Ach, du liebe Sommerzeit!

Da war sie wieder, die Stunde, die uns in der Nacht gestohlen wird und uns in allen Bereichen Sorgen bereitet. Jetzt beginnt die Lieblingsbeschäftigung des Homo Sapiens, die den Frühling einleitet: Auf wackeligen Stühlen stehen und die Uhr an der Wand mit dem Finger abfahren. Ist das erledigt, wiederholt sich das Spektakel im Auto: Man wackelt vor Aufregung auf dem Stuhl hin und her und fährt mit dem Finger die Mittelkonsole ab, in der Hoffnung, durch Zufall den Drehregler zu erfühlen, der die Zeit richtig stellt. Wie schwierig das von Auto zu Auto ist, haben wir ausprobiert.

Rainair Behaunski im Renault Captur: 0:00,0 Sekunden

Easy, sag ich Ihnen. Das einzige, das bei der Zeitumstellung im Renault Captur mühsam ist: das fade Aug‘ in der Früh offen zu halten. Denn die digitale Uhr stellt sich automatisch um. Während sich die anderen also mit den Herausforderungen der Sommerstunde befassen, erzähle ich Ihnen, wie sehr ich die Sommerzeit mag. Ja wirklich. Natürlich ist die Anfangsphase zach. Wenn um sechs Uhr der Wecker läutet und der Körper aber glaubt, es ist noch fünf. Dafür durchbricht diese eine winzige Stunde die dichte, fesselnde Membran des Winters und gibt den Blick frei auf die herrlich stärkenden Strahlen der Frühlingssonne. Auch wenn sie nicht da sind, weil es der Natur scheißegal ist, dass wir eine Sommerzeit haben und es noch immer irre kalt ist, ist die Sommerzeit der erste Bote der hammergeilen warmen Jahreszeit. Der Renault Captur macht aus der Stunde keine große Sache. Er ändert sie und gut ist.

Bernhard „Sancho“ Katzinger im Seat Leon X-Perience: 0:00,000 Sekunden

Gut, was die Franzosen können, denkt sich der Spanier, können wir Iberer schon lange. Das wäre doch gelacht, wenn wir uns von so etwas wie der Zeitumstellung aus der Fassung bringen lassen. Tja, die meisten Probleme existieren ohnehin nur in den Köpfen der Leute.

So auch dieses: Wenn man will, lässt sich in unserem Dauertester Seat Leon X-Perience die automatische Zeitumstellung deaktivieren. Dann – und erst dann – kann man in den sauertöpfischen Chor jener miteinstimmen, die sich selbst über so etwas Schönes wie den anbrechenden Sommer nach Herzenslust mokieren wollen. Dass die Kühe weniger Milch geben. Dass die Kinder in der Schule weniger aufpassen. Dass …

Wir öffnen stattdessen das Panoramadach und lassen zum ersten Mal ordentlich die Sonne rein. Die Uhr stellt sich von selbst um…

Mit vereinten Kräften im Suzuki Vitara: 0:59,654 Sekunden

Unser Dauertester ist nicht nur deshalb beliebt: Aber er verfügt über die schönste Uhr, die es derzeit in Autos gibt. Gut, die IWC in den Mercedes-Benzens vielleicht ausgenommen.

Aber gar nicht leicht rauszufinden, wie man sie umstellt. Im Infotainment-Screen in der Mittelkonsole stellt man zunächst nur die Uhr am Bildschirm ein, das Display im Armaturenträger und die schöne Uhr bleiben unbeindruckt auf Winterzeit.

Nächster Schritt: Mit dem Drehstaberl rechts beim Tacho ins Menü abtauchen und Zeit umstellen. Eh voila: Schon kann man den Analogzeigern dabei zusehen, wie sie wie von Zauberhand in den Frühling reisen. Schön!

Unbemerkt im Renault Megane GT: 0:00,00 Sekunden

Der schnelle Megane GT hält seinen Fahrer ebenfalls nicht mit mühsamen Aufgaben wie der manuellen Zeitumstellung auf. Die Einstellung der Uhr sowie die Möglichkeit, die automatische Zeiteinstellung zu deaktivieren, findet sich im Menü unter System/Datum und Zeit.

Privat im Skoda Octavia (Bobby Singer’s first car), BJ 2001: 0:13,512

Auch unsereins fährt nicht ausschließlich in den neuesten Modellen herum, die noch diesen herrlichen Neuwagenduft aus frisch gegossenem Polyvinylchlorid verströmen. So will der 2001er-Skoda Octavia zwar, dass man seine Uhr händisch umstellt, macht einem aber die Sache recht einfach. Linksdrehung am Staberl verstellt die Stunden, Rechtsdrehung die Minuten.

It’s the 21st century, baby!