Formel-Feeling für die Straße

Der BAC Mono tänzelt übers Eis

Für viele wird sich der Traum vom eigenen Rennwagen nie erfüllen, andere zählen zum elitären Club der BAC Mono-Besitzer. Kein anderes Fahrzeug mit Straßenzulassung kommt dem Feeling vom Formel-Rennwagen so nahe.

by Patrizia Zernatto

Von Großbritannien nach Schweden

Obwohl Sitz, Pedale und Lenkrad aus dem 3D-Drucker stammen und auf den Besitzer individuell zugeschnitten werden, zählt der BAC Mono wahrscheinlich zu den unbe­quemsten Straßenautos der Welt, doch kaum ein anderes Fahrzeug bringt so viel Rennwagen-Feeling abseits der gesicherten Piste mit sich.

Ian und Neill Briggs, Gründer der Briggs Automotive Company (BAC), kümmerten sich anfänglich um diverse Auftragsarbeiten für andere Automobilhersteller, doch 2007 begann dann die Eigenentwicklung des Mono. Die Brüder erfüllten sich damit ihren Traum vom Rennwagen für jedermann. Die futuristische Linienführung der Karbonkarosserie erinnert nicht nur an einen Formel-Wagen, der Supersportler darf neben der öffentlichen Straße dank Erfüllung der Formel-1-Crashnorm auch offiziell auf die Piste. Die spezielle aerodynamische From mit der strömungsoptimierten Karosserie und dem geschlossenen Unterboden sowie dem Flügelprofil ermöglicht die bestmögliche Luftführung am Fahrzeug vorbei. Die Autobauer erreichten damit eine neutral aerodynamische Balance, um das Auto auch im Grenzbereich unter Kontrolle zu halten.

Das abnehmbare Lenkrad hat 13 Knöpfe und ein Digitaldisplay – das Fahren mit der servofreien Lenkung will gelernt sein. Aber nicht nur das, auch das Einsteigen gelingt vielleicht nicht ganz so einfach, denn Türen sucht man an der Seitenverkleidung des Cockpits vergebens. Ein Sechspunkt-Gurt presst den Fah­rer sicher in den Sitz und obwohl der Helm keine Pflicht ist, sollte man sich nicht nur auf den Überrollbügel verlassen. Die “M“ Taste am Lenkrad stellt die Systeme scharf, ein weiterer Drücker startet den Motor. Wer dann ordentlich Gas gibt, der erreicht dank des 309 PS (227 kW) starken 2,3-Liter-Reihenvierzylinders und des sequenziellen Sechsganggetriebes mit Trockensumpfschmierung in 2,8 Sekunden Marke 100 und kann den Sprinter auf bis zu 275 km/h antreiben. Formel-Feeling lässt grüßen, bei einem Leistungsgewicht von 1,9 kg/PS ist das allerdings nicht überraschend. Den Durchschnittsverbrauch von 6,7 Litern hebt man bei dieser Volllast allerdings auch ordentlich an.

Vor kurzem schickten die britischen Autobauer ihr Glanzstück sogar aufs Eis. Wer denkt, dass sich der Extremsportler im Rennwagen-Look nur auf der Strecke wohlfühlt, der irrt, denn selbst am spiegelglatten Eis der zugefrorenen Seenlandschaft in Schweden brillierte der 540 Kilogramm leichte Einsitzer. Für den BAC Mono wurde mit den Kumho Ecsta V70A-Pneus eine ganz spezielle Reifenmischung entwickelt, um bestmöglichen Grip zu garantieren.

“The first Mono Experience trip was an overwhelming success. Our clients are considered our friends, and we are so happy that they became part of a very exclusive club of Mono drivers to have hit the ice. Spirits were high for the duration of the trip and we’re very excited for the next phase of giving back to our loyal customers.”, so schwärmt Neill Briggs, BAC Co-Founder und Director of Product Development, über das Event.

40 Stück des Ariel Atom und KTM X-Bow-Konkurrenten wurden bereits für umgerechnet etwa 160.000 Euro verkauft. Tendenz steigend.

Photo & Video Credit: Motorward, BAC