Die Doku zum neuesten Mitglied der Range Rover Familie

Der Range Rover Velar ändert alles

“The Range Rover Velar changes everything.“ Im Zuge des diesjährigen Genfer Autosalons (9. bis 19. März) präsentiert Land Rover das neueste und damit bereits vierte Range Rover Modell.

by Patrizia Zernatto

Raffinesse und Purismus

Genau dadurch will der neue Range Rover Velar überzeugen, ohne dabei das typisch britische Range Rover Image zu verlieren. Wenn sich Land Rover zu einer 15-minütigen Doku für ihr neuestes Range Rover Modell hinreißen lässt, dann muss auch etwas Bahnbrechendes dahinterstecken. Laut Chefdesigner Gerry McGovern soll der Range Rover Velar “alles ändern”, eine neue Ära für den Automobilhersteller einläuten und meint damit nicht nur den rekordverdächtigen cW-Wert von 0,32. Trotz all der Neuerungen legt der Velar seine britischen Werte aber auch nicht so schnell ab. Ein Team aus über 15.000 Mitarbeitern war an der Entwicklung des Velar beteiligt und kreierte eine gelungene Mischung aus geradlinigem Range Rover Sport und elegantem Evoque, die besonders durch ihre ausgewogenen Proportionen beeindruckt.

Der Unterschied liegt im Detail

Das Design Team konzentrierte sich vor allem auf die kleinen, aber feinen Details. Der Velar zeigt sich mit versenkbaren Türgriffen, die beim Verschließen oder ab einer Geschwindigkeit von über 8 km/h selbstständig verschwinden, nicht nur besonders modern, sondern auch seiner Zeit voraus. Die puristische Linie setzt sich auch im Innenraum fort. Durch die zwei großen Bildschirme und Touch-Pads am Lenkrad werden beinahe alle Knöpfe bzw. Schalter eliminiert. Damit werden dann Navigation, Medien und Telefon (oben), sowie Klima Control und das Terrain Response System (unten) betätigt. Beim Starten fährt der Bildschirm, der zuerst bündig am Armaturenbrett ruht, aus, um den Fahrer willkommen zu heißen.

Da es sich “lediglich” um ein Midsize SUV handelt, bietet der Velar auch “nur” Platz bis zu fünf Personen, dafür können die Passagiere der ersten Reihe die Sitze 20-fach verstellen oder sich während der Fahrt auch wärmen, kühlen oder durchmassieren lassen. Die 673 Liter Kofferraumvolumen können durch Umklappen der Sitze auf bis zu 1731 Liter vergrößert werden.

Im Herzen immer ein Range Rover

Alle Raffinesse beiseite, ist der Velar eben trotzdem immer noch ein Range Rover, der nicht nur zum hübsch Ansehen taugt, sondern auch zum Fahren. Als Midsize SUV bringt er alle Vorteile eines Geländewagens mit sich, selbst die “Paradedisziplin” von Land Rover, die Fahrt durchs kühle Nass, soll dank optionalem Luftfahrwerk und damit verbundener Bodenfreiheit von 25 cm selbst bei Wasserlöchern bis zu 65 cm Tiefe kein Problem sein. Um “off the road” zu glänzen, ist der Velar mit reichlich Assistenzsystemen ausgestattet: Adaptive Dynamics, Driveline Dynamics, Terrain Response und All Terrain Progress Control sind nur ein Auszug der langen Liste um im Notfall autonom zu bremsen oder die Spur sicher zu halten. Auch eine Anhängelast von bis zu 2,5 Tonnen stellen weder für das Fahrzeug und dank Anhängerassistenten noch für den Fahrer eine Herausforderung dar.

Im Sommer trudelt der Velar bereits bei den Händlern ein, wobei die Preise bei 61.300 Euro starten. Neben den verschiedenen Ausstattungslinien, die von S über SE bis hin zu HSE schrittweise den Luxus ein wenig weiter auf die Spitze treiben, stehen auch zwölf verschiedene Lackfarben zur Wahl. Das leicht abfallende Dach kann in Wagenfarbe, aber auch als Kontrastelement in Schwarz bestellt werden. Wer jedoch mehr Licht in den Innenraum bringen möchte, der kann sich auch für ein Panorama- oder Schiebedach entscheiden.

Gestartet wird mit fünf Motoren (drei Diesel, zwei Benziner), wobei ein sechster (ein weiterer Benziner) bereits geplant ist. Der schwächste Vierzylinder Turbodiesel leistet 180 PS, kann aber auch mit 240 oder 300 PS bestellt werden. In der Benzinvariante gibt es zu Beginn einen Vierzylinder Turbo mit 250 PS oder das Spitzenmodell mit V6 Kompressor und 380 PS. Ab Werk erscheint der Velar mit Allrad von ZF und Achtgang-Automatik und kann optional durch die All-Terrain Progress Control und Terrain Response 2 Steuerung erweitert werden. Wer sich für einen Sechszylinder entscheidet, bekommt die Luftfederung noch oben drauf.

Da der Velar aber großteils aus einer leichten Alukonstruktion besteht, kann man sich selbst vom kleinsten Motor ansprechende Leistungen erwarten. Wem das aber alles nicht genug ist, der hat immer noch die Wahl der “Velar First Editon” Sonderedition, die ebenfalls ab Sommer 2017, dafür jedoch zu einem weit höheren Preis zu haben ist.

Photo & Video Credit: Land Rover