„Wir bringen dem Auto bei, sich selbstständig durch den Straßenverkehr zu bewegen“

Kampfansage an Elon Musk

Das Navigationssystem im Auto kommt von Google, die Boxen von Bose, weshalb sollte ein Fahrzeugcomputer für autonomes Fahren also nicht von Bosch kommen? Als Automobilzulieferer machte sich der Konzern schon einen Namen.

Text: Maximilian Barcelli

Auf der Konferenz Bosch Connected World 2017 in Berlin spart das Unternehmen nicht mit Zukunftsvisionen. Was vor allem heraussticht, ist eine künstliche Intelligenz, die dem autonom fahrenden Fahrzeug auch in neuen, unbekannten und komplexeren Situationen das Händchen halten soll. Wenn wir also in unserem zukünftigen autonomen Wagen sitzen und zur Abwechslung mal die Hupe bedienen müssen, weil das autonom fahrende Fahrzeug vor uns offensichtlich keine Augen im Schädel hat, speichert die künstliche Intelligenz dieses Verhalten ab und wir können uns beim nächsten blinden autonomen Auto zurücklehnen und das aggressive Hupen ganz dem Fahrzeugcomputer überlassen.

Ganz so lächerlich wie eben dargestellt ist dies natürlich nicht. Der Vorsitzende von Bosch hat große und vor allem realisierbare Pläne. So soll die Künstliche Intelligenz zum Beispiel blinkende Autos besser interpretieren und schneller auf das Abbiegen oder den Spurenwechsel reagieren. Die Daten, welche bei den Fahrten gesammelt werden – man könnte auch sagen: das Wissen, das sich der Autocomputer aneignet – werden abgespeichert. Experten überprüfen das Erlernte dann. Sollte sich herausstellen, dass die künstliche Intelligenz keinen Mist gebaut hat und die Situation gut erkannt hat, wird das Wissen auf viele weitere Autocomputer übertragen.

„Automatisiertes Fahren macht den Straßenverkehr sicherer. Künstliche Intelligenz ist der Schlüssel dazu. Das Auto wird schlau.“ – Volkmar Denner, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung

So soll ein riesiges Netzwerk entstehen und selbstfahrende Fahrzeuge auf jegliche Situationen vorbereitet werden. Science-Fiction ist all dies bestimmt nicht, ob schon im nächsten Jahrzehnt tatsächlich fahrerlose Autos zu unserem Alltag gehören, sei dahingestellt. Die Idee ist auf jeden Fall interessant und eine weitere Verfolgung wert!