Zum 20. Todestag

Die Geschichte hinter der S-Klasse von Lady Diana

Nach 20 Jahren ist sie und ihr Tod noch immer in aller Munde. Unzählige Rätsel, Mythen und Verschwörungstheorien ranken sich darum. Wir werden da kein Licht in die Sache bringen können, aber ein paar Details zum Unfallfahrzeug, die ihr noch nicht kanntet.

Text: Tizian Ballweber

Wir beginnen nicht erst am Abend des 30. August, sondern im September 1994. Damals kaufte sich ein junger Werbefachmann, namens Eric Bousquet, einen neuen Mercedes-Benz S280. Im Jänner 1995 stahl ein Häftling in U-Haft die S-Klasse und versuchte so, in den Vorortern vor Paris, vor der Polizei zu flüchten. Der Flüchtende verlor bei 160 km/h aber die Kontrolle über die Limousine, worauf sich diese mehrfach überschlug. Der Wagen war ein Totalschaden und die Versicherung erstattete Monsiuer Bousquet daraufhin den vollen Kaufpreis zurück.

An dieser Stelle hätte sich der Verlauf der Geschichte für immer ändern können. Denn eigentlich galt der S280 als abgeschrieben und hätte nur noch als Teilespender herhalten sollen. Ein Mechaniker baute ihn jedoch wieder auf und verkaufte ihn an Etoile Limousines. Einer der Fahrer bemerkte rasch, dass dieser Mercedes ab einer Geschwindigkeit von etwa 60 km/h nahezu unfahrbar wurde und riet seinem Chef, Jean-Francois Musa, das Fahrzeug wieder zu verkaufen. Doch der verkaufte ihn nicht sondern vermietete ihn, wie all seine anderen Autos und Fahrer, an das Hotel Ritz in Paris. Und wie die Geschichte am 31. August 1997 endet wissen wir.

Nach dem Unfall im Tunnel wurde das Fahrzeug natürlich gründlich untersucht. Bemerkungen zum Unfall von 1995 gab es in den Untersuchungsergebnissen aber nie. Als Unfallursache wurde angegeben, dass der Fahrer, Henri Paul, alkoholisiert und mit zu hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen sei. Dodi al Fayed und der Fahrer waren auf der Stelle tot, Diana und ein Bodyguard schwer verletzt. Wäre sie angeschnallt gewesen, hätte sie überleben können.

Seit 2005 befindet sich die S-Klasse in einem Beweismittellager der englischen Polizei in London. Rechtmäßiger Besitzer ist aber immer noch Musa. Und der will den S280 nun wieder zurück, um ihn in einem Museum auszustellen, laut seinen eigenen Angaben nur „ein Zeichen des Respekts“. Das und der Fakt, dass Experten das Wrack, in dem die Princess of Wales starb, auf 10 Millionen Dollar schätzen, lassen wir unkommentiert.