt die geschäftliche Verkehrssprache in Borgo Panigale.



Wie ein guter Priester liebt der Ducati-Boss alle seine Kinder, die jungen wie die jung erhaltenen und die neugeborenen, damit die vor zwei Jahren kreierte Scrambler 800-Familie genauso wie die in Köln auf der Intermot präsentierte neue sportliche Allrounderin SuperSport und erst recht die Top-Leistungssportlerinnen. Liebevoll stellte er in der lombardischen Metropole auf der Bühne des Teatro Nazionale Milano die neuesten Derivate der gelb eingefärbten Submarke vor: die City-Streicherin „Café Racer“ und die in vielen Technik-Details neu entworfene Enduro „Desert Sled“ (quasi eine italienisch interpretierte XT 500A).



Weiter aufgefüllt wurden ebenfalls einige der mit der Kennfarbe Rot markierten Ducati-Baureihen: Die Multistrada bekam eine kleinere Schwester, die 950er mit 937-ccm-Testastretta-Aggregat, aus dem 113 PS geholt werden sowie die pflichtgemäß auf Euro 4 adaptiertenund gleichzeitig überarbeiteten Monsters: Die Einsteigerin heißt nun mit Zunamen 979, die 1200 S ist wieder reduzierter gestylt, mit Anklängen an die Ahnin von 1993, frei nach dem Motto „Back to The Roots“.



Es wäre aber nicht Domenicali, zauberte er nicht noch ein Highlight aus dem Ärmel. Was zunächst auf der Bühne erscheint ist eine der imposantesten Konstruktionen, die je im Scheinwerferlicht stand: eine Voll-Carbon-Kreation vom Monocoque bis zu den Rädern. Dieses grau-schwarze Gerüst – der Rahmen wiegt gerade einmal 2,6 Kilo – ist Kern der neuesten State-of-the-Art-Entwicklung der supersportlichen Art: die der 1299 Superleggera. Das heißt 215 PS bei 176 Kilo Fahrfertiggewicht. Addiert man den Track-Kit (mit Titan-Auspuffanlage), sind’s 220 PS. Zur Zähmung der Leichtgewichtshochleistung ist das auf 500 Einheiten limitierte Zweizylinder-Edelstück mit aller Assistenz-Elektronik, die derzeit zu haben ist bestückt. Inklusive Slide- und Launch Control. Die Preisfrage? An die 100.000 Euro.



Dieser „Wahnsinn“, wie es der Ducati-Boss unumwunden zugibt, war ein Einstiegs-Höhepunkt, der nicht mehr zu toppen schien. Doch auch die anderen Hersteller hatten Preziosen anzubieten. Dabei ist der Bogen der Vielfalt weit gespannt, er reicht von günstigen Bonsai-Bikes für Einsteiger bis zu einer weiteren Carbon-Königin. Mit Ersteren ist einer der aktuellen Haupttrends abgesteckt. Eine weitere Strömung folgt der anhaltenden Tendenz zu Eisen in der Hubraum-, Leistungs- und Preismittelklasse. Elektroantrieb spielt bei den etablierten Großserien-Herstellern derzeit noch eine recht untergeordnete Rolle.



Aprilia legt, nach der jüngsten Aktualisierung von Tuono V4 1100 und RSV4, mit einer Neuauflage der Shiver und der Dorsoduro nach. Der Hubraum des V2 ist jeweils von 750 auf 900 ccm erweitert und technisch neu aufgebaut – eine notwendige Folge der Euro 4-Norm. Die Leistung: 95,2 PS. Sowohl die Allrounderin als auch das Fun Bike sind in einem Aufwaschen in Punkto Chassis und Periphertechnik sowie Elektronik (Traktionskontrole ist jetzt auch hier ein Thema) überarbeitet. Die Shiver kann nach wie vor auf die Führerscheinstufe A2 gedrosselt werden.



BMW Motorrad hatte, wie alle anderen, mit der EU-konformen Technik-Anpassung samt Überarbeitung zu tun. Das betraf nicht alleine das Flaggschiff R 1200 GS, ebenso die F 800 R und GT. In der Classic-Familie setzte es, wie angekündigt, ein weiteres Derivat: die R nineT „Urban GS“, ganz im Stile der Ur-GS von 1988. Ein GS-Herz für die jüngste, die kleinste Klasse bewies man ebenfalls: Die G 310 gibt’s jetzt in einer hochbeinigen Ausführung: GS spielt’s damit auf allen Linien.



Sogar in Lego: Wer (noch) zu klein ist für eine große – 1200er – GS kann sie sich jetzt aus einem Lego-Bausatz – damit sind die Bayern aber nicht die ersten! – en miniature selber zusammenschrauben. Mit einem Spielzeug der ganz anderen Art warteten die Bayern als Kontrapunkt auf: Auch sie stellten eine Carbon-Konstruktion auf die Bühne. Vorerst im Prototyp-Stadium, als Fülle für die künftige HP4 Race. Die technische Eckdaten werden erst nachgereicht, denn mit einem Live-Auslauf ist erst ab Mitte 2017 zu rechnen. Sie soll gewissermaßen nackt bleiben, sprich nicht lackiert werden, als Sicht-Carbon-Komposition.



