Extrem-Maybach

Der Scaldarsi Emperor I

Zugegeben: Der Emperor I von Scaldarsi Motors ist eigentlich keine Neuheit mehr, schließlich wurde er schon im Sommer 2016 enthüllt. Ich bin jedoch erst heute darüber gestolpert und finde dieses Monstrum so atemberaubend, dass ich es mit euch teilen muss. Ob das jetzt positiv oder negativ gemeint ist, überlasse ich eurem Urteil.

Text: Jakob Stantejsky / Fotos: Scaldarsi Motors

Aufgrund des eher geringen Bekanntheitsgrades des kanadischen Tuners Scaldarsi wage ich einfach mal die Behauptung, dass auch ihr möglicherweise noch nie vom aufgemotzten Mercedes-Maybach S600 gehört habt. Seit der Enthüllung im August letzten Jahres finde ich im Netz auch keine Erwähnungen des Monstrums mehr, weshalb ich auch nicht sicher bin, ob der Emperor I es auch tatsächlich auf die Straße geschafft hat. Designtechnisch könnte man diesen Umstand wohl eher als Segen denn als Unglück beschreiben – aber de gustibus non est disputandum.

Unter der Haube geht es jedenfalls höchst professionell zu, steckt doch der Rocket 900-Motor von Brabus im Emperor I. Der leistet namensgebende 900 PS, die aus seinem 6,3 Liter-Biturbo-V12-Eingeweiden stammen. 1.500 Newtonmeter rotzt das Aggregat im Luxuskaiser auf die Straße, die für einen Standardsprint in nur 3,7 Sekunden sorgen sollen. Soweit, so gut. Doch wie sieht es mit den Scaldarsi Motors-eigenen Neuerungen aus?

24 Karat Rosé-Gold, Krokoleder-Sitze, Krokoleder-Reisetaschen, Gold-Rolex, Gold-USB-Stick, handgravierte Champagnergläser, blablablabla… Insgesamt 24 Farben bietet Scaldarsi den glücklichen (?) Käufern an, dazu kommen 78 verschiedene Hölzer, 24 Leder-Arten und 16 Lackierungen. Wie das dann fertig ausschaut, seht ihr am Interieurfoto unten, allerdings ist der Emperor I schon von außen recht heftig am Augapfel. Dezenz ist ja angeblich Schwäche, demnach ist der Scaldarsi mit Sicherheit das beste Auto der Welt. Allerdings bin ich nicht gewillt, das so zu unterschreiben. Manchmal ist Understatement allerdings eindeutig die bessere Wahl. Von dem Prunk- und Protzhaufen hätte es übrigens zehn Exemplare geben sollen, die je mit 1,5 Millionen Euro zu Buche geschlagen wären. Im Prinzip ist es mir aber auch egal, kaufen werde ich mir das Ding sowieso nie können wollen.