Skoda 4×4 Winter Experience

Mein Skoda-Allrad kann.

Der Sommer kommt – auch, wenn es momentan ganz und gar nicht danach aussieht. Doch diese, zugegeben, brutale Kältewelle, die gerade über Österreich hinwegfegt, ist ja eigentlich nur noch das letzte Aufbäumen des Winters. Der Sommer kommt. Schön, oder?

Text: Maximilian Barcelli

Es gibt genau drei Sachen, die den Sommer erträglich machen. Da wären zum einen die seltenen Tage, welche mehr an den Frühling erinnern und dich nicht mit unerträglichen Temperaturen in die Knie zwingen. Die anderen zwei Dinge haben mit Autofahren zu tun: Wir können endlich wieder die frische Luft in Cabrios genießen und die montierten Sommerpatschen sorgen wieder für angemessenen Grip. Aber sonst?

Was ist schön daran, bei sengender Hitze im Schanigarten zu sitzen? Das eiskalte Bier bringt weniger Erfrischung mit sich, als dass es dich einfach nur zum Schwitzen bringt. Und deine – man verzeihe mir diese groteske Wortwahl – Eier picken so fest zusammen, dass das Innenministerium (Stichwort: Klebergate) was von dir lernen könnte. Nein, da ist gar nichts schön daran. Deshalb fliehen wir – und zwar weit, weit weg. In den Norden. Dort, wo man im Winter noch ein echtes Wonderland vorfindet und wo der Sommer mit Temperaturen um die 20 Grad genau perfekt ist.

Wir waren allerdings nicht nur im finnischen Rovaniemi um Kraft für die bevorstehende Jahreszeit zu tanken. Und dass wir den Weihnachtsmann fragen konnten, was für ein Blödsinn das denn am 24. war, ist nur die Kirsche auf der Torte. Die eigentliche Süßspeise war nämlich das Automobil. Wobei, eigentlich waren es mehrere. Denn Skoda lud zum Allrad-Test nach Lappland, wo uns die üppig aufgestellte 4×4-Palette des tschechischen Herstellers erwartete. Dass die Allrad-Thematik nicht nur im Norden, sondern vor allem in Österreich wesentlich ist, muss wohl kaum erwähnt werden.

Mein Lieblingschef, der sich diesen Titel mit dem anderen Chef den ich habe teilt,  hat’s in seinem Bericht über die die Seat Snow Experience ja ohnehin schon geschrieben: Ganz egal wie oft man sich einredet, dass man den Allrad im Alltag ja ohnehin nie braucht, genau dieses eine mal im Jahr, an dem man dann vielleicht irgendwo im Schnee oder Gatsch feststeckt, oder man mit Allradantrieb die Kurve doch noch hätte kriegen können, genau dann wird man den Tag verfluchen, an dem man sich gegen einen Allradler entschieden hat.

Und außerdem: Welche Nachteile bringt ein Allradler schon mit sich? Gut, Mehrkosten sind nicht zu bestreiten. Doch auch die halten sich, zumindest im Sortiment von Skoda, im Zaum. Um mit dem Kodiaq auf alle Lebens- und Schneelagen gefasst zu sein, ist in den meisten Ausstattungslinien ein 4×4-Aufschlag von 2.550 Euro fällig. Beim Superb sind es durchschnittlich ein wenig mehr, der brandneue Karoq ist sowieso nur mit All you can eat-Ausstattung und Top-Motor als Allradler zu haben und was den Octavia angeht: Da schrumpft der Aufpreis für einen Allradantrieb auf nur 1.630 Euro.

Noch so eine Sache, die wohl viele potentielle Kunden von Allrad-Modellen abschreckt, ist der Verbrauch. Doch auch da steuert der tschechische Hersteller gegen. Denn während sich in Extremsituationen – also Untersteuern beispielsweise oder eben Schneefahrbahn – die Hinterachse einschaltet und das Drehmoment auf die einzelnen Räder verteilt wird, fährt jedes 4×4-Modell von Skoda im Normalbetrieb frontgetrieben. Was die Minimierung des Verbrauches mit sich bringt: Oft sind es nur 0,4 Liter Treibstoff auf 100 Kilometer, die den Unterschied zwischen Vorderrad- und Allradantrieb ausmachen.

Jedoch ging es bei der Skoda 4×4 Winter Experience ja nicht wirklich um den Verbrauch, denn dieser kraxelte nicht selten auf über 20 Liter. Durchgehend quer zu fahren ist nun mal nicht die effizienteste Form der Fortbewegung – aber sicherlich die spaßigste. Das wollte Skoda vermitteln. Der Allradantrieb des Herstellers sorgt nämlich nicht nur für ein paar weniger Sorgenfalten während des Schiurlaubs, er macht Freude. Wie befreiend so ein kleiner Heckschlenzer doch sein kann – und davon gab es genug. Skoda stellte beispielsweise auf einer kreisförmigen Schneefahrbahn unter Beweis, dass sich auch ein fast zwei Tonnen schweres SUV à la Kodiaq driften lässt.

In einem Drag Race veranschaulichten die Tschechen dann den Grip-Unterschied zwischen 4×2 und 4×4-Modellen. Der ist, wie man ja durchaus erahnen konnte, enorm. Wie enorm allerdings, war schon überaus überraschend. Denn während der frontbetriebene Octavia noch keine zwei Meter nach vorne kam, preschte die Allrad-Version bereits dem Ziel entgegen. Später ging es dann auf einen Rundkurs, auf dem Skoda dann eben wieder festhalten wollte, dass Allrad nicht nur für Spießer ist, die auf der sicheren Seite sein wollen, sondern eben auch für Genießer am Steuer.

ESP ausschalten, Race Modus einschalten und die Fuhren gehen schön brav quer. Und falls der Spießer jetzt abgeschreckt ist: ESP aktivieren und den Fahrmodus „Snow“ auswählen, schon passt sich die Elektronik der Fahrbahn an. Auch am ABS geht der Snow Modus nicht spurlos vorbei: Ein längerer Radschlupf wird zugelassen, womit das Bremsen auf Schnee effizienter wird.

Octavia, Superb, Karoq und Kodiaq – vier von sieben Modelle aus der Skoda Palette können bereits mit Allrad-Antrieb geordert werden. Was auf den ersten Blick nur nach Absicherung für den Fall des Falles (der eintreten wird) aussieht, bringt auch, wie wir am eigenen Leib erfahren durften, einiges an Fahrspaß mit sich. Wer freut sich da schon auf den Sommer?