Honda hatte die frisch interpretierte und serienreife Basis-CBR 1000 RR Fireblade (192 PS) nach Mailand mitgebracht. Ebenso, nebst den frisch erstarkten CB 650 F und CBR 650 F (von 87 auf 91 PS), zwei Prototypen: eine verschärfte Sport-Version der Africa Twin, die „Sports Concept“, und eine weniger brave, stark flattrackige Interpretation der CB 1100 mit dem Titel „TR“. Den Haupt-Act der japanischen Flügelmarke markierte eine derzeit einzigartige Crossover-Interpretation: Der höher gesetzte X-ADV macht mit 750 ccm-Parallel-Twin (55 PS), Doppelkupplungsgetriebe und grobstolligen Pneus einen auf Offroad. Das muss die kleine CRF, die 250er, in der Standard- und in der Rally-Variante nicht erst tun. Sie ist unmissverständlich fürs Grob-Untergründige gemacht.



Husqvarna, die älteste Motorradmarke der Welt und die jüngste Tochter von KTM, rückte mit den so gut wie serienfertigen Modellen Vitpilen und Svartpilen 401 heraus. Beide basieren – ebenso wie die dritte Austro-Schwedin im Bunde, das Concept Svitpilen Aero – auf der aktualisierten 390er-Duke der Muttermarke. Der Produktionsbeginn lässt jedoch noch auf sich warten, vor 2018 ist voraussichtlich keine der neuen Huskys zu erwarten.



Kawasaki hielt das Versprechen, die 1970er-Jahre aufleben zu lassen, das heißt, die Z 650 – ersetzt die ER-6n – und die Z 900 – ersetzt die Z 800 – in neuer Interpretation wieder aufzulegen. Während in der Kleineren ein 649-ccm-Parallel-Twin werkt (Leistungsdaten sind noch nicht verraten), treibt die Größere ein 948-ccm-Reihenvierzylinder mit 125,4 PS an. Hatten die japanischen Grünen in Köln die Leistungsspitze aufgefahren, mit der H2 Carbon, so kamen nun in Mailand die Einsteiger dran: Die Enduro-artige Allrounderin Versys gibt’s jetzt auch in einer 300er-X-Version.



KTM stellte in Mailand ebenso wie in Köln den Einstieg in die MotoGP-Klasse in den Mittelpunkt. Darum herum fädelte sich die upgedatete und mehr als nur in Details neu bearbeitete kleine Klasse aus: 125er-, 250er- und 390er-Duke, auf allen Linien optisch sowie technisch aufgewertet. Das trifft ebenso auf die 1290 Superduke R zu (177 PS). Eine Zukunfts-Vorschau lieferte der Prototyp einer weiteren zweizylindrigen Duke, einer mit neu entwickeltem Parallel-Twin und – im Konzept-Stadium – markant unterm Sitz hochgezogenem Auspuff-Endtopf. Die 790er soll in zwei Jahren Marktstart-fertig sein.



Moto Guzzi nützte die EU 4-Vorschrift für eine Weiterentwicklung der V7. Sie ist jetzt mit 52 PS Leistungs-seitig schon dicht an der V9 (die in beiden Varianten, „Bobber“ und „Roamer“, ebenfalls adaptiert wurde) dran. Die Retro-Italienerin mit der Generations-Nummer III ist in vier Versionen zu haben, als „Stone“, „Special“, „Racer“ und „Anniversario“. Letzteres, weil Guzzi heuer das 50-Jahr-Jubiläum feiert.



Piaggio sorgte in erster Linie über die gesamte Modellpalette für Zulassungs-Konformität. Die eine oder andere in letzter Minute kreierte Sonder-Edition der Vespa ist dabei. Weniger eine Spezial-, vielmehr eine zukunftsträchtige Variante ist die „Elettrica“. Damit hissten die Italiener aus Varese als einer der wenigen Großserien-Hersteller die Stromantriebs-Fahne. Es gibt zwar noch keine technischen Daten, doch sollen die ersten elektrisierten Kult-Roller ab Mitte des kommenden Jahres startklar sein.



Suzuki rundete eine Reihe von Modellfamilien ab. Nach unten, in Bezug auf Leistung und Hubraum. Aber die kleinen nackten Suzies stehen optisch den großen in nichts nach: Das sind die GSX-S 125 und die GSX 250 R sowie die V-Strom 250. Als Draufgabe gibt’s zudem den aktualisierten Burgman 400. Der Vorreiter der Maxi-Scooter-Klasse ist technisch verfeinert und modernisiert, dazu Europa-zulassungstauglich gemacht worden.



