Citroen Divine DS

Schmuckkästchen

Soll keiner sagen, dass die Grande Nation kein Premium kann: Für die DS-Linie baut Citroen ein Gürteltier mit goldenem Herzen..

von Thomas Geiger

Chanel, Luis Vuitton, Hermes oder Yves Saint Laurent – nur weil sich die französischen Automobilhersteller aus der Oberklasse abgemeldet haben, heißt das noch lange nicht, dass die Grande Nation kein Premium kann. Das will uns zum Pariser Salon auch Citroen beweisen. Denn vier Jahre und über 500 000 Autos, nachdem die Marke mit ihrem Ableger DS als einzige zumindest noch einen Hauch von Noblesse und Haute Couture auf die Straße gerettet hat, stimmen die Franzosen dort mit der Studie „Divine DS“ so langsam auf die zweite Generation der Modellpalette ein und treiben den Pariser Chic dabei auf die Spitze.

Showcar Divine DS

Zwar ist das Showcar nur gut 4,20 Meter lang und deshalb alles andere als eine luxuriöse Limousine. Doch dafür funkelt das Designmodell – der tatkräftigen Unterstützung von Swarovski sei Dank, als würde es beim Juwelier und auf einem Automobilsalon präsentiert. Und als wären die Edelsteine in den Scheinwerfern und auf den Charakterlinien des Coupés noch nicht genug, trägt das Coupé einen schwarz abgesetzten Streifen längs übers Heck, der wahlweise an den Rückenpanzer eines Gürteltiers oder das Gliederarmband eine Uhr erinnert. Im Dach noch von gläsernen Kacheln durchbrochen, schließt sich dieser aus verschiedenfarbigen Metallplatten gefertigte Schildpanzer weiter nach hinten komplett und ersetzt die Heckscheibe. So können die Passagiere im Fond ungehindert in ihrem eigenen Kokon kuscheln und der Fahrer schaut halt nicht in den Spiegel, sondern auf einen Monitor, auf den eine Kamera das Geschehen hinter dem Auto überträgt.

Schick und Sportlich

Aber die göttliche Göttin will nicht nur schick, sondern auch sportlich sein. Sind die aktuellen DS-Modelle alle ein bisschen unförmig und schon im Stand behäbig, lässt das Messeauto provozierend die Muskeln spielen: Die Kotflügel extrem weit ausgestellt, die wenigen Linien an der Flanke Messerscharf, die LED-Scheinwerfer und Rückleuchten böse funkelnd und der Grill so groß und gemein, als könnten darin kreuzbrave Kleinwagen auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Und damit das Paket auch schön glaubwürdig wird, röhrt unter der Haube der 270 PS starke Turbo aus dem Peugeot RCZ-R.

Luxuslounge

Aber mehr noch als mit dem funkelnd-feschen Blech überrascht der Citroen mit seinem Interieur. Denn wer die gegenläufigen Türen aufschwingen lässt, der blickt in eine unnachahmliche Luxuslounge: Vier Schalensitze wie Designersessel, ein Cockpit wie ein Schmuckkästchen und eine Mittelkonsole, die sich wie ein Kunstwerk längs durchs ganze Auto zieht. Als wäre das nicht auch in Lack und Leder schon spektakulär genug, garnieren die Franzosen das mit einer Materialauswahl, die selbst bei Bentley oder Rolls Royce den Controllern zum Opfer fallen würde: Das Leder kommt vom Luxus-Sattler aus der Rue Faubourg Saint Honore, in den Stoffen funkeln hunderte eingenähter Kristalle, auf den Schaltern und um sie herum haben die Designer mit Marmor und Granit gespielt und die riesige Mittelkonsole wurde kurzerhand mit Weißgold belegt. Und weil in der Mode schließlich jeder seinen ganz eigenen Geschmack hat, kann man weite Teile des Interieurs binnen 15 Minuten austauschen und den Wagen so weiter individualisieren.