• Regen essen Piste(n) auf

    Motorblock fährt die Skoda Allrad-Modelle

Skoda hatte die gesamte 4×4-Palette aufgeboten – inklusive der Kombination Octavia RS plus Allrad -, um ein wenig auf Schnee & Eis tanzen zu gehen. Gerade rechtzeitig, bevor eine Warmfront die frisch gewonnene kristallene Pracht wieder verflüssigte.

Text: Beatrix Keckeis-Hiller, Fotos: Skoda, Beatrix Keckeis-Hiller

Die Vorzeichen waren ideal gewesen: tagelanger Frost und reichlicher Schneefall um den Radstädter Tauern in Salzburg hatten im Vorfeld den Boden bereitet für eine zünftige „Winter Discovery“-Tour, organized by Skoda. Die Tschechen, die stolz sind auf alle ihre Kinder, besonders jedoch auf die Allrad-Versionen der Octavias und Superbs und Yetis, hatten alle ihre 4×4-Typen aufgeboten, damit die zeigen können, was sie können: den Einheimischen und weitgehend Schnee- & Eis-Versierten sowie Gästen aus dem Fernen Osten: Eine Gruppe chinesischer Kollegen sollte erfahren, wie das so ist, wenn einen der Winter auf europäischen Straßen im Griff hat.

Doch in der Nacht brachte eine Warmfront Tauwetter. Und Regen. Die vielversprechende Ankündigung bei der Mautstelle der Roßfeld-Ringstraße im Berchtesgadener Land „Kein Winterdienst“ ließ noch hoffen, auf eine Schneefahrbahn-Challenge. Doch es war die komplette gefahrene Strecke sauber eingesalzen und zu 99 Prozent aper. Das änderte sich ein wenig auf der 99er, auf dem Weg über den Tauern via Obertauern. Aber bis zur Passhöhe resultierte das maximal in Matsch. Der für den Superb Combi TDI 4×4 keinerlei Herausforderung darstellte. Und bis zum Fahrtechnik-Gelände in Tweng hatte das Streusalz schon wieder ganze Arbeit geleistet.

Dort hatten nicht nur die Plusgrade, sondern auch der nach wie vor immer wieder einsetzende Monsun-artige Regen für fortschreitende Aufweichungstendenzen gesorgt. Was die fein präparierten Eis-Pisten – von Schnee konnte nicht mehr die Rede sein – in erst recht rutschig-glitschige und seifige Parcours verwandelte. Zu Fuß gehen: ein Eiertanz. Fahren: Schon mit dem Yeti ein Kinderspiel. Ob bergauf oder bergab. Die Ketten-Gesellen blieben stehen. Der vorbereitete Offroad-Track blieb links liegen. Da war schon viel mehr Schlamm als Schnee. Ohnehin gierte jeder nach den Umstieg in die RS-Octavias.

Mit denen zeigten inzwischen zwei berufene Tschechen den Chinesen, wie man mit Eis umgehen kann: Die Rallye-Asse Jan Kopecky und Pontus Tidemand packten die Söhne des Reiches der Mitte auf den Beifahrersitz und drifteten, was das Zeug hielt. Einige der fernöstlichen Kollegen zeigten sich danach verschlossener als zuvor. Andere tauten so richtig auf und äußerten so etwas wie „Amazing!“ und „Awesome!“.

Derweilen enterten die alpenländischen Kollegen die RS 4×4-Octavias, Limousinen und Combis. Abgespult wurde das Programm in der gewohnten Reihenfolge: erst Slalom, dann Handling-Kurs. Mit winterbereiften Modellen. Da zeigte der kompakte Tscheche seine bekannten Qualitäten: Leistungsbereitschaft, Ausgewogenheit, Lenkpräzision und Umgänglichkeit. Das baute auch bei den eher zaghaften Fahrtalenten im Handumdrehen hohes Vertrauen auf.

Dreher waren eher die Ausnahme. Alle legten in Punkto Tempo zu. Und auch in Bezug auf Wagemut. Denn zur Herausforderung, Heckschwenks in präzise Drifts umzusetzen kam die Challenge, den aufgeweichten Streckenstellen gekonnt auszuweichen. Hier und da schimmerte schon die blanke Erde durch. Rechts und links der Strecken entstanden zunehmend ausgedehnte Seen, rapide mit Tau- und Regenwasser gefüllt. Was dem Spaß und der Freude kaum einen Abbruch tat – solange man im Auto blieb, und damit trocken.

Zum Finale durfte der dann Scout antreten. Auch ihm blieb die Bewältigung von Tiefschnee-Passagen verwehrt. Es ging nicht mehr. Der Regen hatte die entsprechenden Pisten endgültig aufgegessen. Es wäre eine Schlammschlacht geworden. Was nicht ganz im Sinne einer „Winter Discovery“ liegt. Das Eis jedoch hielt noch einigermaßen. Und so konnte man feststellen, dass sich der höher gelegte Pfadfinder mit hoch feinfühliger Winterreifen-Gummimischung auf glattem Parkett nicht viel anders benimmt als mit Spike-Pneus. Bevor auch die letzte Eispiste im Wasserbad verschwunden und rettungslos zerpflügt war, erfolgte der Schluss-Pfiff.

Was bleibt, das ist der vertiefte Eindruck der Talente und Fähigkeiten der tschechischen 4×4-Palette. Und die Hoffnung, dass doch wieder einmal ein echter Winter kommt, in dem man das gewonnene Fahrsicherheitsgefühl auch in Echt, auf ganz normalen Straßen umsetzen kann.

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