Triumph hat bereits in London, vor der EICMA, die „Bobber“ präsentiert. Und ließ in Mailand, prominent besetzt, eine weitere Version der Bonneville Street auf die Bühne fahren. Ex-500er-WM- und höchst erfolgreicher Superbike-Crack Carl Fogarty (mutig genug auch für die Tourist Trophy auf der Isle of Man) und mittlerweile Testimonial der englische Marke, fuhr die „Street Scrambler“ auf die Rampe, stellte sie in nächster Nachbarschaft der ebenfalls neuen, schon in Köln vorgestellten „Cup“ ab.



Yamaha ließ lange warten, bis Valentino Rossi auf die Bühne fahren durfte. Vorher stand auf dem Programm das Abfeiern und Absegnen der Dakar-Kandidatin WR450 Rallye. Auch die neue YZF-R6 hatte ihren ersten öffentlichen Publikumsauftritt. Ebenso die künftige Nachfahrin der Ur-Ténéré, das Concept-Eisen T7 mit Parallel-Twin. 2018 soll es ausgereift sein. Dass Yamaha mit Abarth zusammenarbeitet und daraus eine Spezial XSR 900 entstanden ist, war eine zusätzliche News. Zum Abschluss war dann der rundum neu bearbeitete und um neun Kilo erleichterte T-Max dran. Und Vale. Der damit auf die Bühne brauste. Enspannter als im Jahr zuvor. Schließlich war Marc Marquez dieses Mal nicht in der Nähe.



Finale Anmerkung: Liegt’s am Caffè, liegt’s an der Luft, liegt’s am Temperament? Die Welt des Motorrades sieht südlich des Brenners einfach farbiger und emotionaler aus. Die Reden der Produzenten – auch der nördlich(er)en – wirken enthusiastischer. Der Beifall des Publikums für die Racing-Starts aller Couleurs und Klassen – siehe Mika Kallio, der die RC16 pilotiert – klingt frenetischer. Man feiert das motorisierte Zweirad in den unterschiedlichste Facetten. Dabei hat die Branche nicht gar so viel zu lachen. Die Gesetzgebung verlangt den Herstellern technisch einiges ab – siehe EU 4-Norm -, das elektronische Sicherheits- und Kontrollnetz wird Schritt für Schritt auch über den Einspurigen engmaschiger geknüpft, und der Konkurrenzdruck durch die virtuelle Realität – man lässt vielfach aus der Distanz leben statt sich selber in echte Abenteuer zu stürzen – steigt. Und dennoch: Die Aussichten für die Motorrad-Saison 2017 sind höchst vielversprechend.

X-Max Fahrt Seite

Neu: Yamaha X-Max 300

Neu: Yamaha X-Max 300


Schlüssellos schlüssig



Die Erneuerungswelle der Modellpalette kommt bei Yamaha weiter ins Rolle(r)n. Der X-Max 250 mutiert zum 300er: noch sportlicher, noch praktischer und vollgepackt mit Euro 4-gerechter Technik.

Fotos: Yamaha

Die EICMA in Mailand – 8. bis 13. November – steht vor der Tür. Zu erwarten ist ein Novitäten-Festival. Dazu trägt die Stimmgabel-Marke, unter anderem, ein neues Scooter-Argument bei. Der neue Yamaha X-Max 300 (er löst den 250er ab) ist alleine schon optisch unverhohlen ein Bruder der Maxi-Sportroller-Ikone T-Max 530: Die Front mit schräg geschnittenem LED-Scheinwerfer und mittig positioniertem Fernlicht verspricht forcierte Dynamik. Die will die Stimmgabel-Marke garantieren mit einem neu entworfenen Chassis und echter (Motorrad-)Vorderradgabel samt neu gemachtem, auf die neue Euro 4-Norm adaptiertem Antriebs-Aggregat.



Der Hubraum ist von knapp 250 auf rund 300 ccm gewachsen. Mittels BlueCore-Technologie – Optimierung von Einspritzung, Ventilen und Steuerzeiten unter anderem – soll der flüssigkeitsgekühlte Viertakter nicht nur stärker, sondern auch sparsamer und schneller sein. Genaue Leistungsangaben behält sich Yamaha zwar noch vor, verspricht aber Steigerungen auf allen Linien. Zum Vergleich: Der auslaufende X-Max 250 hat 20,4 PS (plus 21 Nm).



Ausstattungsseitig ließen sich die Japaner nicht lumpen, siehe das erwachsene Cockpit mit Tacho und Drehzahlmesser in analog gestalteter Rundausführung samt zentral postierter, über eine Taste am linken Lenkerende zu bedienenden LCD-Multifunktionsanzeige. Technisch kommt zum verpflichtenden ABS eine serienmäßige Traktionskontrolle. Entsperrt und gestartet wird nunmehr schlüssellos, via Smartkey. Dazu kommt ein LED-Hecklicht.



