Delahaye Bugnaughty

Der Retromodernist

Delahaye war ein französischer, heute allerdings mit einer Abteilung in den USA angesiedelter Fahrzeughersteller. Kürzlich stellten die Franzosen-Amis den Delahaye Bugnaughty vor, der nun weltweit verkauft wird. Und einige Fragen aufwirft …

Von Karl Jereb

Zunächst einmal erstaunt nämlich die Tatsache, dass Delahaye ein neues Fahrzeug zusammengebastelt hat, denn eigentlich dachte man das Unternehmen eher im untersten Untergrund aufzufinden. Direkt neben Borgward, Hummer, Pontiac, Wiesmann und Saab. Doch scheinbar ist das Unternehmen doch nicht so unlebendig, wie gedacht und sie werkelten lediglich im Verborgenen. Auch schön. Des Weiteren interessiert uns natürlich, woran sie in den letzten Jahren arbeiteten und das Ergebnis wird einigen von uns nicht gefallen. Denn der Delahaye Bugnaughty ist wohl eines der, nun ja, eigenartigsten Vierräder, die wir kennen. Neben wunderschönen Neuinterpretationen klassischer Fahrzeuge, siehe Aston Martin DB5, der zwar keiner sein soll, aber trotzdem gelungen ist, gibt es eben auch lediglich wundersame. Bugnaughty heißt übrigens strikt übersetzt so etwas wie „Käfergeil“. Realiter gibt der aufregende Wagen eine Design-Melange aus folgenden Fahrzeugen: Auburn Boat-tail Speedster, Type 57S Bugatti, 1935 Figoni & FalaschiType 135 Delahaye

Delahaye Bugnaughty: Was hat Ford damit zu tun?

Die Erfinder der Fließbandarbeit, großen Dank nebenbei, liefern neben dem Herzstück des Delahaye Bugnaughty auch die Scheibenbremsen und andere technische Komponenten. Im Grunde ist der Käfergeile also ein von Ford betriebenes Vehikel. Was der 5,0-Liter V8 zu leisten vermag, wird nicht verraten. Auch andere Details wie der Beschleunigungswert, Bremsweg, der ÖAMTC-Crashtestwert und das Gewicht werden gekonnt ausgespart. Dafür erfahren wir aber, dass der Delahaye Bugnaughty stolze 300.000 US-Dollars kostet. Selbsmördertüren im Preis inbegriffen. Und nun muss lediglich jeder selbst entscheiden, ob ihm der 300.000$-Ford mit ungewöhnlichem Design und den modernen Scheibenbremsen gefällt, oder ob er sich für diesen Preis nicht doch lieber einen Huracán und einen der letzten Land Rover Defender zulegen will. Oder einen Nissan GT-R Nismo und einen der letzten Defender. Oder einen Ferrari 488 GTB und einen der letzten Defender. Ein Defender muss nämlich sein und lang wirds den nicht mehr geben.