Husqvarna

Simpel und progressiv

Mit den neuen Modellen Vitpilen 401, Svartpilen 401 und der Vitpilen 701 präsentiert die schwedische Offroadmarke Husqvarna drei vollkommen neue und ultrahippe Streetbikes.

Text: Gregor Josel

Husqvarna ist bislang ja eher dem Fachpublikum der Offroad- und Hardenduro-Fraktion ein Begriff. Seit 2013 ist die schwedische Traditionsmarke dem österreichischen KTM-Konzern zugehörig und wurde seit damals im Offroadbereich zum Highperformer aufgebaut. Jetzt streifen die Schweden allerdings die Gatschwäsche – zumindest teilweise – ab, tauschen die Motocross-Strecke gegen urbane Gefielde und präsentieren für die Motorradsaison 2018 drei vollkommen neue Streetbikes aus der ebenfalls fest in österreichischer Hand befindlichen Designschmiede Kiska. Per se ist das jetzt ja noch nicht besonders eindrucksvoll, wenn eine Motorradmarke ein paar neue Bikes auf die Straße stellt, in diesem Fall verhält es sich aber anders. Denn die Kombination aus Einzylindermotor und völlig neuartigem, futuristisch-schlichtem Design ist praktisch noch nie da gewesen. Einzig die Aprilia Moto 6.5 im Philippe- Starck-Design ging Mitte der 90er-Jahre schon mal in eine ähnliche Richtung. Da war der Motorradfahrer allerdings noch eher Randgruppe als Lifestyler.

Demnach ist die Motorradkategorie, in die man die drei neuen Modelle einordnen könnte, eigentlich noch nicht geschaffen. Denn das Design ist irgendwo zwischen Retro- und Nakedbike angesiedelt. Moderne, klare und typisch skandinavische Designlinien treffen auf die unzähligen Vorteile eines straßentauglichen und ultraleichten Einzylinder- Nakedbikes. Das sieht nicht nur umwerfend gut und einladend aus, sondern klingt auch höchst vielversprechend, was die Performance und Wendigkeit angeht. Alles in allem darf man die Formgebung der neuen Huskys wohl schon jetzt als Meisterstück des Motorraddesigns bezeichnen.

Mit den beiden 401er-Modellen wendet sich Husqvarna explizit an eine junge, dynamische Zielgruppe, die nicht unbedingt das Leistungswettrüsten der üblichen Nakedbikes interessiert, die aber auch kein Retro-Eisen durchs Urbane lenken will, sondern auf puristisches, höchst zeitloses Design steht und ein technisch schlichtes, wenn auch sehr modernes Motorrad ihr Eigen nennen will.

Die Namen sind ebenso schlicht gehalten: Svartpilen heißt auf Schwedisch so viel wie schwarzer Pfeil und Vitpilen heißt – no na – weißer Pfeil. Beide Vitpilen-Modelle, die 401 und die 701, sind eher sportlich angehaucht. Man sitzt weiter hinten, der Lenker ist flach und der Fahrer wird automatisch in eine sportlichere Sitzposition gezwungen. Wer in Sachen Leistung mit den 44 PS der Vitpilen 401 nicht auskommt, der greift zur 701, die mit 75 PS und 72 Nm Drehmoment durchaus kompetitiv auf der Bergstrecke sein dürfte.

Die schwarze Schwester, die munter den „Urban Explorer“ mimt, gibt es vorerst nur in der 401er- Variante. Auf ihr sitzt man dank des höheren Lenkers aufrechter und somit entspannter am Weg durch den Stadtdschungel. Was in Sachen Lifestyle natürlich dazugehört, ist auch eine entsprechende Bekleidungskollektion. Besonders spannend ist auch die Preisgestaltung: Für ein Motorrad dieses einzigartigen Typs sind die rund 6.700 Euro für die Svartpilen 401 und die Vitpilen 401 sowie die 10.998 Euro für die Vitpilen 701 durchaus moderat. Eins ist allerdings jetzt schon klar: Ganz unabhängig davon, wie sich die drei neuen Bikes 2018 fahren werden, ein echter Motorradsammler muss zumindest eine der neuen Huskys in der Garage oder eventuell sogar im Wohnzimmer stehen haben.

:Infoporn

Husqvarna Vitpilen und Svartpilen 401

Hubraum: 373,3 ccm

Leistung: 32 kW/44 PS

Drehmoment: 37Nm

Gewicht (fahrfertig): 150 kg

Preis: ab 6.698 Euro

:Infoporn

Husqvarna Vitpilen 701

Hubraum: 692,7ccm

Leistung: 55kW/75PS

Drehmoment: 72Nm

Gewicht (fahrfertig): 157 kg

Preis: ab 10.998Euro