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Mercedes-AMG GLC 43 Coupé: Wenn schon, denn schon!

Du willst auffallen und auf dicke Hose machen? Dann sind wir das perfekte Auto für dich testgefahren und durften feststellen (naja, eigentlich haben wir’s uns eh auch schon gedacht), dass das Mercedes-AMG GLC 43  Coupé noch so viel mehr zu bieten hat, als angeberisch aus den Endrohren zu röcheln.

Text: Maximilian Barcelli

Was fährt man, wenn man auffallen will? Was lautes, klar. Man soll ja schon von weitem beachtet werden. Und was großes, auch ganz wichtig. Etwas, dass der Welt zeigt, dass man’s geschafft hat im Leben. Einen GLC zum Beispiel. Aber keinen biederen „ich hackl bis zum Umfallen und kann mir dafür einen familiären 220d leisten“ – Benz, nein. Wenn schon, denn schon! Es muss ein AMG sein. Doch man kann nun mal nicht sein ganzes Erspartes in ein Fahrzeug verpulvern, weil: Irgendwie muss man ja auch noch tanken! Und bei fast 120.000 Euro Einstiegspreis, die man auf den Tisch hauen muss, um GLC 63 S Fahrer zu sein … man will ja nicht einer dieser Menschen werden, die ihr Auto nur in der Garage stehen haben. Als Dekor, sozusagen. Nein, man will Fahren. Damit noch ein wenig ein Kleingeld für Benzin übrig bleibt, greift der Vordenker also zum Mercedes-AMG GLC 43 4Matic Coupé – was eine exzellente Wahl ist!

Gute 80.000 Euronen sind für den Stern fällig, was schon ein ordentlicher Batzen Geld ist, aber deutscher Premium kostet eben. Ganz besonders, wenn unter der Haube 367 Pferchen lauern. Und ganz ehrlich: Es zahlt sich aus, wenn man noch was auf der hohen Kante hat. Denn abgesehen von einem großzügigen Raumangebot, das ein SUV-Coupé so mit sich bringt, zaubert der GLC einem immer und immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Die Beschleunigung ist brachial und wird beachtlicher, wenn man sich die aerodynamisch-ineffiziente Form des Fahrzeuges in Erinnerung ruft. 4,9 Sekunden, die es für die 100er Marke braucht, vergehen wie im Flug (eh klar, ist ja auch sau schnell) und lassen kindliche Gefühle aufkommen.

Doch auch bei der dynamischen Kurvenfahrt gibt sich der AMG GLC 43 für so ein Drum Auto sehr solide, das Ansprechverhalten von Gas und Lenkung sind wahnsinnig direkt (im Sport+ Modus in der Stadt fast schon anstrengend zu fahren) und etwas Off-Road kann er auch, wie Kollegin Pacey S. Hunter weiß. Wobei, will man so eine Schönheit überhaupt durchs Gelände peitschen? Das Rot kommt nun mal am besten, wenn es auf Hochglanz poliert ist. Und ja, ich finde das GLC Coupé verdammt hübsch – obwohl Kollege Ballweber und ich uns erst über GLE und X6 gestritten haben und meine Wenigkeit den Bayern präferiert. Aber der GLC (und ja, eh auch der GLE … hoffentlich liest er das nicht) gibt schon richtig was her! Und zwar nicht nur von außen.

Auch Innen hat man seine Freud mit dem klassischen Mercedes-Interieur, welches mit einer Mittelkonsole in Carbon-Optik, abgeflachtem Lenkrad und roten Nähten Sportlichkeit vermittelt. Man weiß, dass man in einem Mercedes sitzt, über denn die Jungs aus Affalterbach noch ordentlich drüber gegangen sind. Die Bedienung des Infotainmentsystems (und der Einstellung des Automatikgetriebes) ist zwar gewöhnungsbedürftig für Unerfahrene im Stern, doch hat man einmal den Dreh raus, ist das fast wie Fahrradfahren: Man verlernt’s nicht. Zu den monströsen Lüftungsauslässen sind die Meinungen gespalten, sie polarisieren. Wir finden allerdings, dass sich diese, vor allem in einem AMG, richtig gut machen.

Das Mercedes-AMG GLC 43 4MATIC Coupé ist nicht nur ein Auto, das zum prollen und protzen gut ist – auch, wenn ein solcher Eindruck bei der ersten Ausfahrt mit dem sportlichen Riesen entsteht. Viel mehr ist er ein Allrounder, der Spaß auf der Landstraße mit sich bringt (Gemäßigten Spaß, zugegeben. Aber für ein 1.780 Kilogramm schweres und 1,6 Meter hohes Fahrzeug wirklich top!), beim Beschleunigen Schmetterlinge im Bauch loslöst, gleichzeitig wirklich schön anzuhören ist, aber mit dem man auch gut und gerne nach Lignano reisen kann – dafür sorgt der 491 PS große Kofferraum.

Durch den sieht man allerdings, wir kommen jetzt zum einzigen Manko des GLC Coupés, aufgrund seiner Bauform (SUV-Coupé halt, ist bei der Konkurrenz ja auch nicht anders) nicht wirklich raus. Einparken ohne Rückfahrkamera wäre ein schweres, weil aber eh schon der kleinste Kleinwagen eine solche installiert hat, braucht man sich da bei Mercedes keine Sorgen machen … wenn das Geld halt stimmt.