Das schnellste Auto der Welt?

Der Hennessey Venom F5 peilt 480 km/h an!

Hier sitzen wir und schauen blöd, dachten wir doch, der Bugatti Chiron sei die absolute Spitze der Automobilwelt. Doch wenn Hennessey am 1. November um 11 Uhr Ortszeit in Las Vegas seinen Venom F5 enthüllt, dann steht möglicherweise alles Kopf und ein neuer Maßstab hält Einzug.

Text: Jakob Stantejsky

Im Tagesgeschäft ist die in Texas ansässige Firma Hennessey eigentlich eher einer der berühmt-berüchtigtsten Tuner der Welt. Hin und wieder produzieren die Amerikaner auch eigene, hochgezüchtete Gefährte in Kleinstserien. Doch jetzt scheint Schluss mit den Mätzchen zu sein – wenn man den brutalen Venom GT wirklich als solches bezeichnen möchte – und Hennessey zielt auf die Krone der Automobilwelt: Der Höchstgeschwindigkeitsstatus des großartigen Bugatti Chiron soll pulverisiert werden. Denn dass der schneller ist als sein Vorgänger, der Veyron, sollte jedem klar sein. Zwar hat der Chiron (noch) keinen offiziellen Angriff auf dessen Serienfahrzeugrekord von 431,072 km/h gestartet, doch ist bekannt, dass er wohl 463 km/h auf den Asphalt knallen könnte, wenn man ihn ließe. Der Venom GT Spyder war übrigens schon schneller als der Veyron, seine 435,311 km/h zählen streng genommen jedoch nicht, da er nicht die Auflagen erfüllt, um als Serienfahrzeug gewertet zu werden.

Abgesehen von diversen Raketenautos wie dem Bloodhound SSC ist dieses Trio jedenfalls das Schnellste, das dieser Planet an Autos zu bieten hat. Der Venom F5 – benannt nach der stärksten Tornado-Kategorie – soll jedenfalls eine neue Zeitrechnung eröffnen und 482 km/h (300 mph) schaffen. Das muss man erstmal sacken lassen.

Nachdem wir uns vom ersten Schock ein wenig erholt haben, gehen wir investigativ zu Werke und fragen: Wie das?! Die Antwort liefert ein 7.0 Liter-Twinturbo-V8, der deutlich mehr als die 1.500 PS des Chiron raushauen soll. Bei einem Fliegengewicht von nicht ganz 1300 kg bedeutet das, dass der Venom F5 tatsächlich (deutlich) mehr Pferdestärken als Kilogramm an Bord hat. Im Gegensatz zum Venom GT hat der F5 außerdem nicht ein Lotus-Chassis als Basis, sondern sitzt auf einer von Hennessey selbst entwickelten Konstruktion.

Ich gehe fest davon aus, dass Hennessey die 300 Meilen pro Stunde nicht so vollmundig ankündigen würde, wenn die Texaner nicht genau wüssten, dass ihr Venom F5 tatsächlich dazu in der Lage ist. Die Frage ist nur, wann und ob der Bolide diese Zahl auf der Strecke beweisen kann. Schließlich heißt es schon beim Chiron, dass er sein Potential allein deshalb nicht ausschöpfen kann, weil kein Reifen der Welt Geschwindigkeiten dieser Dimensionen standhalten würde. Mal schauen, ob Hennessey darauf auch eine Antwort parat hat. Und ob der Venom F5 tatsächlich in Serie kommt, damit der Rekord auch tatsächlich aus Frankreich nach Amerika geholt werden kann? Auch eine gute Frage…