Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen, heißt es in im Musical My Fair Lady. Doch wenn es nach uns und den Seat Allradmodellen geht, kann sich der Frühling durchaus noch ein wenig Zeit lassen. Wir spielen inzwischen ein bißchen im Schnee!

Spanien und Allrad, da denkt man vielleicht als gelernter österreichischer Bergfex zunächst wohl hauptsächlich an irgendwelche Felslandschaften unter heißer, iberischer Sonne, auf denen umgebaute Geländewagen mit Ballonreifen und Überrollkäfigen herumpurzeln. Doch Spanien kann auch anders in Sachen Allradkompetenz, denn die spanische Traditionsmarke Seat hat sich über die letzten Jahr(zehnte)e extrem gemausert und nebst hoch emotionalen Designs, State of the Art Technologien und sportlich angeschärften Cupra-Versionen vor allem auch sein Allrad Angebot umfangreich ausgebaut und bietet nunmehr ein komplettes Allrad-Portfolio, das sich über nahezu alle Fahrzeugklassen erstreckt. Schon vor einigen Jahren brachte Seat ja mit der Allradversion des Altea eine 4WD-Großraumlimousine auf den Markt, die sich in Österreich großer Beliebtheit erfreute. Aktuell bietet Seat seine Modellreihen Leon ST Kombi, den SUV Ateca, sowie den Van Alhambra mit dem Seat Allradsystem 4Drive an. Als sportliche Speerspitze fungiert hier der Seat Leon ST Cupra 300 TSI DSG 4Drive, der gleichzeitig mit seinen 300 PS der stärkste Seat aller Zeiten ist.

Was nun meinen persönlichen Geschmack betrifft, verstehe ich ohnehin nicht, wie man heutzutage noch ein neues Auto ohne Allrad und Automatikgetriebe kaufen kann, denn weder verbrauchen moderne Allradler mehr als reine Front- oder Hecktriebler, was gleichzeitig auch für die speziell aus dem Volkswagen Konzern (zu dem ja auch Seat gehört) kommenden DSG-Doppelkupplungsgetriebe gilt. Und dann kommt noch die Psychologie zum Tragen. Denn ganz egal wie oft man sich einredet, dass man den Allrad im Alltag ja ohnehin nie braucht, genau dieses eine mal im Jahr, an dem man dann vielleicht irgendwo im Schnee oder Gatsch feststeckt, oder man mit Allradantrieb die Kurve doch noch hätte kriegen können, genau dann wird man den Tag verfluchen, an dem man sich gegen einen Allradler entschieden hat.

Die geballte Allradkompetenz von Seat haben wir uns bei der diesjährigen „Seat Snow Experience 2018“ im schönen Tirol, genauer gesagt in Leutasch nahe Seefelden, zu Gemüte führen können. Frau Holle meinte es in diesem Jahr besonders gut, was die Schneebedingungen für einen ausgiebigen Allradtest betrifft und so war schon die Anreise mit dem Leon ST 4Drive höchst entspannt, auch wenn auf den letzten Kilometern Bundesstraße noch abschnittsweise die weisse Pracht manch holländischem Urlauber ganz offensichtlich den kalten Angstschweiß auf die Stirn trieb.

Mit nach Tirol haben die Spanier dieses Jahr die neuesten Modelle aus der 4Drive-Palette gebracht, nämlich das neue Midsize SUV Ateca und den sportlichen Spaßbringer Leon ST Cupra mit 300PS. Abgerundet wurde das 4Drive-Angebot durch den Seat Leon XPerience, der auf dem Standard Leon ST-Kombi basiert, aber dank Höherlegung und seitlichen Kunsstoffbeplankungen mehr auf Offroad getrimmt wurde.

Der 4Drive Allradantrieb von Seat wird elektronisch durch eine Lamellenkupplung, eine sogenannten „Haldex-Kupplung“, gesteuert. Diese regelt vollautomatisch die optimale Aufteilung der Antriebskräfte auf die zwei Achsen. Das gesamte System arbeitet hydraulisch. Rotieren die Ein- und Ausgangswelle der Haldex-Kupplung nicht mit der gleichen Drehzahl, weil zwischen Vorder- und Hinterachse Schlupf auftritt, erzeugen zwei Ringpumpen Druck, der das Lamellenpaket in der Kupplung zusammenpresst und somit den Kraftfluss herstellt. Dieser Kraftfluss zwischen Vorder- und Hinterachse erfolgt stufenlos und kann theoretisch bis zu hundert Prozent betragen. Eine elektronische Steuerung erlaubt den Eingriff bereits bei kleinsten Drehzahldifferenzen zwischen Vorder- und Hinterachse. Ohne Zutun des Fahrers reagiert 4Drive also unmittelbar auf die jeweilige Fahrsituation und erhöht so Grip und Agilität. Alles klar soweit? Na gut, also in kurzen Worten nochmals erklärt: Einsteigen, bei ziemlich allen möglichen und unmöglichen Wetter- und Fahrbahnbedingungen losfahren und den Rest einfach dem Auto überlassen.