Im Hinblick auf die Alltags-Praxis ist der Raum unter dem Doppelsattel auf ein Fassungsvermögen von zwei Integralhelmen plus Kleinzeug ausgerichtet. Eine 12-Volt-Steckdose ist an Bord, im linken Staufach an der Frontschürze. Der 300er-X-Max rollt auf großen Rädern: vorne 15, hinten 14 Zoll. Geankert wird mittels einer 267-mm-Scheibe (v) und einer 240-mm-Scheibe (h). In den Handel kommt der X-Max 300 im kommenden März. Zu haben ist er in den Farben Lunar Grey, Milky White und Quasar Bronze. Der Preis wird erst nach der EICMA in Mailand feststehen. Zur Orientierung: Der 250er kommt laut Liste auf ab 5.199 Euro.


Huge Moto

Huge Moto Mono Racr – Liebe auf zwei Rädern!

Liebe auf zwei Rädern!


Huge Moto Mono Racr


Huge Moto

Die in San Francisco stationierte Motorrad- und Designschmiede Huge Moto, ließ kürzlich mit einem wahnwitzigen Bike aufhören. Genannt wird es Mono Racer und in Serie wird es wohl nie gehen.

Von Karl Jereb

Huge Moto nennt sich die Firma, die in Kürze einen 4000m² großen Shop in SoMa, im Sunny California betreiben wird. Es ist weder bekannt, ob die Jungs und Mädels der Firma den Mono Racer tatsächlich bauen wollen, oder ob es sich hierbei eher um einen gelungenen Marketingversuch handelt (immerhin schreibt ein österreichisches Motormagazin über ein Motorrad, welches in San Francisco designt wurde und nur nie auch nur in die Nähe des wunderschönen Alpenlandes kommen wird). Der für dieses sagenhafte Projekt zuständige Ingenieur hört auf den Namen Allan Reich. Er wollte mit dem Mono Racr ein leistungsstarkes und gleichzeitig möglich leichtes Motorrad entwerfen, welches, noch hinzukommend, nur aus einer „single piece mono-form carbon fiber construction“, also einer durchgängigen Kohlefaserkonstruktion besteht.

Projekt gelungen!

Das ist ihm mit dem Mono Racr sogar geglückt. Befeuert wird das Concept-Bike durch einen 1000er Honda-Motor mit Reihenvierzylinder. Dank dem großzügigen Einsatz von Kohlefaser ist es leicht und durch das atemberaubende Design ist trifft es noch dazu die Firmenphilosophie von Huge Moto generell „clean and mean“ Bikes zu kreieren. Der Mono Racr wird also von keinem unnötigem Schnickschnack verschandelt. Dazu bleibt nur mehr eins zu sagen: Bravo!

Bilder: Huge Moto


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Neu: Triumph Bonneville Bobber

Neu: Triumph Bonneville Bobber


Solo für Solisten





Triumph legt in der Modern Classic-Baureihe nach. Neuestes – stark Amerika-orientiertes – Fahreisen ist die Bonneville Bobber. Damit soll das Thema Motorrad auf einen reduzierten Punkt gebracht sein.

Fotos: Triumph

Es scheint, als wäre die Motorradwelt auf einem Entschleunigungs-Trip. Nicht mehr die stärkeren, schnelleren, böseren Eisen stehen im Zentrum glanzvoll inszenierter Premieren, sondern jene, die auf die Essenz des Motorradfahrens reduziert sind. Pate für die neue Triumph Bonneville Bobber, das neueste 1200er-Derivat der Modern Classic-Baureihen, stand die US-Customizing-Szene der 1950er-Jahre, lebendig gehalten unter anderem durch Streifen wie „The Wild One“ (1953), in dem Marlon Brando auf einer Triumph Tunderbird rebelliert.



Das tut er im Film, wie häufig, im Solo-Gang. Und es ist auch die englische Bobber ein Bike für Solisten. Unter dem Motto „Reduce to the Max“ hat Triumph in geübter Tradition – siehe etwa die Speed Triple als konfektionierte Streetfighterin – ein Serien-Customeisen kreiert. Basis ist die Bonneville T 120. Weggelassen wurde „alles was man nicht zwingend braucht“. Also auch ein Soziussitz. Gebraucht hat’s dafür aber ein neu entwickeltes Gerüst in Starrahmen-Optik, mit sozusagen verstecktem Zentralfederbein. Garniert ist das Ganze mit Slash Cut-Auspuffendtöpfen.



