Renault Zoe Dauertest

Reichweiten-Schwindel

Die Angst vieler Elektro-Skeptiker ist unbegründet, wenn man vermag, das Einsatzgebiet seines Strom-Autos genau abzuschätzen.

von Greg Josel

Was wurde und wird die Elektromobilität nicht immer und immer wieder zerrissen. Das Problem mit der Reichweite sei das No-go der emissionsfreien Fortbewegung, heißt es. Im Winter wie auch im Sommer verbrauche man zu viel Strom für Heizung und Klimaanlage, als dass so ein Stromer wirklich Sinn machte. Soweit die Theorie in so mancher Gazette. Doch die Wirklichkeit stellt sich abermals ganz anders und vor allem sehr positiv dar. Der Reichweitenschwindel sei somit aufgedeckt.

Weiter als man glaubt

Und zwar in umgekehrter Richtung. Im Dauertestfuhrpark ist der Renault Zoe ja bereits seit einiger Zeit. Doch so richtig auf den Zahn fühlen konnte ich dem kleinen Franzosen-Stromer erst seit dem Umzug ins Wiener Umland: Täglich Wien und retour stehen seither am Programm und auch die gefürchtete, weil sehr steile A21 ist Teil der Wegstrecke und nach knapp 60 Pendeltagen kann ich behaupten, dass der Zoe zu diesem Zweck die perfekte Alternative ist. Rund 22 km in eine Richtung sind tagtäglich zu absolvieren und nein, ich habe auch keine Schnellladestation im Eigenheim einbauen lassen – eine stinknormale Haushaltssteckdose in der Garage genügt im Alltag vollends. Bei größter Hitze ist der tägliche Weg von insgesamt 44 km mit dem Zoe zwei Tage lang ohne Aufladen zu schaffen. Dann ist die Batterie immerhin noch für eine Restreichweite von rund 40 km geladen. Die Klimaanlage war an allen Tagen eingeschaltet, die Aufladung des Zoe an der Standard-Steckdose dauert dann zwar rund 10-11 Stunden, doch für den normalen Alltag ist das durchaus verkraftbar. Die Mär von der ach so geringen Reichweite ist also schlicht und ergreifend falsch. Klar, man bewegt den Zoe hierbei hauptsächlich im sparsamen Eco-Modus, doch steht bei diesem Fahrzeugkonzept ja nun mal nicht der absolute Fahrspaß, sondern das emissionsfreie Fortkommen im Fokus. So unterschätzt wie seine effektive Reichweite, ist auch die Performance des kleinen Elektro- Franzosen, denn schaltet man bei Bedarf den Eco-Modus wieder aus, dann macht der kleine Zoe an der Ampel kaum Gefangene.

Spaßige Spielerei

Der große Vorteil des elektrischen Antriebs ist jedenfalls das volle Drehmoment ab dem ersten „Gas“-Stoß. Zu schätzen lernt man jedenfalls die umfangreiche Ausstattung des Zoe, die elektrische Fensterheber, eine Infotainment-Einheit mit TomTom-Navigationssystem, Sprachsteuerung, USB-Schnittstelle, Tempomat, Licht- und Regensensor sowie eine Berganfahrhilfe beinhaltet. Nebst Batterieleasing (ab 79 € im Monat) kostet ein Mal Volltanken gerade mal ein paar Euro.