Das erste Serien-Solarauto

Der Lightyear One

Elektromotoren sind ja an und für sich schon eine feine Sache, vor allem wenn es um den Alltag geht. Leise, kraftvoll und sparsam gehen die E-Aggregate zu Werke – nur leider eben noch nicht über besonders lange Strecken. Der Lightyear One soll das ändern, denn er lädt sich dank Solarpanelen ständig selbst – oder zumindest immer wenn es sonnig ist.

Text: Jakob Stantejsky

Anders als gefühlt fast alle E-Auto-Startups der letzten Zeit kommt Lightyear nicht aus China, sondern aus den Niederlanden. Hier haben die Gründer Lex Hoefsloot und Martijn Lammers vor einigen Jahren beschlossen, dass jemand etwas wirklich Bedeutendes gegen den Klimawandel unternehmen muss und sich ein Ziel gesetzt: Das erste serienmäßige Solarauto der Welt soll so bald wie möglich auf den Markt kommen. Jetzt endlich befindet sich diese Vision in greifbarer Nähe und 2020 sollen die ersten Lightyear Ones vom Fließband rollen. Dabei handelt es sich erst um zehn Exemplare der Signature-Version nur für die Niederlande, bevor dann noch 90 Stück der Pioneer-Version für Europa folgen. 2021 soll es dann richtig losgehen mit der Serienauslieferung. In Betrieb genommen wird die Fertigungsanlage in Helmond übrigens schon am 1. August dieses Jahres. Das umweltfreundliche Vergnügen kostet erstaunlicher- und erfreulicherweise gar nicht die Welt – ab 119.000 Euro plus Steuern (die bei einem Solarauto wohl eher gering ausfallen sollten) ist man dabei. Billig ist natürlich was Anderes, aber bei solch wegweisender Technologie erscheint der Preis doch sehr human.

Leistungsdaten kann ich euch bedauerlicherweise zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht an den Schädel schmeißen. Bisher weiß man lediglich, dass vier Radnabenmotoren für Allradantrieb sorgen werden, der wiederum je nach Batterie 400 oder 800 Kilometer ohne Ladung zurücklegen kann. Wenn man keine Sonne scheint, sitzt man natürlich dennoch nicht auf dem Trockenen (eigentlich schon, aber eben nur wettertechnisch), da der Lightyear One auch per Steckdose und Schnelllader geladen werden kann. Falls der Tank schon voll ist, die Sonne vom Himmel brennt und das Auto nur würdevoll in der Einfahrt rumsteht, kann man es auch als Generator verwenden und Heim und Hof mit Automobilstrom versorgen. Auf der Website könnt ihr euch für jeden Ort ausrechnen lassen, wieviel Prozent eurer Fahrerei ihr im Lightyear One solarbetrieben zurücklegen könnt. In Wien wären das bei 30.000 Kilometern pro Jahr satte 50 Prozent. Wenigfahrer wären bei 10.000 Kilometern sogar zu 100 Prozent sonnenbefeuert! Von Amsterdam nach Innsbruck (1802 km) rechnet Lightyear mit zwei Ladestopps, die insgesamt drei Stunden in Anspruch nehmen. Reichweitenmäßig muss sich der Lightyear One vor niemandem verstecken, jetzt muss es nur noch 2020 werden!