Der neue Minimalismus gipfelt in der – höhenverstellbaren! – Solo-Sitzschale. Die Bobber steht vorne auf 19-, hinten auf 16-Zoll-Drahtspeichen-Rädern. Die klassische Optik soll aber nicht über die moderne Technik hinwegtäuschen: ABS muss ja an Bord sein, eine abschaltbare Traktionskontrolle ist es auch. E-Gas und Euro 4-Norm-gerechte Motortechnik ermöglichen zwei Fahrmodi („Straße“ und „Regen“). Das sparsam wirkende Zentralinstrument im Cockpit liefert alle relevanten Informationen, darunter auch eine Ganganzeige.



Serien-Customizing ab Werk gut und schön. Trotzdem ist noch ausreichend Raum fürs Individualisieren. Triumph hat einen 150-teiligen Zubehör-Katalog zusammengestellt. Da drinnen finden sich Features wie Tempomat, Griffheizung und ein Ape Hanger-Lenker. Ab wann die Bobber zu haben sein wird und zu welchen Tarifen, das teilt Triumph erst im Umfeld der EICMA in Mailand mit. Auch, was die genaue Leistungskapazität des 1200-ccm-Paralleltwins betrifft.



Vorerst musste ein Show-Race als Appetizer genügen. Die Bobber-Bonneville wurde in London mit einem Indoor-Racing aus der Taufe gehoben. Auf einem extra dafür angelegten Dragstrip konnte sie einem exklusiven Kreis praktisch vorstellen, was sie darstellen soll. Offizielle Premiere ist am 8. November in Mailand.


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Neu: BMW K 1600 B

Neu: BMW K 1600 B


Streamline Baby



BMW will Amerika offenbar einspurig erobern. Das könnte man angesichts des neuesten Derivats der Sechszylinder-Tourerin vermuten: Die K 1600 B macht ernsthaft einen auf Bagger-Style.

Fotos: BMW Motorrad

Eine Vorbotin präsentierte BMW Motorrad schon vor gut eineinhalb Jahren im Rahmen des Concorso d’Eleganza Villa d’Este am Lago di Como. Nicht weit davon entfernt, in Mailand, wird das, was die Studie „Concept 101″ initiiert hat als Serien-Modell debutieren. Die Bayern haben die K 1600-Baureihe – 1,6 Liter, Reihensechszylinder – ausgebaut. Um die B wie Bagger. Sie soll den „Spirit of the Open Road“ verkörpern. Der ist deutlich amerikanisch ausgerichtet.



Leistung ist, mit 160 PS, ausreichend vorhanden um sie nach den Design-Vorgaben des Streamlinings kraftvoll voranzutreiben und sich erfolgreich gegen den Fahrtwind zu stemmen. Denn die hohe, mit großen Außenspiegeln versehene und mit Windschutzscheibe und Seitenverkleidungen ummantelte Front kennzeichnet den Stil der K 1600 B. Dahinter folgt die lang gestreckte Statur mit breitem Sattel und tief angesetzten Auspuffendrohren, garniert mit geräumigem Taschenwerk. Das Ganze endet in einem neu konstruierten, niedrig gehaltenen Heck. Da hat der Sozius keine Mühe mit dem Aufsitzen. Der Heck-Kotflügel ist klappbar, um leichter ans Hinterrad zu gelangen.



Das neue Streamline Baby von BMW Motorrad kommt – siehe open roads – mit serienmäßigem elektronisch gesteuertem Fahrwerk mit automatischer Dämpferanpassung. Einrichten kann man sich’s mit zwei Fahrmodi: „road“ und „cruise“. Ganz leichtgewichtig dürfte die Fuhre nicht sein (genaue technische Daten folgen), weshalb eine neue Rückfahrhilfe an Bord ist. Beim Schalten hilft ein Assistent. Nicht nur auf US-Highways einrollen wird die deutsche Baggerin in der zweiten Jahreshälfte 2017.

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Neue Generation: Yamaha YZF-R6

Neue Generation: Yamaha YZF-R6


Kleine wilde Schwester




Yamaha hat die YZF-R6 neu gemacht. Sie ist noch dynamischer, noch schlanker, noch agiler und hat etliche Features der R1 spendiert bekommen. Leistungsangaben gibt’s erst auf der EICMA.

Fotos: Yamaha

Zu den Herstellern, die auf der Intermot in Köln im Oktober zwar einiges herzeigten, sich aber noch ein paar Asse im Ärmel für die EICMA in Mailand im November aufgehoben haben gehört Yamaha. Es dreht sich um etwas in der trendigen Mittelklasse, hat aber weniger gemütliches Café Racing in den Genen: Es ist die neue YZF-R6. Die pfeift auf unauffällige Bravheit, im Gegenteil, die kleine Supersportlerin kommt aggressiver denn je daher. Die Frontverkleidung ist komplett neu, geprägt von grimmig-schmalen LED-Leuchten. Das Verkleidungs-Styling ist reduziert, von sparsamen Graphics markiert. An der Figur wurde akribisch gearbeitet, Rahmenheck und Tank sind auf noch höhere Fahrerbewegungsfreiheit angepasst.



