• NO BUMERANG

    Opel Zafira retuschiert

Opel hat den Zafira äußerlich um die Augen und an der Nase aufgeputzt. Im Cockpit wurde aus- und aufgeräumt. Einräumen kann man jetzt permanenten Internet-Anschluss. Auch das „Tourer“ ist gestrichen.

Nicht rasend modern ist man derzeit als Auto-Hersteller mit einem Familien-Van. Während die eine oder andere Marke deshalb in die Crossover-Nische ausweicht, bleibt Opel – zunächst – gelassen und lässt den Zafira unverändert in Basis-Technik und Dimensionen sowie seiner Bis-zu-Siebensitzigkeit. Die Rüsselsheimer sind davon überzeugt, dass er weiterhin eine „strahlende Zukunft“ hat. Trotzdem, oder erst recht deshalb, orientierten sich die Opelianer an den Zeichen der Zeit und haben ihn ein wenig modern(er) gemacht, um ihn bis zum kommenden großen Modellwechsel, der für 2018 ansteht, möglichst frisch zu halten.

Dafür hat er sich asteroide Züge zugelegt. Und ein Unverkennbarkeitsmerkmal abgelegt: Mit der kosmetischen Retusche an der Front hat man ihm ein neues Schweinwerfer-Design auf die Nase gesetzt, und damit sind die Bumerang-förmigen Lichter weg. Dafür schaut er dem neuen Astra ähnlich und hat an den Scheinwerfern eine neue LED-Lichtsignatur dazugewonnen. Die vereint sich mit der angehobenen Kühlergrill-Chromspange zu einer durchgehenden Wellen-Linie. Ob er damit moderner aussieht als zuvor, das ist Ansichtssache. Mit den neuen Nebellichtern ist das Facelift außen aufgeräumt.

Aufräumen war im Cockpit angesagt. Der neue 7-Zoll-Screen sitzt jetzt etwas tiefer an der Mittelkonsole, dafür hat’s weniger Knöpferl und Tasten. Die Steuerungen wanderten zum Teil ins Multifunktionslenkrad, zum Teil in die Bedienerführung des Infotainment-Systems. Hier wurde upgedatet, Opel stellt die neuesten Versionen des hauseigenen „IntelliLink“ zur Auswahl. Das mit dem Vornamen 950 offeriert ein fix verbautes Navi-System, das zweite – es heißt R 4.0 – kann die aktuellen Spielarten der Smartphone-Integration. Die Navigierfähigkeit stand zwischen Frankfurt und dem Schloss Schwarzenstein am Rhein auf der Probe. Meistens hat es gut funktioniert.

Mit beiden Systemen hat man Opels Online- und Servicedienst „OnStar“ an Bord. Im Smartphone-fähigen kommt noch ein WLAN-Hotspot dazu. An den kann man bis zu sieben Endgeräte hängen. Die Marketing-Abteilung meint, damit wäre der Zafira eine mobile Playstation, bis zu sieben Leute könnten sich an einem Gruppenspiel der elektronischen Art zusammenfinden. Idealerweise aber sollte der Fahrer vielleicht weniger mitspielen und eher fahren. Immerhin wäre dann die an Bord befindliche Mitfahrer-Schar beschäftigt.

Um die Facelift-Generation des potenziellen Siebensitzers von der vorangegangenen auch in der Nomenklatur zu unterscheiden, heißt der Rüsselsheimer Kompakt-Van ab nun wieder nur Zafira. Das „Tourer“ hat man ihm weggenommen. Das ändert nichts an – je nach Ausstattungsstufe – an der Vielseitigkeit des Sitz-Systems. Das ändert auch nichts am optionalen Schiebemützendach. Und das ändert ebenso wenig an den Antrieben: 1,4- und 1,6-Liter-Benziner, 2,0-Liter-Diesel, 1,6-Liter-Erdgas, 120 bis 200 PS.

Bärig oder sportlich

Klar kann man den Zweiliter-Diesel auch mit 130 PS bestellen. Mit den auf der Autobahn und in der einen und anderen Kurve im Rheinland ausprobierten 170 PS geht’s doch bäriger und dabei völlig unbrummig zur Sache. Direkt sportliche Talente entwickelt der Familientransporter mit der 200-PS-Version des 1,6-Liter-Turbobenziners. Der Motor dreht lustig hoch und lässt sich in punkto Vortriebsverhalten überhaupt nicht bitten. Dabei gerät er kaum ins Wanken. Im Sportmodus des sogenannten FlexRide-Fahrwerks bleibt der Zafira bei aller Straffheit recht komfortabel, sodass Beifahrer in der ersten und zweiten Reihe entspannt ein Schläfchen halten können. Auf den Grund gehen kann man dem ab kommenden September. Die Preise beginnen bei 26.190 Euro laut Aktions-Tarifliste.

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