John Morris baut wieder…

Kommt die längste Rennstrecke nach Amerika?

Stößt die Spring Mountain Motorsports Ranch die Nürburgring-Nordschleife bald vom Stockerl? John Morris plant in Nevada die längste Rennstrecke der Welt zu bauen.

by Patrizia Zernatto

Im Moment hält der Nürburgring mit etwas über 20,8 Kilometern den Rekord für den längsten Racetrack der Welt, doch der soll in den nächsten Jahren nach Amerika wandern.
2004 kaufte James Morris, der Selfmade-Internet-Milliardär, die Spring Mountain Motorsports Ranch in Pahrump, 45 Minuten vom Las Vegas Strip entfernt. Zu Beginn fand man hier inmitten der Wüste lediglich eine 2,2 Meilen (3,5 Kilometer) lange Rennstrecke und ein paar mobile Toiletten für die wenigen Schaulustigen. Innerhalb der letzten 13 Jahre hat Morris jedoch das Areal zum exklusiven Spring Mountain Resort & Country Club mit Clubhaus, Pools und Helikopterlandeplatz verwandelt. Hier fehlt es weder an Rennfeeling, noch an Luxus, selbst einen See samt Insel ließ der Entrepreneur ausheben. Mittlerweile arbeiten hier über 120 Mitarbeiter und den Kaufwert von 5 Millionen US-Dollar hat er auf 30 Millionen aufgewertet. Auf der Ranch findet sich auch eine Race-Instruction School, damit die Hobby-Piloten die Autos auf der Rennstrecke lassen und nicht in besagtem See versenken.
Doch all das ist Morris nicht genug. Die Bauarbeiten für 200 luxuriöse Wohnhäuser nahe des Tracks, ein Hotel, Restaurants, Kinos, Coffee Shops, Autowaschanlagen und sogar eine Wasseraufbereitungsanlage haben bereits begonnen. Natürlich soll auch Off-Road Fans etwas geboten werden. Ende des Jahres wird der 6 Meilen (fast 10 Kilometer) lange Off-Road Wüsten-Kurs für Trucks, ATVs, High Performance GoKarts oder Dune Buggies eröffnet.

Who can beat that?

“Spring Mountain is an adult Disneyland. We race cars, we go off-roading, we shoot big guns, we jet pack, we play with remote-control boats and cars, we fly drones, we fly planes, we fly helicopters. When you want a great dinner and some nightlife, you’re only a 40-minute drive from Las Vegas. Who can beat that?”, Jeffrey Cheng (privater Investor) über das Resort.

Doch das alles macht das Mountain Resort nicht so besonders, Luxus und Dekadenz findet man in Aspen oder den Hamptons auch und umsonst zahlt man als Mitglied nicht 45.000 US-Dollar Einschreibungsgebühren und weitere 5.000 US-Dollar pro Jahr um die Mitgliedschaft zu behalten (um das Geld ist man übrigens noch keine einzige Runde gefahren). Aber am Geld mangelt es hier ohnehin nicht, einige der Fahrer fliegen sogar monatlich von Australien oder Asien an, um ihr geliebtes Fahrzeug im Kreis zu treiben. Laut Morris wird im Zuge der Bauarbeiten die Rennstrecke auf 15 Meilen (24,1 Kilometer) verlängert und so wird das über 360 Hektar große Gelände zweifellos zum Disneyland für (reiche) Erwachsene.

Wer jetzt neugierig geworden ist, hier geht es zum Spring Mountain Motorsports Ranch Video.

Photo Credit: Peter Bohler, Spring Mountain Resort & Country Club