Ein echtes Schnäppchen?

Ein ausgebrannter Ferrari 512 um 40.000 Dollar

Gebrauchtwagenhandel ist sowieso eine Wissenschaft für sich. Doch wenn man ins Detail geht und Autos kauft, um sie auszuschlachten und dann die Teile gewinnbringend weiterzuverkaufen, dann muss man sich seiner Sache schon ganz sicher sein. Umso mehr überrascht es mich, dass dieser komplett ausgebrannte Ferrari 512 aus 1983 tatsächlich um circa 40.000 Dollar den Besitzer gewechselt hat.

Text: Jakob Stantejsky / Fotos: copart.com

Ferrari-Ersatzteile sind schweineteuer, das mag schon stimmen. Aber welche Stücke man aus diesem Wrack noch retten will, erschließt sich mir nicht ganz. Die Felgen gehen vielleicht größtenteils in Ordnung, auch Teile der Front mögen zumutbar sein. Der Motor schaut zwar äußerlich okay aus, doch ob seine Einzelteile die lodernde Hitze wirklich unbeschadet überstanden haben, wage ich zu bezweifeln. Vom Getriebe (laut Anzeige ist es automatisch, auf den Bildern kann man jedoch eindeutig einen manuellen Schalthebel erkennen) ist nicht allzu viel zu erkennen, allerdings dürfte es auch nicht gerade unberührt geblieben sein – doch wer weiß, vielleicht täusche ich mich ja. Das gesamte Interieur ist jedenfalls zu hundert Prozent unrettbar über den Jordan, da kann kein Bastler mehr etwas daran drehen.

Die Versteigerung ist mittlerweile zu Ende, jemand hat sich den Schrotthaufen also tatsächlich gegönnt. Ein paar Stunden vor dem Verkauf lagen die Gebote bei über 39.000 Dollar, daher unsere endgültige Preisschätzung. Wegen einiger tausend Dollar mehr oder weniger muss man hier aber nicht ins Grübeln verfallen, schließlich kann man sich um diesen Betrag so oder so zahllose Autos als Neu- oder Gebrauchtwagen anschaffen. Die fahren dann sogar. Großer Pluspunkt. Ich hoffe nur der Käufer weiß, was er da tut und beißt sich nicht demnächst in seinen Allerwertesten…