Baba, 250d & Co.?

Ändert jetzt auch Mercedes seine Nomenklatur?

Diese paar Zahlen und Buchstaben in der Modellbezeichnung eines Autos drücken oft eine ganze Menge aus. Idealerweise weiß man dank ihnen nach einem flüchtigen Blick auf das Heck des Fahrzeugs sofort alles über den verbauten Motor. Mercedes scheint nun mit dem traditionellen System nicht mehr zufrieden zu sein – zumindest haben sich die Schwaben in Kanada eine neue Nomenklatur schützen lassen.

Text: Jakob Stantejsky

Bisher ging es in Stuttgart angenehm simpel zu: drei Ziffern bezeichnen flott und klar den jeweiligen Motor. So musste man nur einmal im Kopf haben, welches Aggregat sich hinter welcher Nummer verbirgt und schon konnte man jeden Mercedes auf der Straße sofort genau identifizieren. Da die letzte Ziffer auch stets ein Nuller ist, bleiben die Zahlen schön leicht im Gedächtnis, wie etwa 220 oder 400 – also alles superduper! Ein kleines “d” hintendran für Diesel und schon ist auch der Selbstzünder geoutet. Die Aufmotzer von AMG brauchen die Null am Schluss nicht und begnügten sich bis dato mit Bezeichnungen wie “43” oder “65” – auch hier kannte sich der Eingeweihte sofort aus.

In Kanada müssen die Kenner aber augenscheinlich bald umlernen, denn hier hat sich Mercedes eine neue Nomenklatur schützen lassen. So wird die dritte Ziffer bei den normalen Benz’ über Bord geworfen: A 40, CLA 40, SLC 40, SLC 50 und GLE 50 lauten die registrierten Bezeichnungen. Auch bei AMG tauchen neue Nummern auf, wie etwa CLA 53, G73 und S73. Besonders spannend ist hierbei die “73”, bei der es sich möglicherweise um die Bezeichnung für den neuen Monster-Hybridantrieb handeln könnte, der eventuell in der S-Klasse (und offenbar der G-Klasse) zum Einsatz kommen wird und dort angeblich über 800 PS leisten soll – zumindest laut Gerüchteküche. In Zukunft unterscheiden sich Benz und AMG also nicht mehr an der Anzahl der Ziffern, sondern nur noch an der Endziffer.

Von Mercedes gibt es bislang noch kein Statement, ob und wann diese Nomenklatur tatsächlich in Serie geht. Bisher wurde sie auch nur in Kanada angemeldet, also vielleicht handelt es sich auch um eine regionale Spezialität. Möglich ist allerdings auch, dass die Tradition gebrochen wird und wir alle bald umlernen müssen.