Ganz ohne Strom

Rettet Mazda den Verbrenner?

Während Marken wie Volvo und auch Maserati lautstark verkündet haben, dass sie ab 2019 nur mehr Autos mit Elektromotor bauen wollen, geht Mazda einen anderen Weg beim Thema Klimaschutz. Die Japaner wollen den Verbrenner revolutionieren, sodass er so sauber wie noch nie wird. Wir sind ganz Ohr!

Text: Jakob Stantejsky

Lustigerweise gibt auch Mazda als Start das Jahr 2019 aus. Dann nämlich kommt der neue Mazda 3 und der wird dann das erste Serienauto der Welt, das mit einem Benzin-Selbstzünder fährt. Wie, Benzin und Selbstzünder in einem Satz? Ja, denn dank der revolutionären Skyactiv-X-Technologie können die Japaner das Beste aus zwei Welten gewinnbringend vereinigen. Zum Einsatz kommt dabei eine Kompressionszündung, die auf den Namen Spark Controlled Compression Ignition hört. Der Motor läuft dabei mit einem Benzin-Luft-Gemisch, dass rein durch die Hitze zündet, die bei seiner extremen Verdichtung entsteht. Auskenner erkennen die Ähnlichkeit zu einem Dieselmotor mit Sicherheit und genau das ist auch der Gedanke hinter dem Konzept aus 2013, dass jetzt als fix angekündigt wurde.

Den ein oder anderen Skeptiker, der beim Stichwort Benzin-Selbstzünder misstrauisch geworden ist, können wir beruhigen. Denn natürlich kann ein Benziner niemals ganz selbstgezündet funktionieren, der Prozess lässt sich dafür einfach nicht präzise genug kontrollieren. Daher wird Mazda auch Zündkerzen verbauen, die beispielsweise bei Kaltstarts wie gehabt arbeiten. Bei laufendem Motor jedoch erzeugen sie im Endeffekt lediglich noch Druckwellen, die gemeinsam mit dem Zylinderkolben Druck aufbauen und so zur Selbstzündung führen.

Sowohl der Stickoxid- als auch der CO2-Ausstoß sinken durch Verwendung von Skyactiv-X und auch der Verbrauch wird mit 20% weniger angegeben als bisher. Bei geringen Geschwindigkeiten sollen sogar 30% Ersparnis drin sein. Wir finden, dass Mazda hiermit einen auf mehrere Arten sinnvollen Schritt geht. Denn so wird sowohl für den Klimaschutz als auch für den Autoenthusiasten etwas getan, schließlich ist für viele eine rein elektrische Zukunft immer noch ein Gräuel. Die Japaner zeigen, dass es auch anders geht. Solche Ideen hätte so mancher deutscher Hersteller zurzeit wohl gerne.