Skoda Octavia RS

Dauertest-Halbzeit

Herr Josel kann die Begeisterung über unseren sportlichen Tschechen-Dauerläufer kaum verhehlen. Warum auch?

von Greg Josel

Traditionell ist im Spätherbst der Testfuhrpark stets prall gefüllt. Die großen Messen sind vorüber, alle neuen Modelle am Markt, es wird getestet, was das Zeug hält. Eigentlich eine wirklich spannende Zeit im Jahr für uns Autotester. Doch dieses Jahr stellt mich vor eine ernstzunehmende Problematik. Denn was auch immer gerade in der Garage steht und auf intensive Zuwendung wartet, wartet oftmals länger als geplant. Wer die Wahl hat, hat in diesem Fall kaum die Qual, denn es böte sich als Alternative auch der Dauertester Skoda Octavia RS in TDI gehalten an. Denn er vereint Spaß mit toller Performance zu einem durchaus vernünftigen Preis und sieht obendrein auch noch gut aus. So ist es kaum verwunderlich, dass unser Octavia bereits 30.000 km seit April runtergespult hat und auch nach diesen intensiven Monaten keine Schwächen zeigt.

Simply Sportlich

Ganz im Gegenteil, er schafft es auch nach geraumer Zeit immer wieder, zu überraschen. Denn er ist nicht nur cool und sportlich, sondern auch wirklich „simply clever“, wie man bei Skoda zu sagen pflegt. Da wäre beispielsweise der im Tankdeckel befindliche Eiskratzer, der Handyhalter im Cupholder oder die – im restlichen VW-Konzern ja nicht so gern verbaute – USB-Schnittstelle direkt im Ablagefach der Mittelkonsole. Oder der kleine Mistbehälter für die Ablagen in den Türen, die vom Heck aus umklappbaren Hecklehnen oder die 12V-Steckdose im Kofferraum. Vielleicht aber auch ein Durchschnittsverbrauch von gerade mal 6,8 l über die insgesamt 29.877 km oder das hervorragende DSG-Getriebe oder der hohe Komfort im Innenraum trotz relativ straffem Fahrwerksetup.

Preislich überschaubar

Zugegeben: ich gerate etwas ins Schwärmen bei diesem Auto. Man nehme also all diese kleinen, feinen Features, den potentesten TDI-Motor der Marke, eine scharfe Karosserie und mische alles zu einem formidablen Hauptgericht moderner tschechischer Auto-Küche. Das Ergebnis ist unterm Strich vielleicht wohl so etwas wie das Beste, was man für dieses überschaubare Geld von (ab) 33.980 Euro bekommen kann. So gibt es beim Octavia Combi RS TDI wahrlich wenig zu bekritteln und wenn, dann auf hohem Niveau. Da wäre zum einen die etwas ruppige und manchmal überraschte Start-Stopp-Automatik und dann noch der heftige Schlupf an der Antriebsachse durch das hohe Drehmoment des 184 PS starken TDI. Doch auch dafür gibt es schon Abhilfe, denn man kann den Octavia neuerdings auch als „Scout“ mit Allradantrieb und selbigem Motor aus dem RS ordern. Wesentlichster Kritikpunkt im Dauertest ist somit einzig und allein die Tatsache, dass er uns nur noch wenige Monate begleiten wird und wir den Octavia wohl oder übel wieder retournieren müssen.