Im Einklang

Mit dem Skoda Kodiaq durch Masuren

„Fahren Sie nach Polen, ihr Auto ist schon da!“, ist nur einer von zahlreichen blöden Sprüchen, doch diesmal trifft er zu. Denn als ich in Warschau den Flughafen verlasse, steht eine Kolonne herausgeputzter Skoda Kodiaq bereit, die uns Kodiaq Tour 2017-Teilnehmern drei Tage lang viel Freude bereiten sollen. Im Verbund mit einer wunderschönen Landschaft wird so aus einem simplen Pressetermin ein echtes Erlebnis.

Text: Jakob Stantejsky

Ich will mich hier gar nicht lange mit der Zahlenklauberei zum Thema Kodiaq aufhalten, die dem Feeling doch nur im Weg stünde. Alle Faktenfanatiker mögen sich daher einem unserer älteren Artikel zum großen Skoda-SUV zuwenden. Wenn man im Kodiaq Platz nimmt, fühlt man sich erstmal wie zuhause. Nur dass das eigene Schlafzimmer möglicherweise weniger Raum bietet als die unendlichen Weiten, die im Jungbunzlauer Geländekraxler vorzufinden sind. Okay, Spaß beiseite. Im Kodiaq kann man sich tatsächlich nicht noch mehr Platz wünschen, ohne an einen Kleinbus denken zu müssen. Die gemütliche Einrichtung sorgt weiter dafür, dass ich mich mit sofortiger Wirkung wohlfühlen kann. Die Bedienung ist skodamäßig simpel und intuitiv, leistet sich weder große Originalitäten noch nervige Spompanadeln. Unter anderem die Simply Clever-Extras hingegen zeugen sehr wohl von viel Hirnschmalz, das die Entwickler in ihr neues großes Baby investiert haben. Wenn ich den Kodiaq in einem Satz beschreiben müsste: Dieses Auto tut alles, was man von ihm will und hat außerdem noch Ideen, die einem das Leben erleichtern.

Easy living spielt es auch beim Fahren und der Grad der Leichtigkeit lässt sich dank adaptivem Fahrwerk ganz nach Geschmack rauf- und runterschrauben. So wabert man im Komfortmodus wahrlich wie ein anmutiges zwei Tonnen-Wölkchen durch die Gegend, während der Kodiaq im Sportmodus auf die Ideallinie einlädt. Auch auf Schotter- und Erdstraßen sind beide Modi relevant, ich zum Beispiel bevorzuge das direkte Feedback vom Untergrund, während wir zwischen den zahllosen Seen Masurens umherflitzen, da der Kodiaq dann auch den Spaß nicht zu knapp von der Leine lässt. Andere Kollegen bevorzugen bei diesen Bedingungen die Komfortvariante, die ich jedoch fast als etwas zu weich und sanft wahrnehme. Klar, 190 PS sind nicht die Welt für ein Auto dieser Größenordnung, doch der Diesel ist durchzugsstark und lässt die Vorfreude auf den bald folgenden Kodiaq RS noch weiter wachsen. Das eigentliche Vergnügen hole ich mir aber aus schön staubenden Rutschpartien in den sandigen Kurven der Feldwege. So muss ich dann auch den Kopf nicht so weit drehen, um auf den nächsten herrlichen See zu blicken, während ich quer am Ufer entlangschlittere. Der Allradantrieb muss dabei schon bewusst in die Knie gezwungen werden, von alleine bleibt er stets souverän und auf optimale Haftung bedacht.

Am Ende der drei Tage, in denen wir jeweils viele Stunden im Auto verbracht haben, spüre ich keinerlei Ermüdungserscheinungen. Nichts zwickt, nicht einmal das obligatorische Strecken nach dem Aussteigen empfinde ich als nötig, da im Kodiaq eher Couchfeeling aufkommt. Die Umgebung hat da aber sicher ihr Übriges dazu beigetragen, denn Masuren hat Polen in einer Weise auf meine geistige Landkarte gebracht, die sonst eher die typischen Idylllen wie Schottland, Italien etc. in Beschlag nehmen. Egal ob zu Fuß, Fahrrad, Motorrad oder Auto – hier kann man eigentlich nur schöne Touren unternehmen. Wer gerne segelt, ist in dieser Gegen ebenfalls gut dabei, denn die vielen – teilweise gigantischen – Seen laden auch dazu ein.

Alles in allem passt der Skoda Kodiaq mit seiner eleganten Unaufgeregtheit und der Freude am Fahren (hoppala, falscher Slogan!) wunderbar in das masurische Idyll. Seine (Offroad-)Qualitäten verliert er aber anderswo nicht und sollte daher bei jedem zukünftigen SUV-Käufer zumindest mal in den Überlegungen herumspuken. Denn billig wirkt Skoda in keinem Aspekt mehr – außer wenn man die Preise mit so mancher Konkurrenz vergleicht.