Ein klassisches Alltagsauto

Dieser Le Mans-Porsche hat eine Straßenzulassung

Der Porsche 917 gehört zu den erfolgreichsten Rennwagen der 70er-Jahre. Chassisnummer 37 ist jedoch ein ganz besonderer Fall, denn dieses Exemplar wurde von Porsche selbst nie fertiggestellt. Jetzt jedoch ist der 917K (Kurzheck) lebendiger denn je und hat dank seines Besitzers sogar eine Straßenzulassung.

Text: Jakob Stantejsky

Bevor ihr euch jetzt denkt, „Ach so, das ist ja gar kein echter Porsche 917!“, muss ich euch eines Besseren belehren. Denn die Zuffenhausener höchstselbst haben bestätigt, dass Nr. 37 ein offizieller 917K ist und sogar als der letztgebaute gilt. Vervollständigt wurde er von einem Amerikaner, der das Schmuckstück zwischenzeitlich besessen hat. Da er außerdem niemals gecrasht wurde, besteht er zu 95 Prozent aus originalen Teilen und ist somit rein technisch gesehen sogar der authentischste Porsche 917K, den es noch gibt. 2016 erstand der Italiener Claudio Roddaro den Rennwagen und damit wurde dessen ohnehin schon recht bemerkenswerte Geschichte erst so richtig spannend.

Denn Signore Roddaro wollte seine neue Eroberung unbedingt auf die Straßen bringen und beharkte die entsprechenden Behörden auf das Hartnäckigste, bis er schlussendlich Recht und die Straßenzulassung bekam. Dass auch Chassis-Nummer 21 und 30 schon abseits der Rennstrecke fahren durften, lieferte dem Sammler die rechtliche Grundlage für sein letzendlich erfolgreiches Ansinnen. Jetzt fetzt Claudio Roddaro also, wann immer ihn die Muse küsst, durch Italien in einem Porsche 917K, der für Le Mans konzipiert war und seine lächerlichen 600 Kilogramm mit einem 4,9 Liter-Zwölfzylinder-Mittelmotor mit satten 600 PS durch die Gegend schleudert. Da kommt garantiert Freude auf – bei Fahrer wie Zuschauern.