Raumwunder UND Sportskanone?

Kia Optima SW GT: Auch Papas dürfen Spaß haben!

„Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder,“ schrieb der italienische Dichter Dante Alighieri. Doch der frischgebackene Papa weiß, so hell die Kinderaugen auch leuchten mögen, mit dem Elterndasein wächst die Verantwortung und der Spaß bleibt auf der Strecke. Oder?

Text: Maximilian Barcelli

Gut, der Dante wird’s schon wissen, immerhin gehen vier Kinder auf sein Konto. Der fairnesshalber muss man aber schon auch sagen, dass das Automobil Seinerzeit noch nicht ganz am Höhepunkt der Entwicklung stand und Fahrfreude im italienischen Vokabular noch ein Fremdwort war. Hätte er je die Freuden verspürt, die mit einem ausbrechendem MX-5-Heck einhergehen, würde er dann trotzdem so lieblich über die Kinderaugen schreiben, die ihm diesen Traum nehmen und zu einem Van-fahrenden Langweiler machen? Mit dem MX-5 das Leben genießen und Kinder haben, das geht sich platztechnisch einfach nicht aus. Weil wir aber gottlob nicht mehr im 13. Jahrhundert wie Kollege Dante rumkrebsen und die Automobilhersteller auch dem Papa nicht von der Freude am Fahren ausschließen möchte, gibt’s Fahrzeuge wie den Kia Optima SW GT – und mit diesen fuhren wir ein Zeital herum.

Und meine Herren, hatten wir Spaß! Zwar stand keine große Reise an und die 552 Liter Kofferraum fanden nur magere Verwendung, doch bewies uns der sympathische Koreaner, dass auch Papas Fahrfreude erleben dürfen – und das zu einem fairen Preis fernab von anderen Powerkombis. Der Vier-Zylinder-Motor drückt 245 PS ab, die einem wiederum in guten 7,6 Sekunden auf Landstraßentempo katapultieren. Einziges Manko dabei ist der elektronisch verstärkte Sound, auf dem man gut und gerne verzichten könnte. Tut man auch, so lange der Sport-Modus nicht aktiviert wird.

Aber lassen wir uns von den gekünstelten Motorklängen nicht die Laune verderben, immerhin steht Fahrspaß beim Optima SW GT an zweiter Stelle, gleich nach Platz- und Raumangebot. Und den wird der Papa haben, nicht nur wegen der starken Motorleistung, auch das generelle Ansprechverhalten des Autos ist im Sportmodus (auweh) herrlich direkt. Lenkung, Gasannahme – der Optima will feinfühlig behandelt werden und gibt dafür so einiges zurück. Beginnend beim sportlich-ausgerichtetem Interieur: Rote Nähte zieren den gesamten Innenraum, das Lenkrad ist griffig und abgeflacht und vor allem der massive Wählhebel zum Sortieren des Automatikgetriebes strahlt Aggressivität und Dynamik aus. Ein weiteres feines Detail ist – wiedermal im Sportmodus anzutreffen – die Drehmoment- und Druckangabe auf dem Bordcomputer.

Aber auch Exterieur-mäßig gibt der aufgepumpte Kombi von Kia ordentlich was her. Da hat’s mir das Zusammenspiel des Kühlergrills und der Frontleuchten besonders angetan. Doch auch die dezenten Chromakzente sind fein anzuschauen und lassen das väterliche Herz höherschlagen.

Der KIA Optima SW GT vereint Sportlichkeit mit Familientauglichkeit, was Herstellern wie Audi (RS6) oder Mercedes (AMG E63 S) zwar auch gelingt – und das ziemlich brachial – doch spielen viele Power-Kombis in einer anderen preislichen Liga. Der Optima GT SW ist mit seinen 51.790 Euro Einstiegspreis zwar auch kein Schnäppchen, doch will man anders sein, als die Octavia RS– oder Leon Cupra-Fahrer, kostet das nun mal ein paar Scheinchen.