Gin (S)tonic

Der neue Kia Stonic soll uns erfrischen

Ein SUV kommt selten allein. Erst recht innerhalb einer Familie. Deshalb zieht Kia jetzt nur eine Woche nach der Premiere des Kona das Tuch vom Schwestermodell Stonic und schickt im Herbst ebenfalls einen kleinen Geländewagen gegen Opel Mokka & Co ins Rennen. Preise gibt es noch keine, doch sind um die 17.000 Euro wahrscheinlich eine vernünftige Schätzung.

Von Thomas Geiger

Wie Hyundai setzt dabei auch Kia auf ein buchstäbliches schräges Design und einen ungewöhnlich farbenfrohen Auftritt: „Der Stonic wird eines der reizvollsten neuen Modelle in dieser schnell wachsenden Klasse sein“, verspricht Europachef Michael Cole und räumt den Kunden mehr Gestaltungsspielraum ein als je zuvor: Weil allein das von der 2013er Studie provo inspirierte und wie bei einem Targa abgesetzte Dach in fünf Kontrastfarben angeboten wird, ergeben sich für den rund 4,20 Meter kurzen Korea-Knirps über 20 Farbkombinationen. Und innen treibt es Kia mit zahlreichen Designpaketen und Color-Konsolen nicht weniger bunt.

Dazu gibt es laut Kia reichlich Platz für Kind und Kegel, einen Kofferraum mit doppeltem Ladeboden und einem Fassungsvermögen von 352 Litern und eine Ausstattung, die mit dem Trend geht. Das Touchscreen-Infotainment samt Apple CarPlay und Android Auto ist deshalb Serie und gegen Aufpreis kann man unter anderem einen Radarwarner gegen Auffahr- und Fußgängerunfälle sowie einen Tempomaten oder ein schlüsselloses Zugangssystem bekommen. Von LED-Scheinwerfern oder einer automatischen Abstandsregelung ist bei Kia allerdings nicht die Rede.

Hinter der bei Kia mittlerweile traditionellen Tigernase am Kühlergrill bieten die Koreaner zum Start im September drei Benziner und einen Diesel an. Der Selbstzünder kommt auf 110 PS, die Ottofraktion kann zwischen Saugern mit 1,2 Litern und 84 PS oder 1,4 Litern und 99 PS oder einem vergleichsweise neuen Turbo-Dreizylinder mit einem Liter Hubraum und 120 PS wählen. Damit sollten Spitzengeschwindigkeiten von knapp 200 km/h drin sein und die Verbrauchswerte bewegen sich auf dem Prüfstand zwischen 4,2 und 5,5 Liter.

Anders als den Hyundai Kona wird Kia den Stonic vorerst wahrscheinlich nicht mit alternativen Antrieben anbieten. Aus gutem Grund. Schließlich gibt es im gleichen Segment bereits den Niro mit Hybrid und den Soul auf Wunsch auch als reines Akku-Auto.

Noch stellen die kleinsten SUV auch den kleinsten Anteil am riesigen Kuchen der Geländewagen. Doch Europachef Cole ist guter Dinge, dass sich das bald ändern wird: „Wir gehen davon aus, dass dieses Segment bis 2020 die SUV aus der Kompaktklasse beim Absatz überholen werden und dass mehr als jede zehnte Neuzulassung dann auf die Klasse des Stonic entfallen wird“, sagt Cole und sieht den Neuling deshalb als kommenden Bestseller der Marke. Denn kleine SUV, da sind auch alle sicher, sind das „Next Big Thing“.