Salzburger Stromspiele

Elektrisch von Coventry nach Salzburg

Laute Motoren, heiße Mädl’s und GTI’s, die in sämtlichen Variationen getuned wurden – im Zeitalter des grünen Daumens gibt es nicht wenige, die das Treffen am Wörthersee als veraltet empfinden. Einige davon trafen sich letztes Wochenende in Salzburg zum vierten Zoe-Treffen.

Ganz so groß, wie das legändere GTI-Treffen in Kärnten, waren die diesjährigen „Salzburger Stromspiele“ (Ha-ha) nicht, die Tendenz steigt allerdings und immerhin waren 160 Elektroautos gemeldet. 120 davon waren aus dem Hause Renault, vertreten waren aber auch Tesla Model S und X. Das meistverkaufte Elektroauto weltweit und unser Dauertester, der Nissan Leaf, hat sich in Salzburg ebenfalls blicken lassen, so viel verraten zumindest die Fotos auf der Webseite.

Nebst Fahrt im Konvoi durch die Stadt, gab es auch eine Führung durch die Festung Hohensalzburg. Zugegeben, das wirkt alles nicht sehr spannend – zumindest nicht im Vergleich zum GTI Treffen – die eigentliche Pointe der Geschichte sind aber zwei Engländer.

Craig Tonge und Jan-Bart Spang war kein Weg zu weit. Die zwei Zoe-Besitzer fuhren mit ihrem Renault von Coventry nach Salzburg. 1.462 Kilometer ist die Strecke lang. Mit Rückweg ergibt sich also eine Distanz von knapp 3.000 Kilometer, die die beiden mit ihrem Stromer zurücklegten.

Mit einer beachtlichen Reichweite von 400 Kilometern ärgert der französische Hersteller zwar E-Vorreiter Tesla, für solch eine Reise ist ein Elektroauto, starke Reichweite hin oder her, eher weniger geeignet. Genau das wollten die zwei Briten aber dementieren und reisten 32 Stunden durch Europa. Eine beachtliche Leistung, wie sich nach einem kleinen Rechenexperiment zeigt.

Wir sind optimistisch: Der Zoe schafft tatsächlich 400 Kilometer und der Weg von Coventry nach Salzburg dauert auch nur etwas mehr als 14 Stunden. Die Strecke zwischen den beiden Städten ist, wie eben schon erwähnt, 1.462 Kilometer lang. Demnach müssen Tonge und Spang 3,6 Mal halten, um Strom zu tanken. Wir bleiben weiter optimistisch und gehen davon aus, dass die Jungs aus Coventry insgesamt nur vier Mal zum Lader fuhren mussten. Renault gibt auf seiner Website einen Richtwert von 2 Stunden und 40 Minuten an – so lange soll der Zoe brauchen, um komplett aufgeladen zu sein. Bei vier notwendige Stopps ergibt sich dann eine Ladezeit von 10 Stunden und 40 Minuten!

Meiner kleinen Rechnung nach, bräuchten Tonge und Spang also etwa 25 Stunden für den Weg von Coventry nach Salzburg, in nur sechs mehr haben sie es tatsächlich geschafft. Eine unglaubliche Leistung, zieht man meine mehr als optimistische Einstellung mit in Betracht. Da kann selbst der hartgesonnene Petrolhead nur anerkennend nicken.

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