Die neue, kleine Supersport-Kanone hat etliche Technik-Details von der MotoGP-Racerin YZFM1 geerbt, siehe unter anderem den zentralen Lufteinlass an der scharfen Nase. Die Verkleidung sitzt knapp. Die Heckpartie stammt, wie etliche weitere Details, von der großen Schwester R1. In ihrer neuen Generation hat die 600 ccm-Rakete etliche Technik-Details dazubekommen. Etwa eine per Schalter am Lenker sechsstufig justierbare Traktionskontrolle, ein Schnellschaltsystem (man auch Schaltassistent dazu sagen), eine größer dimensionierte Upside Down-Gabel (mit 43 statt wie bisher 41 mm), eine 320-mm-Doppelscheiben-Vorderbremse mit radial montierten Vierkolben-Zangen aus Aluminium.



Geblieben ist es beim Hubraum von 599 ccm. ABS muss ja mittlerweile an Bord sein. Über genaue Technikdetails – PS-Leistung, Maximal-Drehmoment, Gewicht – lässt Yamaha aktuell noch nichts aus. Das wird wohl alles in Mailand nachgereicht. Der Markstart ist für April 2017 angekündigt. Bis dahin wird wohl auch der Preis feststehen. Fest steht jedenfalls, dass die neue R6 in Blau und in Schwarz zu haben sein wird.


Pressekonferenz KTM,  Halle 9

Intermot Köln – Die Nackten & die Bösen

Die großen Motorradhersteller haben auf der Intermot Köln ordentlich etwas hergezeigt, darunter das eine und andere wirklich neue Eisen. Für die EICMA in Mailand (November) haben sie sich aber noch Etliches aufgehoben.

Herbstzeit ist Motorrad-Messezeit. Vielleicht nur ein schwacher Trost für die nahende Motorrad-Auszeit. Doch immerhin eine schöne Gelegenheit, beim Anschauen der neuen Eisen zu überlegen, mit welchem Bock – oder auch Böcken – man 2017 ausreiten könnte. Das bietet die Intermot Köln, alle zwei Jahre, dieses Mal von 5. bis 9. 10. Unter den Novitäten ist heuer viel Nacktes, pardon Unverkleidetes. Stark besetzt ist die klassische Schiene. Der Trend zur Mittelklasse setzt sich fort. Dennoch wurde dem Leistungsgedanken nicht abgeschworen, und auch aus der Supersportlerinnen-Ecke kommen anregende Lebenszeichen, die sich mit gar nicht unschuldigem Outfit maskieren, mit echt bösem G’schau daherkommen.



BMW, als Quasi-Hausherr in Deutschland, eröffnete den Präsentationsreigen mit einer Reihe frischer Derivate und Überarbeitungen. Neue Geschwister dazubekommen hat die Klassikerinnen-Baureihe R nineT, mit Luft-/Öl-gekühltem 1170-ccm-Zweiyzlinder-Boxer und unverändert 110 PS: die Café Racer und die Pure, Erstere in echt klassisch ausgelegter Langstreck-Sitzposition, Zweitere mit Stahltank und Druckgussfelgen. Schärfer gemacht haben die Münchner ihre Naked Bike-Variante der Supersportlerin S 1000 RR: Der S 1000 R wurde das Kleidchen knapper geschnitten. Dabei hat sie zwei Kilo Gewicht verloren. Dafür wurde ihre Leistung von 160 auf 165 PS gesteigert. Eine Aktualisierung gönnte die Zweirad-Abteilung der Propellermarke ihrer Sechszylinder-Tourerin K 1600 GT, mit neuer LED-Lichtsignatur, Schaltassistent und Notrufsystem sowie weiteren Technik-Features.


Kawasaki lieferte einen gewohnt schwarz glänzenden Auftritt mit neongrünen Untertönen in Köln. Auf den Podesten stand unter anderem die zweizylindrige Ninja 650. Sie bringt’s auf 90 PS, was auch auf A2-Schein-gerechte 48 PS reduziert werden kann. Auf der Hochleistungsseite firmiert die Dritte im Bunde der HP-Hypersportlerinnen: die auf 120 Stück limitierte Carbon-Version, allerdings die ohne R, also mit „nur“ 200 PS (statt 310). Ebenfalls in der 200-PS-Klasse firmiert die ZX-10R. Sie kommt für 2017 in einer RR-Variante, mit technischen Goodies wie geschmiedeten Alu-Rädern, bearbeiteten Federelementen, einem Schaltassistenten und vielem mehr. Upgedatet ist die sportliche Tourerin Z1000SX, mit neuen LED-Scheinwerfern, optimiertem Windschutz und Assistenz-Elektronik.



