In der zweiten Generation wird der Mini Countryman zum ernsthaften Gegner für Mokka & Co.

Schluss mit lustig

von Thomas Geiger

Schluss, aus, vorbei: Mini will keine Lachnummer mehr sein und nur durch seinen Lifestyle punkten. Deshalb machen die Briten jetzt auch beim Countryman Schluss mit lustig und blasen ihren kleinen Abenteurer zu einem vollwertigen Gegner für Opel Mokka oder Seat Ateca auf. Mit Mini hat der Maxi dann zwar nicht mehr viel zu tun, wenn er zum Debüt auf der Autoshow im November in Los Angeles in der Länge um 20 und im Radstand um knapp acht Zentimeter zulegt. Aber dafür bietet er jetzt fünf tatsächlich vollwertige Sitze und einen ordentlichen Kofferraum. Der ist bis zu 220 Liter größer als beim Vorgänger, fasst mindestens 450 Liter und lässt sich mit einer um 13 Zentimeter verschiebbaren und natürlich asymmetrisch geteilten Rückbank auf bis zu 1 390 Liter erweitern.

Leichter laden und finden

Mini hat jedoch nicht nur Platz geschaffen, sondern auch das Laden leichter gemacht: Die elektrische Heckklappe öffnet sich auf Wunsch auch berührungslos, zum Schutz der Ladekante gibt es eine Klappkonsole, die beim Picknick auch als Bank dient, und damit Lademeister nicht den Überblick verlieren, bieten die Briten als neue Funktion von Mini Connected den so genannten „Find Mate“ an: Der zeigt an, ob mittels Bluetooth-Chips markierte Gegenstände alle an ihrem Platz sind und erinnert schusselige Fahrer, wenn sie Nebensächlichkeiten wie die Brieftasche oder den Kulturbeutel daheim vergessen haben. Die Anzeige erfolgt wie immer bei Mini auf dem pfannkuchengroßen Zentralinstrument, das jetzt allerdings ebenfalls eine Neuerung erfährt: Zum ersten Mal kann man das Display jetzt auch wie einen Touchscreen bedienen und muss nicht mehr am Rändelrad zwischen den Sitzen fingern.

Auch unter der Haube geben sich die Briten plötzlich ziemlich vernünftig. Zwar fällt in jedem zweiten Satz noch immer die Floskel vom Go-Kart-Feeling und an Geschwindigkeit mangelt es nicht: Mit je zwei Benzinern und zwei Dieseln von 136 bis 192 PS, von denen selbst der langsamste 197 km/h schafft, fahren die Briten den meisten anderen Mini-SUV locker davon.

Einsteckversion

Doch weil selbst Verbrauchswerte von bestenfalls 4,3 Litern offenbar noch zu hoch sind und ihnen vor allem Amerikaner und Chinesen auf den Füßen stehen, gibt es bei den Mini jetzt zum ersten Mal einen Plug-In-Hybrid. Der stammt – wie übrigens auch die anderen Motoren, die Achtgang-Automatik und der effizientere Allrad-Antrieb – vom braven Plattformbruder Active Tourer und kombiniert den 136 PS starken Dreizylinder-Benziner im Bug mit einem E-Motor an der Hinterachse.

So steht der Mini Cooper S E Countryman ALL4 mit einer Systemleistung von 224 PS und einem gemeinsamen Drehmoment von 385 Nm zumindest bis zum Debüt des Countryman John Cooper Works an der Spitze der Leistungstabelle. Aber man kann mit dem Teilzeitstromer nicht nur flotter beschleunigen als mit den anderen Modellen, sondern auch bis zu 40 Kilometer weit rein elektrisch fahren und so den Verbrauch theoretisch auf 2,1 Liter drücken. So wird der größte Mini aller Zeiten zugleich auch zum sparsamsten.

Apropos Größe: Maxi ist bei diesem Mini übrigens nicht nur das Format, sondern auch er Preis. Denn für die 20 Zentimeter mehr Länge verlangen die Briten knapp 2.500 Euro Aufschlag und starten deshalb mit dem Countryman Cooper jetzt erst bei 26.500 Euro.