Heiße Reifen für heißen Leberkäs

Mann wird Amokfahrer wegen Leberkäsesemmel

Wenn was nicht so funktioniert wie man es gern hätte, dann kann so mancher Mitmensch recht schnell etwas ungehalten werden. Meistens reichen dafür schon kleine Dinge, die schief gehen. Wenn einem der Bus vor der Nase wegfährt etwa. Und dann gibt es da noch die wirklich richtig argen Sachen, bei denen aus dir der Hulk wird.

Text: Tizian Ballweber

In diesem speziellen Beispiel, wurde aus einem 38 Jahren alten Dude aus Oberösterreich aber kein grüner Riese, sondern ein hautfarbener Volldepp. Nicht nur weil seine offensichtliche Leibspeise selbige Farbe hat. Wobei, man kann ihn ja schon verstehen, den Guten. Da will man sich seine wohlverdiente, heiße Leberkäsesemmel kaufen, um dann im Auto, noch auf dem Weg in die Arbeit, herzhaft bei der nächsten roten Ampel reinzubeißen, weil der Gusto nach eben jenem wunderbaren Stück weichen Fleisches zu groß ist, um es für später aufzuheben. Man könnte sagen, heiße Fleischeslust war die Ursache dieses Geschehens.

Denn die Lust war so groß, das Portemonnaie aber so klein. Zu klein. Denn offensichtlich hatte da kein 2-Euromünzchen Platz. Und trotzdem ging dieser Leberkäsesemmel Connaisseur zum Leberkäsesemmelverkäufer seines Vertrauens um sich einer kleinen Leberkäsesemmel-Gönnage hinzugeben. Als ihn der Verkäufer darauf hinwies, dass die beiden Semmelhälften mit Fleischkäse in der Mitte 2 Euro kosten und nicht 23 Cent, 5 Knöpfe und 3 Büroklammern, geriet unser Leberkas-Dude etwas in Rage. Dabei schmiss er, total und vollkommen verständlich, andere Waren zu Boden. Um seinem Unmut noch mehr Ausdruck zu verleihen, machte er sich auf den Weg zu seinem Wagen. Damit fuhr er dann gegen die Eingangstür des Einkaufzentrums, in welchem sich der wohl beste Leberkäse der Welt befindet und crashte dagegen.

Genug der blöden Sprüche: dank eines 64-jährigen Mannes konnte schlimmeres verhindert werden. Er riss die Fahrertür auf und holte den Amokfahrer raus. Zusammen mit einem weiteren Passanten konnte er den 38-jährigen festhalten, bis die Polizei eintraf und ihn dann festnahmen. Wegen psychische Probleme und Fremdgefährdung wurde er in die psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses eingeliefert.