Mit den beiden zivileren Modellen, dem Ateca und dem Leon XPerience geht es rauf in stark verschneite Tiroler Berglandschaften. Dort wo normalerweise nur noch mit Schneeschuh bergauf gestapft oder mit der Rodel bergabgefahren wird, entfalten die beiden Spanier ihr gesamtes Allrad-Potential. Ob auf Eis und steiler Straße anfahren oder dynamischeres Gewusel bei zügiger Fahrt auf Schnee oder besonders bei verschiedenen Untergründen auf beiden Fahrzeugseiten (Schotter und Schnee) – der Ateca und der Leon XPerience geben sich keinerlei Blöße.

By the Way: Den neuen SUV Ateca gibt es so wie auch den Leon ST oder den Ibiza ebenfalls in der optisch schärferen FR (steht für „Formula Race“) Variante, in der der Spanier mit wesentlich sportlicherer Optik punktet, als in den Standard-Ausführungen! Das kostet nicht die Welt mehr, macht aber bei jedem Mal Hinschauen umso mehr Freude. Dank sportlich gestalteter, volllackierter Schürzen, großen vorderen Lufteinlässen, Dachkantenspoiler, schicken 19-Zoll-Felgen, abgedunkelten Scheiben ab der B-Säule, diversen FR-Logos und eigens gestalteten LED-Nebelleuchten. Auch die Front- und Heckschürzeneinsätze sowie die Seitenschweller in Silber stechen sofort ins Auge. Innen birgt der FR Sportsitze mit Alcantara-Bezug, rote Ziernähte, Aluminium-Einstiegsleisten mit FR-Schriftzug, schwarze Dekoreinlagen sowie ein Multifunktions-Sportlenkrad mit FR-Logo.

Besonders dicke Freudentränen drückt man als Autofan allerdings beim Anblick des neuen Seat Leon ST Cupra 300 TSI DSG 4Drive, der sozusagen derzeit noch die Speerspitze im Seat Universum darstellt. Denn schon in wenigen Wochen wird ja Cupra als neue Seat Submarke lanciert werden, womit sich die Spanier künftig in bester Gesellschaft mit sportlichen Ablegern wie AMG von Mercedes, der M-Sparte bei BMW, oder Nismo bei Nissan finden. Ob am Logo nun künftig Cupra stehen wird oder noch Seat, macht in Sachen Performance mal keinen Unterschied. Und das ist es, worum es beim Leon ST Cupra letzlich geht: Performance! 300 PS und 380 Nm Drehmoment, 0 auf 100 km/h in 4,9 Sekunden, Spitze: 250 km/h
und 4Drive Allrad Antrieb in Kombination mit DSG gepaart mit einem überschaubaren Leergewicht von 1.545 Kilogramm und einer fußballfeldgroßen Eisfläche – das sind die Zutaten aus denen pure Lust am Autofahren gemacht ist.

Mit dem spanischen Powerkombi übers Eis zu fegen und am Allrad-Drift zu feilen, fällt dank des auf Knopfdruck sehr performanceorientierten und höchst dynamischen Fahrzeugsettings ziemlich leicht und zaubert einem automatisch ein feistes Grinsen ins Gesicht! Im Racing Modus spricht das Fahrzeug sehr agil an, alle Fahrstabilitäts-Helferleins lassen sich selbstverständlich abschalten. Und hat man genug Adrenalin durch den Körper gepumpt, switcht man in den Komfort-Modus und verfügt in der Sekunde über einen gutmütigen Alltagskombi, der auch in Sachen Komfort und Infotainment alle Stücke spielt! Bleibt am Schluss die Frage, was der Spaß denn kosten soll! Und da gibts die nächste Überraschung, denn der 300 PS starke Allradkombi aus Spanien ist um vergleichsweise überschaubare 44.540 Euro zu haben.

Der nicht minder chice SUV Ateca geht hingegen in der günstigsten Allrad-Variante knapp unter 30.000 Euro über den Ladentisch. Ein ebenfalls mehr als spannender Preis für ein ausgewachsenes SUV mit Allradantrieb. Das Fazit nach zwei spannenden Tagen im Schnee mit den Seat Allradmodellen? Die Spanier können nicht nur Emotion, sie können nebst Dynamik und Design eben auch Allrad mittlerweile auf höchstem Niveau. Von Komfortabel hoch sitzend, bis zu extra sportlich samt Laderaum.

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