Faszination Jaguar XJ220

Vom Flop zum Sammlerstück

Vom Jaguar XJ220 wurden lediglich 275 Stück gebaut. Und obwohl selbst diese Zahl nicht verkauft werden konnte: Heute reißen sich die Sammler um den britischen Youngtimer. Im Video feiern wir das zu seiner Zeit schnellste Supercar der Welt.

by Patrizia Zernatto

Eigentlich sollte der XJ220 die Supersportwagen-Krönung für Jaguar darstellen, allerdings ging dieser Plan leider nicht auf. Bei der Vorstellung der Studie bei der British Motorshow 1988 wurde der über fünf Meter lange 6,2 Liter 12-Zylinder als Star der Messe gefeiert. Sagenhafte 527 Allrad-PS sollte der Supersportler von Jaguar mit sich bringen und damit auch die namensgebenden 220 Meilen pro Stunde bzw. 354 km/h erreichen.

220 Meilen pro Stunde: Der Name ist (fast) Programm

Geplant war eine Kleinserie von 350 Autos, allerdings wurden zwischen 1992 und 1994 lediglich 275 Stück gebaut – und auch das nur in abgespeckter Form. Während man den Vorbestellern auf der Messe noch von einem V12 mit Allradantrieb erzählte, wurde während der Entwicklung auf einen 3,5 Liter Biturbo V6 mit Heckantrieb umgesattelt. Oder sollte man sagen: abgehalftert?

Der „Motorwechsel“ machte das Auto zwar noch schneller als den ursprünglich geplanten 12-Zylinder, schreckte aber Käufer ab. Dessen ungeachtet, erreichte der XJ220 Tempo 100 bereits nach 4 Sekunden und hielt bald den bis heute zum Ritterschlag für Supercars gehörigen Rundenrekord am Nürburgring. Die 220 Meilen erreichte er … fast, als Martin Brundle den Wagen in Nardo ausprobieren durfte und auf 217 Meilen kam.

Heute, mehr als 30 Jahre später, hat sich der XJ220 trotz vieler Probleme zum wertstabilen Traum vieler Youngtimer-Sammler gemausert. Im Video bekommt man eine kleine Ahnung, woran das liegen könnte: Der Faszination des ungewöhnlichen Jaguar XJ220.

Photo & Video Credit: Praemio