Parkraumbewirtschafter

Alastair Moffatt, Stuntdriver und Instruktor bei „Stunt Drive UK“, schaffte es bei der Autosport International in Birmingham, seinen Rekord für das engste Parallelparken zu brechen.

Text: Karl Jereb

Durch das besser ausgeprägte räumliche Sehen/Denken, sind wir Männer mit der Superkraft des Einparkens gesegnet, heißt es. So weit, so gut beim möglichst grob-effizienten Auffüllen innerstädtischer Parklücken unter Berücksichtigung schikanöser Behördenanordnungen betreffend Abstellart und -dauer (sonst kommt der pöhse Parksheriff und zockt einen ab!). Dass man aus etwas hochtrivialem wie das Abstellen von Fahrzeugen am Fahrbahnrand allerdings auch eine regelrechte Sportart machen kann, verblüfft dann doch ein wenig. Zumindest jene Menschen, deren Unterscheidungsvermögen zwischen blankem Unsinn und zumindest halbintelligentem Tun noch nicht von monotoner Dauerberieselung durch Unterschichtfernsehen völlig kantenfrei geschliffen wurde.

Andererseits …

… wäre man hier gar so streng mit der Einteilung in blöde und sinnvoll, dann hätte der englische Actionman  Alastair Moffatt keinen Job und wäre noch viel weniger, hm, berühmt. Ausserdem – mit herkömmlichem heranfahr-zurückschieb-einfädel-zuwefahr-Einparken hat das, was dieser Mensch unter Zuhilfenahme griffiger Gummis und einer starken Handbremse mit einem Auto macht, sowieso wenig zu tun. Dieser Mensch slidet im Volldrift Autos in Parklücken, die kaum Platz für ein Matchbox-Auto bieten. Und dass er nicht der einzige ist, der solcherart getakteten Ehrgeiz besitzt, beweist, dass um das selbe Championat auch stets ein Chinese namens Han Yue rittert. Er hat erst Ende November 2014 unserem Alastair den damaligen Rekord mit einem Mini Cooper entrissen und hielt diesen bis vor wenigen Tagen.

Große Chance für den kleinen Italiener

Am 09.01.2015 gelang es Moffatt nämlich, seinen Titel wieder zurückzugewinnen und dies mit einem originalen Fiat 500 1,2 Cult. Gekonnt schleuderte er den Kleinwagen in die Parklücke zwischen zwei weitere Cinquecento. Und dies mit nur 7,5 cm „Spatze“. Das Beste an der Sache ist, dass Alastair diesen Trick immer wieder zu wiederholen versucht, und zwar über die ganze Dauer der Autosport International. Momentan liegt sein Rekord bei der offiziellen Stelle zur Prüfung, doch die Veranstalter und der Stuntdriver geben sich zuversichtlich, dass dieser Rekord wieder an ihn geht.