Suzuki hat sich fest ins Zeug gelegt. Zeugen davon sind die frisch aufgelegten Adventure-Eisen der V-Strom-Familie. Auf neue Räder gestellt sind sowohl die 1000er als auch die 650er. Zweitere gleich in zweifacher Ausführung, als Straßen-bereifte Allrounderin und als gröber beschuhte und damit auf schottrige Wege ausgelegte XT. Ebenfalls – endlich – da ist die im Vorjahr besprochene GSX-R 1000. In diesem Segment gibt’s auch etwas für die Youngsters, mit der GSX-R 125. Und in der Naked-Abteilung macht sich die neue GSX-S 750 stark.



Yamaha legt mit der SCR950 einer weitere moderne Klassikerin auf, mit 942 ccm-V2 (60°) und luftgekühlt. Es gibt noch keine offizielle genaue Leistungsangabe, es dürften knapp mehr als 50 PS sein. Der in der heurigen Saison debutierten MT-10 (160 PS) – der Super-Nackten mit dem herzhaft böse-grimmigen Gesicht – haben die Stimmgabel-Japaner eine SP-Version zur Seite gestellt, mit Technologie-Details aus dem Race-Bike YZF-R1M, zum Beispiel einer elektronisch gesteuerten Federung und Dämpfung. Aktualisiert und upgedatet wurde die dreizylindrige MT-09 (115 PS).



Triumph baute die Klasse der Modern Classics weiter aus, und zwar die 900 ccm-Baureihe. Neueste Derivate der kleineren Bonneville sind die T100 sowie die T100 Black (jeweils 55 PS) und die, unter „Urban Sports“ firmierende Street Cup (ebenfalls 55 PS).



Der Award für den am dichtesten belagerten Stand gebührte wieder einmal KTM. Im Zentrum stand jenes Eisen, mit dem die Mattighofener in die MotoGP einsteigen: die RC16, die in der Königsklasse des Straßen-Rennsports nicht nur mitmischen soll. Sie thronte über ihren upgedateten und fürs Modelljahr 2017 nochmals verfeinerten Reiseenduro-Schwestern: 1290 Super Adventure R, S und T (160 PS) sowie der 1050 Adventure und der 1050 Adventure R (125 PS) – die einen wie die anderen entweder auf den ernsthaften Enduro- oder auf den Allwege-tauglichen Alltagseinsatz abgestimmt.



Honda feierte die CBR1000RR Fireblade anlässlich ihres 25. Geburtstages. Die rundum überarbeitete und frisch interpretierte Supersport-Ikone ist Gewichts-reduziert – auf 195 Kilo fahrfertig – und Leistungs-gesteigert – auf 192 PS. Zur scharf gemachten SP kommt die noch schärfere Schwester SP2, die ist für den Racing-Einsatz ausgelegt, für sie wird auch ein extra Racing-Kit offeriert. Und wer befürchtet hatte, dass die fetten Vierzylinder-Klassikerinnen verschwinden würden, der kann beruhigt sein. Zumindest die CB1100 (90 PS) ist nach wie vor sehr lebendig, sowohl in der EX- als auch in der Caféracer-inspirierten RS-Version.



Bei Aprilia hat man dafür gesorgt, dass die Referenzmodelle technisch up to date bleiben, soll heißen die RSV4 (201 PS) und die Tuono V4 (175 PS). Beide haben noch etwas mehr Elektronik dazubekommen, die Fahrwerke sind überarbeitet, es gibt eine neues TFT-Display, beide sind Emissions-technisch auf die Euro 4-Norm gebracht. Dabei wurde nicht auf die Einsteiger vergessen: Der Donnervogel hat eine kleine Schwester bekommen. Die Tuono 125 offeriert supersportliches Naked Bike-Feeling in der Achtelliterklasse.



Ducati stellte die komplette aktuelle Palette auf den Intermot-Stand. Technisch aktualisiert sind die Panigale 1299 und 1299 S, mit einer neuen Farbe kommen Multistrada und Monster 821, und zwar in topmodernem Grau. Als Premieren-Highlight aber hatten die Italiener die brandneue SuperSport mitgebracht: ein rundum sportliches, in Leistung, Dimensionen und Umgang jedoch alltagstaugliches Eisen, wie die Bologneser betonen. So oder so führt die Neue eine lange gepflegte Tradition eines ikonischen Modells fort: der legendären Supersport, in den vorigen Generationen noch mit SS abgekürzt. Die Neue holt aus dem 937 ccm-Testastretta V2 solide 113 PS, sowohl die Standard-Version als auch die fein ausgestattete – auch an der Farbe weiß erkennbare – S-Variante.



