• Legende reloaded

    Porsche Boxster Spyder kommt im Juli

Porsche unternimmt einen Ausflug in die Vergangenheit. Und bringt ein außergewöhnliches Automobil mit.

Text: Thomas Geiger

Wenn das James Dean noch erleben könnte: Über ein halbes Jahrhundert nachdem der US-Schauspieler mit seinem tödlichen Unfall sich selbst und den Porsche 550 Spyder vollends zur Legende gemacht hat, feiert sein „Little Bastard“ jetzt fröhliche Urständ: Denn als schnellste, stärkste, leichteste und puristischste Spielart des aktuellen Boxsters zeigen die Schwaben auf der Autoshow in New York einen neuen Spyder, der dem federleichten Zweisitzer aus den Fünfzigern näher kommt als jeder andere Porsche der letzten Jahre. Der Retro-Roadster trägt den Namen Boxster Spyder und kommt im Juli in den Handel.

Für einen ziemlich sicher stattlichen Aufschlag auf den Boxster GTS wird der Spyder mit einfachen aber wirkungsvollen Mitteln weit in die Vergangenheit katapultiert – das konventionelle Verdeck weicht einer dünnen Haube, die wie ein Sonnensegel über die beiden Sitze gespannt wird und nicht viel mehr will als einen minimalen Schutz vor Wind und Wetter. Und wo sich beim konventionellen Boxster eine schön flache Haube übers Heck legt, trägt der Spyder zwei charakteristische Höcker wie man sie schon beim Rennwagen 718 aus den Sechziger Jahren gesehen hat. Außerdem übernimmt der Spyder Heck- und Bugschürze des neuen Cayman GT4.

Von den 550 Kilogramm des James-Dean-Autos ist zwar auch dieser Boxster meilenweit entfernt, doch dürfte er mit Abstand das leichteste Modell in der Porsche-Palette sein.

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Dazu predigen die Schwaben den Purismus und singen das Hohelied der Handarbeit: Während sich das Dach im normalen Boxster elektrisch zusammenfaltet, muss man im Spyder selbst Hand anlegen. Die Sitze sind enge Leichtbauschalen, Radio und Klimaanlage gibt es nur als kostenlose Wunschausstattung und die Option auf ein Automatikgetriebe haben die Ingenieure gleich ganz aus der Preisliste geworfen. Selbst die inneren Türgriffe weichen schwarzen Schlaufen aus Stoff.

Diese freiwillige Selbstbeschränkung lenkt nicht nur den Blick zurück in die wilden Fünfziger, sondern senkt obendrein das Gewicht des Roadsters. Von den 550 Kilogramm des James-Dean-Autos ist zwar auch dieser Boxster meilenweit entfernt, doch dürfte er mit Abstand das leichteste Modell in der Porsche-Palette sein.

Weil die Schwaben natürlich auch noch einmal am Fahrwerk (minus zwei Zentimeter in der Trimmlage) und am Motor (plus 0,3 Liter Hubraum) gefeilt haben, ist der Spyder nicht nur schöner als der normale Boxster, sondern auch schärfer, stärker und schneller. Statt 330 PS wie im Boxster GTS leistet der auf 3,8 Liter aufgebohrte Sechszylinder aus dem 911 nun 375 PS und hat leichtes Spiel mit dem Zweisitzer. Von 0 auf 100 schafft es der Spyder in 4,5 Sekunden und Schluss ist die Raserei erst bei 290 km/h – das werden stürmische Zeiten in Stuttgart.

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