• A-Klasse á la Asien!

    Fahrvorstellung Infiniti Q30

    Infiniti Q30

Der Infiniti Q30 soll die Brücke zwischen europäischer Technik und asiatischem Design schlagen. Dank der Kooperation mit Mercedes kann der Q30 auf gewohnt leistungsstarke Motoren zurückgreifen und diese mit mutigem, wenngleich anziehendem Äußeren ummanteln.

Von Karl Jereb

Hauptwohnsitz der 1989 gegründeten Fahrzeugfirma Infiniti heißt zu Deutsch „duftender Hafen“. Die Präsentation des neuen Infiniti Q30 Active Compact fand allerdings nicht in Hongkong sondern in Lissabon statt, was die Reisezeit von uns Felix Austrianis empfindlich verminderte. Außerdem lässt sich der chinesisch-japanisch-amerikanische (und bald mexikanische) Europäer im Lichte der untergehenden Sonne am Atlantik wunderbar in Szene setzen. Der Infiniti Q30 baut auf die Plattform der Mercedes A-Klasse. Sein offroadfreudigerer Bruder QX30, der demnächst erscheint, auf die des Mercedes GLA. Der europäische Part des Wagens ist also eindeutig erkennbar. Doch nicht nur die Bodenplatte, sondern auch die Motoren können sich eines Sterns rühmen.

Eine Frage der Leistung!

Die Motorenpalette reicht vom, unserer Meinung nach etwas unterbepferdeten, 1,5-Liter Diesel mit 109 PS bis zum 2,2-Liter großen Dieselmotor mit 170 PS. Die stärkste Benziner-Variante bietet 2 Liter Hubraum und 211 Pferdestärken. Bei den Topmodellen (2,2-Liter-Diesel und 2-Liter-Benziner) ist die Leistung durchaus als sehr angemessen zu bezeichnen, außerdem bieten diese eine optionale Allradunterstützung, was für ein quasi-SUV zweifellos sinnvoll ist. In Lissabon allerdings nicht zwingend nötig. Wir cruisten an der Küste entlang und plötzlich ertönte ein unangenehmer Warnton. Der Vordermann kam uns zu nahe. Flugs schalteten wir in den Sportmodus, um die komplette und unverzüglich abrufbare Energie der 211 Pferde zur Verfügung zu haben und den Vordermann in Gestalt eines Fiat Panda hinter uns zu lassen. Der Klang des 2-Liter Benziners ist gehaltvoll und ebenso erfreulich.

Infiniti Q30

360° auf 4,4 Meter

Dank des ausgefeilten Kamerasystems können die Assistenten hinten, vorne und seitlich eingreifen. Der Spurhalteassistent rüttelt am Lenkrad, dass der Müdigkeitsassistent absolut keine Arbeit mehr zu verrichten braucht, sollte ein jener an Bord sein. Das Siebengang-Automatikgetriebe (DCT) schaltet unmerklich durch die Gänge, die Schaltwippen am Lenkrad sind ein wenig optimistisch, immerhin sind 211 PS zwar schön, jedoch nicht raketengleich. Kommen wir zu den inneren Werten. Elegant, qualitativ hochwertig und haptisch ansprechend sind Armaturenbrett, Lenkrad, Schaltknüppel und Sitze. Wo wir gerade bei den Sitzen sind: Infiniti rühmt sich mit den besonders wirbelsäulenfreundlichen Plätzen im vorderen Bereich des Wagens. Angenehm sind sie, schön auch, keine Frage, doch als speziell rückenschonend kann man sie nicht bezeichnen. Außerdem verwunderte uns die Tatsache, dass selbst nach kompletter Durchforstung des Vehikels kein USB-, oder AUX-Anschluss zum Vorschein kam. Bluetooth erforderlich!

Besonders!

Beim Infiniti Q30 denkt vordergründig niemand an europäische Technik, sondern an ausgefallenes Design gepaart mit intelligenter Elektronik. Das Exterieur ist mutig, keine Frage, doch muss man Infiniti diesen Mut mit Blick auf europäischen Einheitsbrei hoch anrechnen. Persönlich ist es mir lieber, wenn Hersteller ab und an aus dem gewohnten und damit gut verkaufbaren Käfig ausbrechen und neue Wege gehen. Geschmackssache, freilich! Dem Design ist allerdings das mit nur 368 Litern sportwagenähnlich kleine Kofferraumvolumen geschuldet. Für die Reise um die Welt folglich ungeeignet, doch den wöchentlichen Einkauf schluckt der Infiniti Q30 damit allemal. Die Fahrzeuglänge von rund 4,4 Metern hat Vorteile im Großstadtdschungel und Nachteile im Personenverkehr, denn mehr als zwei Erwachsene (im Sinne der Größe) finden, bequem, nicht Platz im „Active Compact“.

Preislich

Den Infiniti Q30 gibt es als Basismodell, als Premium- und Sportmodell. Das Einstiegsmodell Q30 1.5d 6MT, 2WD und 109 PS steht ab 26.000 Euro in der Garage. Das Topmodell Q30 2.0t 7DCT, AWD mit 211 PS kostet 40.883 Euro. Die, meist optionale, Ausstattungsliste ist lang und beinhaltet unter anderem das Infiniti InTouch-Navigationssystem, ein Technikpaket (Automatischer Parkassistent mit Rundumsicht-Monitor und Bewegtobjekterkennung, Rückfahrkamera mit Display, Sensoren vorn und hinten und Schlüsselloses Zugangssystem) und ein Sicherheitspaket mit Toter-Winkel-Warnsystem. Wer ein Premium-Audiosystem von Bose®, ein Panorama-Glasdach mit elektrisch verstellbarem Sonnenschutz, eine Metallic-Lackierung, eine Seidenmatte Dachreling aus Chrom und 19-Zöller haben will, muss rund 3.000 Euro nachlegen. Durchwegs verkraftbar in Anbetracht der Aufwertung des Fahrzeugs. Wer also durchaus sportliches Fahrvergnügen und europäische Motorentechnik gepaart mit asiatischen Designaspekten sein eigen nennen will, ist mit dem Infiniti Q30 gut beraten!

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