Stichwort Herbszeit ist Messezeit: Was in Köln noch nicht zu sehen war wird in Mailand, auf der EICMA, die von 8. bis 13. November wie gewohnt auf dem Messegelände in Rho-Pero über die Bühne gehen wird, hergezeigt. Denn Ducati-Boss Claudio Domenicali hat bei der Präsentation der neuen SuperSport unmissverständlich klargestellt, dass das erst der Anfang sei. BMW verspricht ein neues Wiederbelebungs-Modell. Kawasaki ging einen Schritt weiter, und nennt das, was in der lombardischen Metropole auf der Bühne stehen wird beim – klassischen – Namen: Z 650 und Z 900. Aus der Piaggio-Gruppe – Vespa, Moto Guzzi & Co. -, die in Köln zwar anwesend, aber nicht mit Neuheiten vertreten waren, sollte auch noch etwas zu erwarten sein. Und KTM hat sich mit Sicherheit etwas für Mailand aufgehoben. Man darf gespannt sein.

17YM X-ADV

Honda X-ADV

Modellvorschau 2017: Honda X-ADV


Grobstollig rollern




Die Motorradmessen des Herbstes werfen ihre Schatten voraus. Honda liefert für die EICMA in Mailand mit dem X-ADV einen ersten Vorgeschmack auf die Novitäten.

Fotos: Honda

Eine neue Modellgeneration hat Honda mit der Typenbezeichnung X-ADV im Talon. Was im Vorjahr als „City Adventure Concept“ Konzept auf der Messebühne der EICMA 2015 in Mailand stand wird für die kommende Saison realisiert. Materialisiert hat sich der Vorläufer in einen Maxi-Scooter mit grobstolliger Bereifung. Damit soll Abenteuergeist mit Allround-Performance, Funktionalität und Komfort gebündelt sein. Gedacht ist das Eisen sowohl für den Stadtverkehr als auch für ausgedehnte Wochenendausflüge.

Komfortabel stauben

Zu den Hauptmerkmalen gehören: die aufrechte Sitzposition und lange Federwege um auch auf rauherem Untergrund Fahrkomfort zu bieten. Dazu kommt eine fünfstufig verstellbare Frontscheibe sowie ein Stauraum für einen Offroad-Helm. Über genaue Motorisierungs-Details schweigt man sich noch aus, fest steht jedoch, dass das eigen entwickelte Doppelkupplungsgetriebe für die Fahrstufenwechsel sorgen wird. Die Publikumspremiere des X-ADV wird in Mailand, auf der EICMA 2016 (8. – 13. November) über die Bühne gehen.


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BMW C-Evolution frisch gestärkt

BMW C-Evolution frisch gestärkt


Versilberter Elektriker




BMW Motorrad setzt die Laufbahn des Batterie-Stromers C-Evolution fort, mit deutlich stärkerem Akku. Optisch ist er ein wenig aufgepeppt, das Ausstattungs-Offert hat man erweitert.

Fotos: BMW Motorrad

Deutlich aufgepowert schickt  BMW Motorrad den Einspur-Elektriker C-Evolution ins kommende Modelljahr. Er hat den neuen, stärkeren Akku des i3 geerbt, die Leistung der Batterie hat sich damit von 60 Ah auf 94 Ah erhöht. Das bedeutet zwar nicht, dass auch die Nennleistung gestiegen ist – es bleibt bei 26 beziehungsweise 11 PS, auch beträgt der Top-Poweroutput nach wie vor 48 PS – doch hat sich die mögliche Reichweite signifikant verlängert: von hundert auf 160 Kilometer. Damit sollte sich zum Beispiel ein Badeausflug von Wien an den Neusiedler See ausgehen. Am Startgewicht des Batterie-Stromers ändert sich dadurch nichts, es bleibt bei den ohnehin schon stolzen 265 Kilo.



Als optisches Erkennungsmerkmal hat die Design-Abteilung den E-Großroller versilbert, in „Ionic Silver Metallic“. Das Neongrün als Elektriker-Identifizierungsfarbe bleibt ihm erhalten, das Windschild ist nun getönt, den Sattel zieren Kontrastnähte, das mitgelieferte Ladekabel ist etwas schlanker geworden. Zur Grundausstattung mit unter anderem LED-Licht addierte BMW Motorrad neue Optionen, wie unter anderem die „Smartphone Cradle“ genannte Handy-Halterung.



Orderbar ist der weiter entwickelte C-Evolution in der offenen Version, mit der bereits genannten Nennleistung. Für die europäischen B-Schein-Fahrer ist er in einer auf 11 PS reduzierten und abgeregelten Version zu haben. Die mögliche Top-Speed von 129 km/h ist dann auf maximal 120 km/h begrenzt.


Erstmals öffentlich hergezeigt wird der gestärkte Batterie-Stromer auf dem Pariser Autosalon (1. bis 16. Oktober). In Österreich wird erder „Biker-S-World“ in Salzburg, am 26. und 27. November dieses Jahres debutieren. Die Markteinführung ist für Februar 2017 angekündigt. Der Preis steht noch nicht fest. Günstiger als die derzeit 15.400 Euro wird’s wohl nicht werden.