Totgesagte leben länger

Der Jaguar XF Sportbrake erwacht!

Eigentlich war er schon totgesagt. Denn als Jaguar vor zwei Jahren den neuen XF vom Stapel gelassen hat, wollten die Briten die Kombi-Kunden in ihren F-Pace lotsen und den Sportbrake still und leise sterben lassen. Doch diese Rechnung ist nur zum Teil aufgegangen: Das erste SUV der Marke ist zwar bereits fest im Straßenbild verankert, der XF dagegen fährt mit nicht einmal 2.000 Zulassungen im letzten Jahr nahezu unter der Wahrnehmungsschwelle und hat gegen Mercedes E-Klasse, Audi A6 oder BMW Fünfer nicht den Hauch einer Chance. Deshalb haben die Briten ihre Planung über den Haufen geworfen und bringen jetzt doch wieder einen Sportbrake.

Von Thomas Geiger

Während hinten vieles neu ist, ändert sich vorne nicht viel: Auch der Kombi fährt deshalb mit den bekannten Ingenium-Motoren, von denen Jaguar zunächst vier Diesel und nur einen Benziner ausgewählt hat. Während die Otto-Fraktion allein einen 250 PS starken Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum bekommt, können die Öltanker deshalb zwischen einem 2,0-Liter mit 163, 180 oder 240 PS wählen oder sich gleich für das Topmodell mit einem 340 PS starken V6-Diesel von drei Litern Hubraum entschieden. Während der Basisdiesel mit 4,5 Litern zum Sparer werden soll, verspricht Jaguar für diese Variante bei einem Sprintwert von 5,5 Sekunden dann auch einen gewissen Sportsgeist.

So ambitioniert der XF Sportbrake für einen Kombi auch sein mag, halten die Briten insgeheim offenbar nicht sonderlich viel von dieser Karosserievariante. Den Absatz mag sie zwar beleben, doch weil in dieser Kategorie erst die Vernunft kommt und dann das Vergnügen, befürchtet Jaguar trotz des eleganten Designs und der engagierten Technik offenbar eine frühzeitige Ermattung. Deshalb haben sie die Ausstattung nicht nur um nette Neuigkeiten wie eine Gestensteuerung fürs Schiebedach oder den wasserfesten Activity Key aus dem F-Pace erweitert. Sondern zum ersten Mal baut Jaguar beim XF Sportbrake auch einen Müdigkeitswarner ein.