Schluss mit Kuscheln

Skoda VisionS

Skoda VisionS

Skoda kommt spät, aber gewaltig: Nachdem die Tschechen die SUV-Welle bislang nahezu ungerührt an sich vorbei schwappen lassen und lediglich den kuscheligen Yeti in den Großstadtdschungel geschickt haben, kommt es bei der VW-Tochter jetzt dafür um so dicker: Eine stattliche Studie namens „VisionS“ soll auf dem Genfer Salon im März den Weg ebenen für den ersten echten Geländewagen des Importmeisters.

Von Thomas Geiger

Skoda VisionS: 4,70 Meter lang, 1,91 Meter breit und 1,68 Meter hoch, genauso kantig gezeichnet wie Superb & Co, aber eher forsch als vornehm und mit drei Sitzreihen mal wieder ein Raumwunder, soll das Schaustück neugierig machen und die ohnehin schon viel zu lange Wartezeit ein wenig verkürzen, bis das Serienmodell vermutlich im Herbst in Paris endlich seinen Einstand gibt. Zwar macht Skoda über das finale Auto, für den seit ein paar Wochen der Name „Kodiak“ durch die Gazetten geistert, noch nicht viele Worte. Doch braucht es nicht viel Phantasie, um den genetischen Code im Konzern zu entschlüsseln. Denn genau wie alle anderen Modelle in dieser Klasse steht auch der große Bruder des Yeti auf dem Modularen Querbaukasten von Golf & Co, kommt deshalb mit Haldex-Kupplung für den Allrad, der aktuellsten Infotainment-Generation, sämtlichen Assistenzsystemen aus dem Superb  und aufgeladenen Vierzylindern, deren Leistung bei den Benzinern bis 220 und bei den Dieseln theoretisch sogar bis 240 PS reichen dürfte. Allerdings nimmt sich der vermeintliche Kodiak weniger ein Vorbild am neuen VW Tiguan, der bereits im Sommer in den Handel kommt. Sondern Bruder im Geiste wird der nicht minder sehnlich erwartete US-Geländewagen, mit dem die Konzernmutter das Werk in Chattanooga auslasten und die VW-Zulassungen jenseits des Atlantiks ankurbeln will. Mit ein bisschen Glück ist der amerikanische Hoffnungsträger nicht nur Teilespender und Maßstab für den Innenraum mit drei Reihen und Platz für eine halbe Football-Mannschaft samt deren Sportgepäck. Sondern womöglich gibt er auch den Preis vor. Denn genau wie das US-Modell sollte auch der Skoda mehr Auto für weniger Geld bieten und deshalb deutlich billiger werden als der Tiguan. Und der startet – zunächst allerdings nur mit Motoren ab 150 PS – bei rund 30 000 Euro.

Bild: Skoda