Schlachtschiff auf Kurvenhatz

Der Rolls-Royce Cullinan am Nürburgring

Rolls-Royce baut zwar unglaublich hochwertige Karossen mit viel Power, doch für flinke Sportwagen sind die Engländer nicht gerade bekannt. Die Nordschleife hingegen ist berühmt-berüchtigt als härteste Rennstrecke der Welt, auf der nur die besten Rennboliden bestehen. Wenn Rolls-Royce also ein gigantisches Luxus-SUV baut und das dann auf den Nürburgring schickt, ist das Scheitern schon vorprogrammiert – oder?

Text: Jakob Stantejsky / Foto: autoevolution

Dem Rolls-Royce Cullinan dabei zuzuschauen, wie er sich durch die grüne Hölle quält, macht fast mehr Spaß, als wenn ein hochgezüchteter Rennwagen das tut. Denn bei denen schaut das alles immer so leicht und mühelos aus, da kommen die Kräfte gar nicht so sehr zum Vorschein. Zumindest im Video – im Auto selbst geht es munter genug zu. Aber das Ober-SUV aus England liegt in jeder Kurve wie Marcel Hirscher bei einer Fahrt auf Biegen und Brechen den Ganslernhang runter. Außerdem quietschen und kreischen die Reifen, dass es eine wahre Freude ist. Klar, großer Rennsport sieht anders – anmutiger – aus, doch gutes Entertainment bietet der Cullinan allemal. Und er demonstriert eindrucksvoll, dass auch ein (wahrscheinlich) über zweieinhalb Tonnen schweres, hochbeiniges Vehikel ordentlich über die Nordschleife fetzen kann.

Viel ist noch nicht bekannt zu Rolls-Royce‘ erstem Ausflug ins Gelände. Allradantrieb wird er haben, eh klar. Der V12, der schon aus anderen Modellen bekannt ist, wird auch im Cullinan zum Einsatz kommen, aber ob er vielleicht elektrisch unterstützt wird, steht noch in den Sternen. Außerdem wird auch der fünfeinhalb Meter lange Luxus-Offroader auf der Aluminium Spaceframe-Architektur aufbauen, die schon den neuen Phantom getragen hat. Ihr seht, man ertrinkt nicht gerade im Informationsfluss. Aber das kann ja noch werden, schließlich soll der Cullinan noch im Laufe dieses Jahres enthüllt werden.