• Fang das Designerlicht

    Motorblock blickt auf Skoda Kodiaq

Škoda zeigte den neuen SUV Kodiaq erstmals einer breiten Öffentlichkeit. In Berlin. Dort war auch Gott. Ebenso der Motorblock.

Text: Leo Szemeliker

Gott. Mitten in Berlin-Mitte. Nicht der Gott mit: „Es werde Licht“. Geh! Sondern der mit: „Fang das Licht!“. Stimme, golden, Prag. Der Gott. Gott sei oft dabei bei Škoda-Autopräsentationen, hört man an diesem denkwürdigen Abend mit Gott vom Škoda-Chef Bernhard Maier. Der, vielleicht auch Gott, aber jedenfalls Herr Maier ist derzeit sehr stolz auf alles. Mit ausladenden Bewegungen und beeindruckend viel Schneid in der Stimme spricht er zu Gott und den Menschen. Zirka 1000, darunter Gott, hat der zu VW gehörende tschechische Autobauer in Berlin versammelt. Eine große Delegation aus China etwa, und noch hunderte Journalisten aus dreißig weiteren Ländern. Im Berliner Wasserwerk. Werbeclaim: „lounging, dining, clubbing“. Wo eine Woche später andere Götter, die des Funkrocks nämlich, die Red Hot Chili Peppers, auf Einladung eines Mobilfunkers, ein Konzert gespielt haben werden. Doch diese Götter-Geschichte müssen andere erzählen.

Gott

Wir wären ja wegen eines Autos in Berlin gewesen. Dieses nennt sich Kodiaq. Es heißt fast wie ein Bär. Und der Bär heißt genau wie eine Insel. Die liegt vor Alaska und wird eigentlich mit *k* am Ende geschrieben. In einem durchaus gelungenen Anfall an Witzigkeit haben die Škodas eine Mockumentary namens „Name Day“ auf der Insel selbst gedreht, mit den Bewohnern, mit der Bürgermeisterin. In dem lustigen Filmchen es darum geht, dass man die Insel forthin auch mit „q“ schreiben würde, wegen des Autos. Aus dem 8000 Kilometer entfernten Tschechien. Die Frau Bürgermeister von Kodiak Island, Patricia. B. Branson, war auch in Berlin. Obwohl sie eine sehr weltoffene und gescheite Frau zu sein scheint, kannte sie Gott vermutlich nicht. Sie bekam einen Scheck von Škoda für den Naturpark auf Kodiak. Wo die Bären wohnen. Gott nicht.

Schwieg

Aber wir waren ja wegen eines Autos in Berlin. Eigentlich nicht wegen Gott. Der ganze Österreicher-Tisch im Wasserwerk hoffte trotzdem auf „Fang das Licht“. Hätte zur Škoda-typische Scheinwerferpartie des vom hochdekorierten Chefdesigner Jozef Kabaň wirklich schnittig gezeichneten Kodiaq gepasst. Oder auch nicht. Egal. Gott schwieg.

Der Bär

Für Škoda ist der Wagen, weswegen wir in Berlin waren, ein Wurf. Sie verbauen ja bereits jede Menge Allradantriebe in ihre Superbs, in ihre Octavias, sie haben ja mit dem Yeti bereits einen SUV. Aber jetzt wirklich. Der Kodiaq hat das Zeug, den Markt mit Gebrüll zu nehmen. Das wird nicht die einzige Bären-Metapher bleiben. Sagen Sie dann nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt. Jedenfalls: Hyundai und Co können sich warm anziehen. Denn Škoda wird die Krallen ausfahren (bumm!) und sich mit bärigen (zack!) Kampfpreise aufstellen (in die …!).

Brummt

Der günstigste Kodiak wird laut Liste unter 30.000 Euro kosten. Dafür gibt’s zwar keinen Allrad und nur einen 1,4-Liter-TSI-Benziner mit 125 PS. Aber immerhin, das ist eine Ansage. Die vermutlich gefragteste Maschine mit Allrad und 150-PS-Turbodiesel wird dann Mitte der Dreißig liegen. Insgesamt kommen vorerst fünf Motoren zum Einsatz, zwei Ottos, drei Diesler. Hybrid und Vollelektro: voraussichtlich 2019. Je nach Motorisierung bietet man Sechsgang-Schaltgetriebe oder DSG-Getriebe mit sechs beziehungsweise sieben Gängen. Das von Audi und VW bekannt feine 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe wird im Kodiaq erstmals auch bei Skoda angeboten.

Die Produktion beginnt jetzt im Herbst in Tschechien, bei den Händlern steht das außen mit 4,70 Meter relativ kompakte und mit rund 1,5 Tonnen Gewicht auch gar nicht so dicke Teil ab März 2017. Man muss nicht Gott sein, um mit einem weiteren Bären-Schmäh prophetisch Erfolge zu haben, wenn man sagt:  Wenn im Herbst nächsten Jahrs dann auch der Yeti neu aufgelegt sein wird, werden die Škoda-SUV-Verkäufe brummen. (…. Goschn!)

Kratzt

Wie auch bei beiden Versionen des Superb ganz super ist jedenfalls der Innenraum des Škoda Kodiaq. Dabei ist er nur ein paar Zentimeter länger als ein Octavia. Hier haben die Tschechen dank der quer verbauten Motoren es wieder einmal geschafft, diesen vernünftig und kundenorientiert zu nutzen. Würden Sie Wasser in den Kofferraum einfüllen können, würden Sie zwei Kubik reinbringen. 2065 Liter. Behauptet Škoda. Wir haben in Berlin, obwohl Berliner Wasserwerk, haha, keines eingefüllt. Jut, dit kannste den Tschech’n scho ma glob’n, wie man in Berlin formulierte. Gott wird das auch nicht anders halten, denke ich. Was wir aber schon sofort live, im Angesicht Gotts getestet haben: Im Kodiaq hat man echt Platz in der zweiten Reihe, da stehen keine Radkästen im Kofferraum im Weg, da gibt es einen ausfahrenden Türkantenschutz, da finden sich Regenschirme in Türen, Eiskratzer In Tankdeckeln. Schlau wie Fuchs! Bär! Oh Gott, der war jetzt nicht so. Sorry.

Ihr aber

Aber wir waren wegen eines Autos in Berlin. Was wäre noch zu sagen? Der Wagen schafft eine Anhängerlast von 2,5 Tonnen. Eine dritte Sitzreihe zur Erweiterung auf sieben Plätze ist auch Option. Schlaue und schlauere Fahrassistenzsysteme noch und nöcher tröpfeln stetig in die günstigeren Fahrzeugklassen, so auch hier. Das gleiche gilt für die Infotainmentausstattung, für die Verbindungen mit dem Internet, mit den Smartphones, mit den Tablets.

Fanget das Licht

Ob Gott und die Autowelt auch interessiert, dass Berlin im Wappen einen Bären hat und dass Alaska das Sternzeichen des Großen Bären in der Flagge führt? Mein Gott … Weil die Škoda-Manager das auch mehrmals erwähnt haben, soll es auch hier stehen. Wir waren weiß Gott ja nicht umsonst in Berlin. Sondern um vor Gott und den Menschen bezeugen zu können, dass die tschechische VW-Tochter wieder einmal ein ziemlich famoses Auto auf die Spur gebracht haben dürfte. Ob man uns einen Bären aufgebunden hat, werden die ersten Fahrtests in freie Wildbahn im kommenden Jahr zeigen. Genug nun. Geht mit oder ohne Gott und fanget ein schön designtes Licht.

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