Geschmäcker und Watschen sind verschieden, Lenkräder unterliegen der StVO. Gottlob, denkt man sich bei so mancher, hier gezeigten Kreation …

Text: Karl Jereb

Wenn es ums Lenkrad geht, wünscht sich eigentlich jeder Fahrer, dass die Haptik angenehm und die Optik einladend wirkt. Denn wer will sich schon unnötig verrenken oder gar mit einem Joystick hantieren, während er mit 250 Sachen auf der Autobahn dahinbrettert? Da kommt einem ein Alkantara-überzogenes Steuerungsinstrument gerade recht. Wenn möglich rund. Und doch gab und gibt es in der automobilen Welt immer wieder Querschläger, die sich zwar „nie“ durchsetzen werden, allerdings ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit generieren. (Dass die Wahrscheinlichkeit ungewöhnlicher Steuerungsinstrumente exponentiell steigt, wenn die fahrerische Zukunft vom Computer gesteuert wird, sei hier einmal dahingestellt). Vom erfinderischen Zeitgeist getrieben, konstruierten findige Designer und Ingenieure Lenkräder, „Lenksticks“ und Joysticks, die die Welt verblüfften.

Lancia Beta Trevi

Die viertürige Limousine wurde im Laufe der Zeit rund 40.000 Mal verkauft. Wählbar mit einem manuellen Fünfganggetriebe oder einer Dreigang-Automatik. Benannt nach dem zweiten griechischen Buchstaben, da Alpha eine zu große phonetische Ähnlichkeit mit dem Konkurrenten, Alfa Romeo, gehabt hätte. Das Cockpit des Autos liefert einen wunderbaren Einblick in designtechnische Leckerbissen der 80er Jahre.

Spyker C8

Der von Audi motorisierte Spyker überrascht nicht nur mit ungewöhnlicher Innenansicht. Auch von außen ist der Niederländer nicht gerade als gewöhnlich zu titulieren. Ein Audi-V8-Motor mit 405 PS bringt den Sportler in nur 4,5 Sekunden auf 100 km/h. Das Lenkrad ähnelt dem Steuer eines Schiffes und darf sich gut und gerne als außergewöhnlich bezeichnen.

Citroën Karin

Für die Pariser Motor Show eigens konzipiert, liefert dieser humorvolle Konzeptwagen einen Einblick in die französische Designsprache von 1980. Wie eine Pyramide erhebt sich die beige Karin empor. Die Fläche an der Spitze ist gerade einmal so groß wie ein A3-Blatt. Neben der ungewöhnlichen Form, fällt sofort die Sitzposition des Fahrers und des eigensinnigen Lenkrades in der Mitte auf. Ein Dreisitzer, wie man ihn noch nie gesehen hat.

Aston Martin Lagonda

Zwischen 1974 und 1990 wurden lediglich 645 Stück des einzigartigen Lagondas produziert. Eine ungeheure Summe ging alleine in die Entwicklung des Cockpits, welches für damalige Zeiten fortschrittliche Technik bot. Die Instrumente erstaunten das Publikum mit allerlei Knöpfen, Lichtern und Monitoren. Aber auch der 5,3-Liter-V8 mit seinen 290 PS begeisterte ungemein. Ein wunderbarer Viertürer, der baldige Regeneration erfährt, wie Aston Martin verkünden ließ.

Pontiac Pursuit Concept

1987 erblickte ein weiteres Konzeptauto das Licht der Welt. Der Pursuit war ein damaliger Quantensprung für Pontiac und wurde mit allerlei technischen Raffinessen bestückt. Neben dem selbsregulierenden Fahrwerk, konnte der Pursuit auch mit ABS und Allrad beeindrucken. Das Interieur mit Multifunktionslenkrad und Monitoren gehört eindeutig in die Schublade: „Außergewöhnlich“, wie auch der Rest vom Wagen.

Mazda MX-03

1985 sorgte das MX-03 Konzept für Aufsehen rund um den Erdball. Tri-Rotor-Turbomotor mit 320 PS, Allradantrieb sowie Allradlenkung und eine Spitze von 300 km/h bot der „Über-Mazda“. Auch bei diesem Konzept war ABS mit an Bord. Die Beschleunigung von 0 auf 100 wurde dank der 4-Gang-Automatik in nur 5 Sekunden vollbracht. Das Lenkrad gehört wohl zu den ungewöhnlichsten Steuerungsinstrumenten dieser Zeit und ähnelt sehr dem Joystick-Steuerhorn aus Flugzeugen.

Lancia Orca

Am Automobilsalon in Turin 1982 wurde der 140 PS-starke Lancia Orca der Öffentlichkeit präsentiert. Dieser bestach durch fortschrittliche Bedienelemente und ein Interieur, das bis heute Konkurrenten in Sachen Extravaganz sucht. Ausgestattet mit dem 4-Zylinder-Turbomotor vom allseits bekannten Delta und einem 4-Gang-Getriebe sorgte der Orca für wohliges Fahrgefühl. Lenkrad und Display gleichen dem eines Raumschiffes. Und das bereits 1982.

Subaru XT

Auch als Alcyone oder Vortex bekannt, liefert der Allradler ein wunderbares Beispiel für den technischen Wissensstand der 80er. Der XT mit digitalen Armaturenbrett begeistert durch die, heutzutage, simple 2D-Darstellung, die offene Türen oder den aktivierten Allradantrieb anzuzeigen vermag. Dank des Turbos liefert der 2,7-Litermotor rund 135 PS und gepaart mit dem AWD, dem niedrigen Schwerpunkt und dem niedrigen Gewicht, eine gute Fahrdynamikwertung für den XT.

Maserati Boomerang

Der voll funktionstüchtige Boomerang wurde 1972 auf dem Genfer Autosalon vorgestellt. Als eines der ungewöhnlichsten aber gleichzeitig schönsten Konzeptautos, bereichert er heute die Heiligen Hallen von Maserati. Mit seinen 310 PS aus einem 4,7 Liter V8-Motor, lieferte er genügend Potenzial für ein Rennen gegen die Konkurrenten. Doch am Auffälligsten beim Boomerang ist sein Lenkrad. Jegliche Anzeigen wurden am starren Lenkkolben in der Mitte des Lenkrades montiert. Ohne „Instruktionsbüchlein“ wohl unfahrbar.

Knight Industries Two Thousand

Der Pontiac Trans Am von David Hasselhoff hat wohl das aufwändigste Interieur der Welt. Was in den 80ern alles möglich war, zeigten die Ingenieure von K.I.T.T., dem schnellsten, schönsten und überhaupt besten Auto der Welt. Turbo Boost, Raketenabwehr, Scanner noch und nöcher. Und ein Lenkrad, wie man es noch nie zuvor gesehen hatte. Leider durfte „The Hoff“ niemals damit auf die öffentlichen Straßen in Kalifornien, die fehlende Erlaubnis für dieses Steuerungsinstrument verhinderte es. Doch zu Ausstellungszwecken wurde es gerne verwendet und das freut uns natürlich sehr.

Mercury Park Lane Convertible

Eine Idee, die sich sowohl nicht durchsetzte, als auch mit unbeugbaren wie witzbefreiten Standardwerken wie der heimischen StVO niemals Freundschaft geschlossen hätte, war die sogenannte „Wrist-Twist“-Lenkung, die Ford mitte der Sechziger Jahre experimentierfreudigerweise in einem Mercury Park Lane Convertible ausprobierte. Es blieb beim Test.

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