Lamborghini steigt ins Strom-Geschäft. Und präsentiert mit dem Asterion einen superscharfen Hyper-Cruiser mit Plug-In-Technik

Text: Thomas Geiger

Diese Nachricht könnte die Kunden treffen wie ein Elektroschock: Lamborghini setzt den Stier unter Strom. Denn genau wie Porsche im 918, McLaren im P1 und Ferrari im La Ferrari experimentiert nun auch die extremte VW-Tochter aus dem Süden mit einem Plug-in-Hybriden und zeigt dafür auf dem Pariser Salon ihren ersten Teilzeitstromer – den Asterion. Doch keine Sorge: Der in „Blue Elektra“ glitzernde Bote aus einer grünen Zukunft ist erst einmal nur eine Studie. Und wenn überhaupt, dann geht der Plugin-antrieb wohl als erstes in dem Geländewagen in Serie, den sich Firmenchef Stephan Winkelmann so dringend wünscht.

Aber so ungewöhnlich die Vorstellung auch sein mag, ausgerechnet mit einem Lamborghini bis zu 50 Kilometer lautlos durch die Stadt zu surren und dafür schon bei 125 km/h ausgebremst zu werden, so verlockend sind die Leistungsdaten des Starkstrom-Stiers. Denn es bleibt ja nicht bei den drei E-Maschinen mit zusammen 300 PS, die aus einem Lithium-Ionen-Akku im Mitteltunnel gespeist werden. Sondern unter drei rotierenden Glasplatten im Heck steckt auch noch der 5,2 Liter große V10-Sauger aus dem Huracan, der die Fahrer mit einem Kickdown wieder in die alte Welt zurück holt: Nicht umsonst wirft er dann weitere 610 PS und bis zu 560 Nm in die Waagschale und treibt die Systemleistung auf 910 PS. Das reicht für Fahrleistungen, die man eher von einem Lamborghini erwartet hätte als den Durchschnittsverbrauch von 4,1 Litern und der CO2-Ausstoss von 98 g/km.

… es bleibt ja nicht bei den drei E-Maschinen mit zusammen 300 PS, die aus einem Lithium-Ionen-Akku im Mitteltunnel gespeist werden. Sondern unter drei rotierenden Glasplatten im Heck steckt auch noch der 5,2 Liter große V10-Sauger aus dem Huracan …

Immerhin liegt der Sprintwert bei 3,0 Sekunden und das Spitzentempo bei 320 km/h. Lässig durch die Stadt und rassig über Land – so wird der Asterion zum ultimativen Hyper-Cruiser, schwärmen die Italiener und Firmenchef Winkelmann sieht in diesem Hybriden die logische Konsequenz einer lange währenden Entwicklung: „Wir haben immer nach vorne geschaut, in neue Technologien investiert, neue Bestmarken gesetzt und das Unerwartete geliefert.“

Hybrid-Paket

Aber nicht nur das rund 250 Kilo Hybridpaket mit dem Akku im Mitteltunnel, einem Motor im Getriebe und zwei mit Torque-Vectoring-Programmierung an der Vorderachse ist, nun ja, ein wenig unerwartet. Auch das Design des Asterion hat nichts mehr mit Huracan und Aventador gemein. Klar, ist auch die Studie sofort als italienischer Kampfstier zu erkennen, und Signaturen wie das Ypsilon in den Rückleuchten oder die leicht nach oben schwingenden Türen findet man hier wie dort. Aber von der extremen Aggressivität und der brachialen Gewalt hat sich der Raser ohne Reue verabschiedet. Statt rasiermesserscharfer Kanten erlaubt er sich deshalb ein paar fast schon sanfte kurven und ein paar weiche Rundungen und wirkt damit fast so elegant wie die frühen Modelle vom Schlage eines Miura.

Der Name des Minotaurus

Dass bei den Italienern offenbar eine neue Zeit anbricht, merkt man nicht zuletzt auch am Namen des Showcars. Waren die Autos aus Sant’Agatha bislang immer nach berühmten Kampfstieren benannt, hat sich Lamborghini diesmal der Mythologie bedient. Denn Asterion ist der korrekte Name des Minotaurus. Der war zwar auch halb Stier, aber eben auch halb Mann. Für die Italiener passt das perfekt: Mit dem V10-Motor ist der Asterion hat er die Stärke eines Stiers und mit der Hybridtechnologie die Ratio eines Menschen.

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